Coronavirus in NRW: Ausgangsbeschränkung in Köln in Kraft getreten

Köln – Nach monatelangem Corona-Lockdown gibt es Pläne zur weiteren Pandemie-Bekämpfung. Wir geben einen Überblick auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Zahl der in sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. (Symbolbild)
Die Zahl der in sieben Tagen gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Der Sieben-Tages-Wert für Corona-Neuinfektionen ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. Er legte von 162,7 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner am Freitag auf 164,5 am Samstag zu, wie das Robert-Koch-Institut meldete. 5222 Menschen infizierten sich demnach im Bundesland binnen 24 Stunden neu, 41 Todesfälle wurden in der Zeit gemeldet.

14 von 53 Städten und Kreisen in NRW lagen am Samstag oberhalb der 200er-Marke - an der Spitze Remscheid mit einer weiter gestiegenen Inzidenz von 353 (Vortag 336,8). Bei einer Inzidenz über 200 darf es in den Schulen keinen Präsenzunterricht mehr geben. Ausnahmen für Abschlussklassen und Notbetreuung sind möglich.

Nur noch drei Kommunen liegen unter der 100er-Schwelle, die schon eine Alarm-Marke für erweiterte Schutzvorkehrungen ist: die Kreise Höxter und Coesfeld und die Stadt Bottrop mit der zurzeit entspanntesten Corona-Lage.

NRWs größte Stadt Köln verzeichnete eine Inzidenz von 172,4. Dort - wie in mehreren weiteren NRW-Kommunen - waren Samstagfrüh nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten.

Insgesamt haben sich in NRW seit Ausbruch der Pandemie fast 675.000 Menschen infiziert. 14.854 Todesfälle wurden bis Samstagfrüh gemeldet.

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Update, 17. April, 16.56 Uhr: Kreis Gütersloh bleibt bei Distanzunterricht - Einigung mit Land

Der Kreis Gütersloh darf wegen seiner hohen Coronazahlen nun doch beim Distanzunterricht in seinen Schulen bleiben. Eine entsprechende Allgemeinverfügung des Kreises sei vom Land akzeptiert worden, teilte der Kreis am Samstag mit. Er hatte am Samstagfrüh einen Inzidenzwert von 188. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Wert in den kommenden Tagen auf über 200 steige, teilte der Kreis mit.

Ab einem Wert von 200 ist Präsenzunterricht untersagt. Der Kreis wolle Verunsicherung der Schüler verhindern, wenn sie für nur wenige Tage in die Schulen kommen und dann - nach dem weiteren Ansteigen der Corona-Zahlen - doch wieder von zu Hause lernen müssten.

Das Land NRW hatte einen entsprechenden Vorstoß des Kreises Gütersloh noch vor wenigen Tagen abgelehnt. Inzwischen erlaubt eine Landesverordnung aber Kommunen, die noch knapp unter einer Inzidenz von 200 liegen, bereits vorausgreifend den Präsenzunterricht zu stoppen.

Update, 17. April, 15.30 Uhr: Inzidenzzahl in Köln bei 172,4

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 172,4 und die Reproduktionszahl bei 1,02. 322 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 116 auf Intensivstationen.

Dem Gesundheitsamt wurden seit gestern keine weiteren Verstorbenen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Aktuell sind 3163 Kölner mit dem Corona-Virus infiziert.

Update, 17. April, 12.22 Uhr: Städte- und Gemeindebund NRW fordert finanzielle Hilfen für Kommunen

Der Städte- und Gemeindebund NRW verlangt in der Corona-Krise einen weiteren Rettungsschirm für Kommunen. "Trotz der Hilfen von Bund und Land aus 2020 geraten Kommunen finanziell zunehmend in eine bedrohliche Schieflage", sagte Hauptgeschäftsführer Christof Sommer dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Laut einer Haushaltsumfrage unter den Mitgliedern werden sich die durch die Pandemie verursachten Schäden 2021 auf 1,34 Milliarden Euro belaufen - mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Bund und Land müssten handeln, sonst gehe den Städten und Gemeinden "die Luft aus", warnte Sommer.

Nur noch 70 von 360 der befragten Kommunen und damit lediglich knapp 20 Prozent schaffen der Ergebung zufolge einen echten Haushaltsausgleich ohne Reduzierung ihres Eigenkapitals, wie ihn das Haushaltsrecht vorschreibt.

Update, 17. April, 12.17 Uhr: Energiekonzern RWE will Beschäftigte gegen Corona impfen

Laut RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz sollen die Beschäftigten des Energiekonzerns in den nächsten Wochen geimpft werden.
Laut RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz sollen die Beschäftigten des Energiekonzerns in den nächsten Wochen geimpft werden.  © Marcel Kusch/dpa

Der Energiekonzern RWE steht in den Startlöchern, um Beschäftigte gegen das Coronavirus zu impfen. "RWE könnte nächste Woche loslegen – wenn es Impfstoff für die Betriebe gibt", sagte Vorstandschef Rolf Martin Schmitz der Rheinischen Post.

"Unsere 17 Betriebsärzte stehen bereit, sie könnten 80 bis 100 Mitarbeiter am Tag impfen. Dann wären wir in zwei Wochen mit der Belegschaft durch und würden anschließend anbieten, die Familien der Mitarbeiter zu impfen." An vielen Standorten seien Test- und Impfstraßen schon eingerichtet.

Zudem seien zahlreiche Schnelltests und Selbsttests geordert worden, damit sich alle Mitarbeiter, die nicht von zu Hause arbeiten, regelmäßig testen könnten. Von einer Testpflicht für Unternehmen halte er jedoch nichts, sagte Schmitz.

Schmitz kritisierte die deutsche Impfkampagne. Es werde zunehmend schwieriger, Verständnis aufzubringen. "Warum hat man die Hausärzte nicht früher einbezogen? Warum gibt es immer noch nicht genug Impfstoff?" Großbritannien habe es besser gemacht, "dort sind viele unserer Kollegen bereits geimpft".

Auch zahlreiche andere Unternehmen signalisierten in den vergangenen Tagen ihre Bereitschaft, Mitarbeiter von Betriebsärzten impfen zu lassen. Mehr als Pilotprojekte sind aber bisher nicht absehbar.

Denn auf die Forderung, Impfungen in Betrieben rasch voranzutreiben, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zuletzt mehrmals auf den wenigen verfügbaren Impfstoff verwiesen. Die Betriebsärzte sollten nach Hausärzten in die Impfaktion einsteigen.

In dieser Woche griff Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Forderung auf und schlug Beratungen zwischen Bund und Ländern vor. Spahn hatte mit Blick auf die Rangfolge gesagt, er finde es schwierig, jüngere Mitarbeiter von Unternehmen zu impfen, solange die Älteren noch nicht geschützt seien.

Update, 17. April, 11 Uhr: 14 NRW-Kommunen über 200er-Inzidenz

Der Sieben-Tages-Wert für Corona-Neuinfektionen ist in Nordrhein-Westfalen weiter gestiegen. Er legte von 162,7 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner am Freitag auf 164,5 am Samstag zu, wie das Robert-Koch-Institut meldete. 5222 Menschen infizierten sich demnach im Bundesland binnen 24 Stunden neu, 41 Todesfälle wurden in der Zeit gemeldet.

14 von 53 Städten und Kreisen in NRW lagen am Samstag oberhalb der 200er-Marke - an der Spitze Remscheid mit einer weiter gestiegenen Inzidenz von 353 (Vortag 336,8). Bei einer Inzidenz über 200 darf es in den Schulen keinen Präsenzunterricht mehr geben. Ausnahmen für Abschlussklassen und Notbetreuung sind möglich.

Nur noch drei Kommunen liegen unter der 100er-Schwelle, die schon eine Alarm-Marke für erweiterte Schutzvorkehrungen ist: die Kreise Höxter und Coesfeld und die Stadt Bottrop mit der zurzeit entspanntesten Corona-Lage. NRWs größte Stadt Köln verzeichnete eine Inzidenz von 172,4. Dort - wie in mehreren weiteren NRW-Kommunen - waren Samstagfrüh nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten.

Insgesamt haben sich in NRW seit Ausbruch der Pandemie fast 675.000 Menschen infiziert. 14.854 Todesfälle wurden bis Samstagfrüh gemeldet.

Update, 17. April, 7.33 Uhr: Ausgangsbeschränkung in Köln in Kraft getreten

In Köln ist am Samstag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung in Kraft getreten. Sie gilt bis auf weiteres von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Nach Angaben von Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat es das seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben. Die hohen Corona-Zahlen und die Auslastung der Intensivstationen machten die Maßnahme unumgänglich, sagte die parteilose Politikerin.

Künftig darf man nachts nur noch mit triftigem Grund die Wohnung verlassen, etwa wenn man zum Arzt muss, dienstliche Tätigkeiten ausübt oder Kranke begleitet. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 250 Euro geahndet.

Auch im Oberbergischen Kreis trat am Samstag eine nächtliche Ausgangsbeschränkung in Kraft. Damit gilt diese nun in sieben Kommunen in NRW. Außer Köln und dem Oberbergischen Kreis sind dies Minden-Lübbecke, Siegen-Wittgenstein, der Märkische Kreis, Remscheid und Hagen. Wuppertal will am Montag folgen.

Update, 16. April, 17.25 Uhr: 3.057 Kölner mit Coronavirus infiziert

Mit Stand Freitag, 16. April 2021, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 42.792. (Vortag: 42.543) bestätigten Coronavirus-Fall, wie die Stadt am Nachmittag mitteilte.

Die Inzidenzzahl liegt in Köln aktuell bei 162,7 und die Reproduktionszahl bei 1,12.

323 Personen befinden sich derzeit im Krankenhaus in stationärer Quarantäne, davon 115 auf Intensivstationen, hieß es.

Aktuell sind 3.057 Kölner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

Außerdem teilte die Stadt mit, dass das Impfzentrum am Samstag, 17. April 2021, nur eingeschränkt erreichbar ist. Eine Anfahrt von der Opladener Straße und dem Stadthaus-Tunnel zum Impfzentrum ist über die ausgeschilderten Umleitungen möglich.

Auch der ÖPNV auf den Stadtbahnlinien 3 und 4 ist eingeschränkt. Die aus Bocklemünd/Mengenich kommenden Bahnen fahren lediglich bis zur Haltestelle "Suevenstraße" in Deutz.

Die aus Thielenbruch und Schlebusch kommenden Bahnen fahren bis zur Haltestelle "Koelnmesse". Es werden Ersatzbusse mit der Linienkennung "103" eingesetzt,.

Update, 16. April, 16.23 Uhr: Maske, Abstand und Rechts-Geh-Verkehr: Neue Markierungen am Rheinufer

Die Landeshauptstadt Düsseldorf setzt statt Absperrungen auf weitere Maskenpflicht-Hinweise am viel besuchten Rheinufer. Am Freitag wurden dafür 30 Symbole auf dem Boden markiert, die zudem an Abstand und Rechts-Geh-Verkehr erinnern sollen.

"Ich möchte alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer bitten, die Maskenpflicht konsequent zu beachten, um der weiteren Ausbreitung von Corona-Infektionen entgegenzuwirken", sagte Oberbürgermeister Stephan Keller (50, CDU).

Die Maskenpflicht gilt in der bekannten Altstadt und am Rheinufer zunächst weiter und bis einschließlich zum 25. April täglich von 10 bis 1 Uhr.

Update, 16. April, 15.47 Uhr: Steinmeier stellt Kerze ins Fenster, Gedenken an Pandemie-Opfer in NRW

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65, SPD) hat die Aktion "#lichtfenster" ins Leben gerufen, um der Verstorbenen in der Corona-Pandemie zu gedenken.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65, SPD) hat die Aktion "#lichtfenster" ins Leben gerufen, um der Verstorbenen in der Corona-Pandemie zu gedenken.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten aller 16 Bundesländer haben ihre Bürger zu einem Zeichen der Solidarität mit den Verstorbenen in der Corona-Pandemie aufgerufen.

Sie appellierten am Freitag gemeinsam an die Menschen, zum Gedenken von Freitag bis Sonntag abends jeweils Kerzen in die Fenster zu stellen und sich damit an der Aktion "#lichtfenster" von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (65, SPD) zu beteiligen.

"Auch in Nordrhein-Westfalen leuchten Kerzen zur Erinnerung an jene Menschen, die wir an das Corona-Virus verloren haben", erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU) in dem gemeinsamen Aufruf.

"Unsere Gedanken sind bei allen, die um geliebte Menschen trauern. Mögen die Kerzen ihnen Hoffnung und Zuversicht spenden und unsere tiefe Anteilnahme an ihrem Leid ausdrücken."

Update, 16. April, 15.07 Uhr: NRW-Modellprojekte können nicht pünktlich starten

Die NRW-Modellprojekte für Lockerungen in den Bereichen Gastronomie, Kultur und Sport können wegen zu hoher Corona-Infektionszahlen nicht pünktlich starten. Keine der Kommunen, die ab 19. April den Anfang machen sollen, kann wie geplant das Vorhaben umsetzen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Freitag ergab.

Von den Projekten, bei denen digitale Lösungen unter anderem die Kontakt-Nachverfolgung bei Infektionen erleichtern sollen, werden Rückschlüsse für das ganze Land erhofft.

Von Montag an sollte ursprünglich der erste Teil der 14 Modell-Kommunen loslegen können, das öffentliche Leben im kleinen Stil wieder etwas hochzufahren. Das sind die Nachbarkreise Coesfeld und Warendorf als gemeinsames Projekt, Ahaus, die Städte Münster und Mönchengladbach, der Kreis und die Stadt Paderborn sowie der Kreis Soest mit Soest und Lippstadt.

Nach anderen Kommunen gab der Kreis Soest bekannt, dass die Projekte zur Öffnung der Außengastronomie, die in Lippstadt und Soest am Donnerstag beginnen sollten, verschoben werden müssten.

Kontrollierte Öffnungsschritte in den Projektregionen sind jedoch nur zulässig, wenn die Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - im Kreis oder in der kreisfreien Stadt spätestens zu Beginn des Modellprojekts höchstens 100 beträgt.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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