Coronavirus: Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.
Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 215.867 Infektionen bestätigt. 9189 Corona-Patienten starben an der Infektion, 195.741 gelten mittlerweile als genesen (Stand 7. August, 16 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 4,88 Millionen Infizierte und 160.091 Tote wurden bereits erfasst (Stand 7. August, 16 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 19,02 Millionen bestätigte Infektionen und 715.802 Todesfälle (Stand 7. August, 16 Uhr).

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Update, 7. August, 18 Uhr: Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Für Urlauber aus internationalen Risikogebieten greift am Samstag eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. Wer nicht schon ein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Einreise testen lassen.

Dies ist bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos möglich, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Die Tests sollen direkt an Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Freiwillig können sich schon seit vergangenem Samstag alle Einreisenden kostenlos testen lassen.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA.

Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab.

Sachsen, Leipzig: Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle wartet in einer Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Leipzig/Halle. Die Station wurde zuvor im Ankunftsbereich des Flughafens eröffnet.
Sachsen, Leipzig: Ein Rettungsassistent der Berufsfeuerwehr Halle wartet in einer Corona-Teststation für Urlaubsrückkehrer am Flughafen Leipzig/Halle. Die Station wurde zuvor im Ankunftsbereich des Flughafens eröffnet.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 7. August, 17.34 Uhr: Japan verzeichnet Höchstwert an neuen Corona-Infektionen

Japan hat erneut so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf die Präfekturen des Landes meldete.

Der bisherige Rekordwert wurde demnach am 31. Juli erfasst und lag bei 1578 Neuinfektionen. In Japan haben sich Kyodo News zufolge bislang 46.540 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 1056 Menschen starben demnach in Verbindung mit dem Virus. Japan hat rund 127 Millionen Einwohner.

Die Präfekturen Osaka und Okinawa verzeichneten am Freitag mit 255 und 100 Fällen ihre jeweils höchsten Tageszahlen. Die Zahl der registrierten Neuinfizierten in Tokio war nach der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen.

Am Freitag waren es 462, der höchste Anstieg binnen sechs Tagen. Japan hatte aufgrund der geringen Zahlen gemeldeter Neuinfektionen den Notstand aufgehoben.

Update, 7. August, 17.11 Uhr: Niedersachsen plant Maskenkontrollen in Bus und Bahn

Niedersachsen plant angesichts der Corona-Pandemie Schwerpunktkontrollen zur Überwachung der Maskenpflicht in Bus und Bahn. Polizei und kommunale Ordnungsämter sollen in Absprache mit den Verkehrsunternehmen für wirksame Kontrollen sorgen, wie Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) am Freitag in Hannover ankündigte. "Wir können es nicht hinnehmen, dass im ÖPNV Gesundheit gefährdet und das Sicherheitsbedürfnis vieler Fahrgäste missachtet wird."

Immer wieder hatten sich Fahrgäste über einen laxen Umgang mit der Maske durch einzelne Mitreisende oder bestimmte Gruppen beklagt. Das gelte insbesondere in den Ballungsräumen, stellte Althusmann fest.

Die Durchsetzung der Maskenpflicht sei in der Praxis schwierig und könne nicht Busfahrern und Fahrkartenkontrolleuren allein überlassen werden. Angesichts steigender Neuinfektionszahlen plant Niedersachsen wie schon Nordrhein-Westfalen ein Bußgeld für Maskenverweigerer in öffentlichen Verkehrsmitteln in Höhe von 150 Euro.

Ein höheres Bußgeld allein helfe aber wenig, sagte der Minister. Das Verkehrsministerium unterstütze deshalb mit den anderen Bundesländern die gerade gestartete bundesweite Öffentlichkeitskampagne der Verkehrsunternehmen "#BesserWeiter" und setze parallel auf stärker wahrnehmbare gemeinsame Kontrollaktivitäten.

Update, 7. August, 17.07 Uhr: Tischtennis-Bundesliga startet im September mit Hygienekonzept

Die Tischtennis-Bundesliga (TTBL) startet am 6. September mit einem Sicherheits- und Hygienekonzept in die neue Saison und hofft zudem auf Zuschauer. Nach Angaben der TBBL vom Freitag soll jedes der zwölf Teams mit den örtlichen Behören klären, ob "im Rahmen der spezifischen Beschlüsse des jeweiligen Bundeslandes und unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen und der Kontaktnachverfolgbarkeit" Zuschauer zugelassen werden können.

Zudem kehrt auch das Tischtennis-Doppel wieder zurück. Die Durchführung ist nach derzeitigem Stand in allen Bundesländern wieder möglich und kann damit wieder als fünftes Match eines Spiels ausgetragen werden. In der vergangenen Spielzeit gab es bei der Wiederaufnahme nach der Coronavirus-Pause fünf Einzelspiele.

Wegen des noch fehlenden Spielkalenders des Weltverbandes ITTF für das Jahr 2021 hat sich die Liga zudem entschieden, bislang nur die Vorrunde zu terminieren. Höhepunkt des Auftaktspieltags ist die Neuauflage des vergangenen Finals zwischen Meister 1. FC Saarbrücken und Vizemeister TTF Liebherr Ochsenhausen.

Update, 7. August, 17 Uhr: Junge Union hält nur digitalen Deutschlandtag ab

Die Junge Union (JU) wird in diesem Jahr ihren traditionellen Deutschlandtag nur in digitaler Form abhalten. Wie die Nachwuchsorganisation der CDU/CSU am Freitag mitteilte, haben sich Bundesvorstand und Landesvorsitzende wegen der aktuellen Corona-Pandemie und der deutlich gestiegenen Gefahr einer zweiten Welle "gegen die Durchführung eines physischen Deutschlandtages und für ein Digitalformat entschieden".

Der für den 17./18. Oktober 2020 im niedersächsischen Lohne geplante Kongress mit Wahlen zum Bundesvorstand der JU werde auf 2021 verschoben.

In der Mitteilung hieß es weiter: "Schweren Herzens können wir unseren Deutschlandtag in diesem Jahr nicht in der üblichen Form durchführen. Anstelle dessen wird es für alle Mitglieder ein digitales Diskussionsformat geben, um die aktuellen inhaltlichen Herausforderungen und innerparteilichen Themen zu diskutieren."

Auf die Frage, ob Spitzenpolitiker der Union auch bei diesem virtuellen Deutschlandtag auftreten werden, sagte ein Sprecher: "Wir sind mit den Büros der angefragten Redner in Kontakt und werden jetzt gemeinsam abstimmen, wie sich die Spitzenpolitiker der Union in diesen herausfordernden Zeiten den Fragen unserer Mitglieder stellen können. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auch sie Teil des digitalen Deutschlandtages sind."

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftspolitiker und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz sowie der Außenexperte Norbert Röttgen wollten ursprünglich zu den Delegierten sprechen. Alle drei kandidieren für den CDU-Vorsitz, über den Anfang Dezember beim Parteitag in Stuttgart entschieden werden soll. Auch die noch amtierende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer, CSU-Chef Markus Söder und Gesundheitsminister Jens Spahn waren von der JU eingeladen.

Update, 7. August, 16.55 Uhr: Acht neue Corona-Fälle nach Trauerfeier in Mecklenburg-Vorpommern

Nach einer muslimischen Trauerfeier am vergangenen Wochenende im mecklenburg-vorpommerschen Parchim ist die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Teilnehmer und Kontaktpersonen auf elf gestiegen. Am Freitag wurden acht positive Testergebnisse bekannt, wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim nach Tests bei 300 Personen mitteilte.

Update, 7. August, 16.43 Uhr: Corona-Infektionen in Schlachtbetrieb - Spätschicht in Quarantäne

Nach weiteren Infektionen mit dem Coronavirus in einem Schlachtbetrieb in Großenkneten in Niedersachsen haben die Gesundheitsbehörden eine komplette Spätschicht von 270 Mitarbeitern in eine 14-tägige Quarantäne geschickt.

Wie der Landkreis Oldenburg am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen beiden Tagen bei 2300 Tests acht Personen positiv getestet. Die betroffenen Mitarbeiter gehörten alle der Spätschicht an.

Es deute alles darauf hin, dass die Ursache der Ansteckung im privaten Bereich liege und in den Betrieb getragen worden sei, sagte der Erste Kreisrat Christian Wolf. "Das engmaschige Testkonzept bewährt sich, wir können das Geschehen lokalisieren. Jetzt ist es wichtig, die Infektionskette zu durchbrechen."

Insgesamt wurden damit in den vergangenen zehn Tagen 28 Mitarbeiter des Betriebes positiv auf Sars-Cov-2 getestet.

Update, 7. August, 16.12 Uhr: Klingbeil kritisiert Corona-Demonstranten scharf

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat die Teilnehmer an den bundesweiten Corona-Demonstrationen scharf kritisiert. Tausendfache Regelverstöße seien nicht zu tolerieren und müssten schärfer bestraft werden, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

"Natürlich hat jeder Mensch in diesem Land das Recht, die Regierung zu kritisieren und seinen Unmut auf die Straße zu tragen. Aber die Hygieneregeln gelten auch für Demonstranten", betonte Klingbeil.

Die Teilnehmer müssten außerdem hinterfragen, mit wem sie da auf die Straße gingen. "Wenn aber jemand auf eine Demonstration geht, wo links und rechts die Nazis grölen und ihre Reichsflaggen schwenken, dann trägt er eine Mitverantwortung für das, was da passiert", betonte Klingbeil. Journalisten anzugreifen und jeden Andersdenkenden niederzubrüllen, habe auch nicht mehr viel mit Meinungsfreiheit zu tun.

Der Generalsekretär sagte, es ärgere ihn, wenn Menschen die Hygieneregeln ignorierten. "Diejenigen die leichtfertig keinen Abstand halten und die Maskenpflicht ignorieren, gefährden damit auch, dass Kinder wieder in die Schule gehen und Arbeitsplätze gesichert werden können. Das ist rücksichtslos und unverantwortlich." Er erwarte auch von der Deutschen Bahn, dass sie die Maskenpflicht in Zügen konsequent durchsetzt.

Erst am vergangenen Samstag waren in Berlin Tausende Menschen gegen die Corona-Auflagen auf die Straße gegangen - viele ohne Mund-Nase-Schutz und ohne Mindestabstand. Für dieses Wochenende ist unter anderem in Stuttgart eine Demonstration angemeldet.

Berlin: Lars Klingbeil spricht vor Beginn einer Klausurtagung der SPD-Parteivorstände im Willy-Brandt-Haus.
Berlin: Lars Klingbeil spricht vor Beginn einer Klausurtagung der SPD-Parteivorstände im Willy-Brandt-Haus.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 7. August, 16.03 Uhr: Schleswig-Holstein verhängt 150 Euro Bußgeld für Maskenverweigerer

Auch Schleswig-Holstein bittet Maskenverweigerer in Bussen und Bahnen künftig mit einem Bußgeld von 150 Euro zur Kasse. Das gilt zudem für Kunden in Geschäften und für Besucher von Pflegeheimen, die trotz wiederholter Aufforderung keinen Mund-Nasen-Schutz anlegen.

Dies hat die Landesregierung am Freitag beschlossen. Die Regelung ist analog zum Bußgeld bei wiederholter Missachtung des Abstandsgebotes. Wer aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung keine Maske tragen kann, bleibt von der Pflicht ausgenommen.

Update, 7. August, 15.31 Uhr: Wettbewerbshüter billigen Corona-Hilfen für Nah- und Regionalverkehr

Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben die von der Bundesregierung geplanten Corona-Hilfen für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr gebilligt. Das Paket im Umfang von sechs Milliarden Euro ermögliche es, durch die Corona-Krise entstandene Schäden zu kompensieren, teilte die zuständige Vizepräsidentin Margrethe Vestager am Freitag mit.

Lokale und regionale öffentliche Verkehrsunternehmen hätten während des Corona-Ausbruchs weiterhin wesentliche Dienstleistungen für die Bürger erbracht.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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