Coronavirus: Wirtschaft will wegen lahmender Impfkampagne selbst impfen

Deutschland/Welt - Der Lockdown in Deutschland wird bis zum 28. März verlängert. Doch es gibt zahlreiche Lockerungen sowie neue Impf- und Teststrategien. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie etwa 2.472.597 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,28 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 71.240 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben (Alle Datenstände: 4. März, 5.20 Uhr)

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 64,7 (Stand 4. März, 5.20 Uhr).

Weltweit gibt es rund 115.128.349 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.558.059 Todesfälle (Stand 4. März, 5.20 Uhr).

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Update, 4. März, 14.31 Uhr: Ministerium: Kommission empfiehlt AstraZeneca auch für Ältere

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca künftig auch für Ältere ab 65 Jahren.

Mehr dazu erfahrt Ihr hier: Impfkommision empfiehlt Astrazeneca-Impfstoff nun auch für Ältere.

Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca wird in einer Arztpraxis aus der Packung entnommen.
Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca wird in einer Arztpraxis aus der Packung entnommen.  © Hannibal Hanschke/REUTERS/Pool/dpa

Update, 4. März, 14.22 Uhr: Wirtschaft will wegen lahmender Impfkampagne selbst impfen

Eine wachsende Zahl großer deutscher Unternehmen will wegen der lahmenden Impfkampagne den Schutz der Mitarbeiter vor dem Coronavirus in die eigenen Hände nehmen.

Dax-Konzerne wie die Allianz und die Deutsche Telekom sind ebenso bereit, die eigenen Belegschaften durch Betriebsärztinnen und -ärzte impfen zu lassen wie die chemische Industrie, der Mischkonzern Baywa oder die den Sparkassen verbundene Versicherungskammer. "Wir stehen zu unserem Angebot, die Impfstrategie durch einen koordinierten Einsatz von Betriebsärzten zu unterstützen", erklärte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger am Donnerstag.

In vielen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden löst der langsame Fortschritt der Impfkampagne wachsenden Ärger aus, da der Lockdown und die Corona-Beschränkungen des Alltags große volkswirtschaftliche Schäden bedeuten.

Ravensburg: Zwei Spritzen mit dem Pfizer-BioNTech-COVID-19-Impfstoff liegen im Kreisimpfzentrum in der Oberschwabenhalle in einer Schale.
Ravensburg: Zwei Spritzen mit dem Pfizer-BioNTech-COVID-19-Impfstoff liegen im Kreisimpfzentrum in der Oberschwabenhalle in einer Schale.  © Felix Kästle/dpa

Update, 4. März, 13.56 Uhr: Curevac produziert künftig auch mit Partner Novartis Impfstoff

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac holt sich mit Novartis den nächsten Partner an Bord. Der Schweizer Konzern werde in die Produktion des Impfstoffkandidaten CVnCoV einsteigen, teilte Curevac am Donnerstag mit.

Die Vorbereitungen für den Produktionsstart, für den Technologietransfer und die Testläufe hätten schon begonnen. Novartis wolle bis zu 50 Millionen Dosen bis Ende 2021 und bis zu rund 200 Millionen Dosen im Jahr 2022 herstellen. Der Beginn der Auslieferungen vom Produktionsstandort in Kundl in Österreich erfolge voraussichtlich ab Sommer 2021.

"Gemeinsam mit unserem neuen Partner können wir unsere Produktionskapazitäten deutlich erhöhen und unser Fertigungsnetzwerk auf eine noch breitere Basis stellen", sagte Curevac-Vorstand Florian von der Mülbe.

Update, 4. März, 13.33 Uhr: Sputnik V bald auch in Deutschland zugelassen?

Die EMA eröffnet ein schnelles Prüfverfahren für den russisches Corona-Impfstoff Sputnik V.

Mehr dazu lest Ihr hier: Sputnik V: Wird der russische Impfstoff bald auch in Deutschland gespritzt?

Sputnik V wird auch außerhalb Russlands verimpft. Hier zum Beispiel in Gaza.
Sputnik V wird auch außerhalb Russlands verimpft. Hier zum Beispiel in Gaza.  © Mohammed Talatene/dpa

Update, 4. März, 13.31 Uhr: Bund: Genug Corona-Schnelltests auf dem Markt

Für die geplanten kostenlosen Corona-Schnelltests durch geschultes Personal als Angebot für alle Bürger sind laut Bundesgesundheitsministerium genug Tests auf dem Markt.

150 Millionen Schnelltests lägen nach Herstellerangaben bereits heute auf Halde und könnten direkt geliefert werden, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Länder und Kommunen müssten diese nur abrufen. Teils geschehe das schon, etwa für Pflegeheime.

Der Bund habe mindestens 800 Millionen Schnelltests über nationale und europäische Rahmenvereinbarungen für dieses Jahr für Deutschland gesichert. Das tatsächliche Marktangebot werde dieses Kontingent bei weitem übertreffen.

Update, 4. März, 13.27 Uhr: Söder: Dritte Corona-Welle rollt

Beim Kampf gegen die Corona-Pandemie ist nach Auffassung von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) die zweite Welle besiegt. Es rolle aber die dritte Welle mit der britischen Virus-Variante, sagte Söder am Donnerstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München. Es müsse gesehen werden, wie kontrollierbar dies sein werde.

Bayern habe von zehn deutschen Corona-Hotspots nach wie vor fünf, sagte Söder. Etwa im Landkreis Cham sei bei 78 Prozent der positiven Test bereits die britische Virusvariante festgestellt worden.

Söder verteidigte die Öffnungsschritte der Ministerpräsidentenkonferenz. Es handele sich nicht um einen Paradigmenwechsel, die Zahl der Neuinfektionen sei nach wie vor die Richtschnur. Es sei bewusst eine Notbremse eingezogen worden.

Update, 4. März, 12.39 Uhr: Zahl der neuen Corona-Infektionen in Europa steigt wieder

Mehr als die Hälfte der Länder in Europa haben in der vergangenen Woche einen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Wie das Europabüro der Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mitteilte, ist die Anzahl der Neuinfektionen um neun Prozent gestiegen. Damit habe der vielversprechende Rückgang der letzten sechs Wochen gestoppt.

Die Virusvariante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien auftrat, sei inzwischen in 43 der 53 europäischen Länder aufgetreten. Die südafrikanische Mutation B.1.351 sei in 26 Ländern, die brasilianische Variante in 15 Ländern gemeldet worden.

Update, 4. März, 12.25 Uhr: Mobilitätsforscher erwarten mehr Ansteckungen bei privaten Treffen

Die von Bund und Ländern beschlossene Lockerung bei privaten Kontakten lässt Berliner Mobilitätsforscher mehr Corona-Ansteckungen in diesem Bereich befürchten.

Dadurch seien viele zusätzliche Infektionen zu erwarten, erklärte Kai Nagel von der TU Berlin am Donnerstag. Nach Simulationen, die unter anderem auf anonymisierten Mobilfunkdaten beruhen, seien private Treffen bereits in den vergangenen Wochen der "kritischste Bereich" gewesen, neben Ansteckungen im eigenen Haushalt.

Es sei zu hoffen, dass die Menschen Besuche in Eigenverantwortung weiterhin reduzierten oder sich dabei absicherten, etwa durch Masken, Schnelltests, Impfung oder Treffen im Freien, betonte Nagel. Aktivitäten außer Haus nähmen seit vergangener Woche laut den Mobilitätsdaten bereits wieder zu.

Bei privaten Treffen sollen die Menschen trotz Lockerungen weiterhin vorsichtig sein und sich an die Corona-Regeln halten.
Bei privaten Treffen sollen die Menschen trotz Lockerungen weiterhin vorsichtig sein und sich an die Corona-Regeln halten.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 4. März, 12.12 Uhr: Kino-Branche: Wiedereröffnung der Kultur weiter vertagt

Die Kino-Branche hat die Bund-Länder-Beschlüsse zur Entwicklung der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie als unzureichend kritisiert. "Letztlich wurde die Wiedereröffnung der Kultur weiter vertagt", sagte Christian Bräuer von der Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde der dpa am Donnerstag in Berlin.

Aus Sicht des Verbandes der Programmkinos gibt es "einfach viel zu viele offene Fragen". So seien Auflagen ungeklärt, etwa die Umsetzung von Schnelltests. Zudem sei dies "ein wichtiges Instrument, wenn es um die höhere Auslastung geht". Wenn im Kino mit Lüftung, Abstand und Maske gesetzt werde müsse, sei dies "doppelt und dreifach gemoppelt".

Update, 4. März, 12.04 Uhr: Bundestag bestätigt "epidemische Lage" wegen Corona-Krise

Der Bundestag hat wegen der Corona-Pandemie weiterhin eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" festgestellt. Einem entsprechenden Antrag der großen Koalition stimmten am Donnerstag auch Grüne und Linke zu. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen.

Diese festgestellte Lage gibt dem Bund besondere Befugnisse, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests und Impfungen. Der Bundestag hatte die "epidemische Lage" erstmals am 25. März 2020 festgestellt und sie im November bestätigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, l) unterhält sich am Rande der 215. Sitzung des Bundestags mit Abgeordneten vor einer namentlichen Abstimmung. Themen sind unter anderen die epidemische Lage von nationaler Tragweite und die Auswirkungen des Lockdowns für die Wirtschaft.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU, l) unterhält sich am Rande der 215. Sitzung des Bundestags mit Abgeordneten vor einer namentlichen Abstimmung. Themen sind unter anderen die epidemische Lage von nationaler Tragweite und die Auswirkungen des Lockdowns für die Wirtschaft.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 4. März, 11.58 Uhr: AfD fordert Lockdown-Ende und Mehrwertsteuersenkung

Die AfD hat im Bundestag die ökonomischen Folgen der Corona-Krise beklagt und ein schnelles Ende des Lockdown gefordert. Außerdem fordere sie eine Senkung der Mehrwertsteuer und eine Kürzung der Zahlungen an die Europäische Union.

Aus den anderen Fraktionen folgte scharfe Kritik.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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