Coronavirus: Österreich will sich bei Impfstoffen nicht mehr auf EU verlassen

Deutschland/Welt - Während der Immobilienverband baldige Öffnung für den Handel fordert, warnen Ärzte vor unkoordinierten Lockerungen. Wie es nach dem 7. März - solange dauert der Corona-Lockdown vorerst - weitergeht, berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch. Die aktuellen Entwicklungen zu Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").
Weiterhin gilt: "Stay Home - Life is beautiful" ("Bleib zu Hause, das Leben ist schön").  © dpa/AP/Marcio Jose Sanchez

Laut der Johns-Hopkins-Universität sind seit Beginn der Pandemie etwa 2.455.569 nachgewiesene Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 in Deutschland aufgetreten (Stand: 2. März, 6.50 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Mehr als 2,26 Millionen der Infizierten sollen wieder genesen sein.

Insgesamt 70.266 Menschen sind hierzulande außerdem mit oder an dem Virus verstorben.

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert beträgt laut Robert-Koch-Institut bundesweit 65,4 (Stand 2. März, 6.50 Uhr).

Weltweit gibt es rund 114.417.054 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 2.537.563 Todesfälle (Stand 2. März, 6.50 Uhr).

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Update, 2. März, 12.58 Uhr: Österreich will sich bei Impfstoffen nicht mehr auf EU verlassen

Österreich will sich bei Impfstoffen gegen das Coronavirus nicht mehr auf die EU verlassen. Die Europäische Arzneimittelagentur sei zu langsam bei den Zulassungen für Impfstoffe, erklärte Kanzler Sebastian Kurz (34) am Dienstag in Wien.

Österreich werde deshalb eng mit Dänemark und Israel bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen der zweiten Generation gegen mögliche Virus-Varianten zusammenarbeiten, so Kurz im Vorfeld eines für Donnerstag geplanten Israel-Besuchs.

Die Präsidentin des österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, erklärte im ORF-Radio, es sei wichtig, lokal eine Impfstoffproduktion zu haben. Zwar dauerten die Errichtung oder auch nur die Umrüstung einer Produktionsstätte Monate bis viele Jahre. Es sei aber sinnvoll, längerfristig zu denken und für künftige Pandemien gerüstet zu sein.

Update, 2. März, 12.52 Uhr: Laut RKI bundesweit Fünf-Prozent-Marke bei Corona-Impfungen erreicht

Mehr als zwei Monate nach Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus haben rund fünf Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Dosis erhalten. Den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge wurden bislang etwa 6,4 Millionen Dosen des Impfstoffs verabreicht (Stand 2.3., 8 Uhr).

Davon haben rund 4,2 Millionen Menschen eine Erstimpfung und fast 2,2 Millionen bereits die Zweitimpfung bekommen. Zum zweiten Mal wurden im Bundesdurchschnitt bisher 2,6 Prozent der Einwohner gepikst.

Bei den Erstimpfungen führt Thüringen die Liste im Ländervergleich mit einer Quote von 5,7 Prozent an, Brandenburg ist mit 4,3 Prozent bislang das Schlusslicht. Bei den Zweitimpfungen liegt Rheinland-Pfalz (3,4 Prozent) vorn, die kleinste Quote haben derzeit Hessen und Niedersachsen (2,2 Prozent).

Geimpft wurden in Deutschland bisher vor allem alte Menschen, Personal in Krankenhäusern und Altenheimen sowie Pflegeheimbewohner.
Geimpft wurden in Deutschland bisher vor allem alte Menschen, Personal in Krankenhäusern und Altenheimen sowie Pflegeheimbewohner.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 2. März, 12.50 Uhr: Intensivbetten fast komplett belegt - Athener Krankenhäuser am Limit

Die rund 400 Intensivbetten im Großraum Athen sind zu 93 Prozent belegt. Demnach stehen für die rund vier Millionen Einwohner nur noch 26 freie Betten zur Verfügung, wie der Nachrichtensender Skai am Dienstag berichtete. Zum Vergleich: Im einwohnermäßig nur etwas kleineren Berlin gibt es laut der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 1148 Intensivbetten, von denen 1008 belegt sind.

Der Großraum Athen und viele andere Gegenden in Griechenland befinden sich seit Wochen in einem harten Lockdown, der jedoch die Zahl der Neuinfektionen nicht so stark gesenkt hat wie erhofft. Dass der Lockdown am Wochenende aufgehoben wird, ist deshalb nach Aussagen von Regierungschef Kyriakos Mitsotakis ziemlich unwahrscheinlich. Vielmehr dürften die Maßnahmen noch bis Mitte März verlängert werden, spekulierten griechische Medien.

Update, 2. März, 12.47 Uhr: Bundestag soll "parlamentarisches Begleitgremium" zu Corona bekommen

Der Bundestag soll nach den Vorstellungen von Union und SPD mithilfe eines neuen Gremiums mehr Mitsprachemöglichkeiten beim Kampf gegen die Corona-Pandemie erhalten. Dazu soll ein "Parlamentarisches Begleitgremium Covid-19-Pandemie" eingesetzt werden, wie aus einem Antrag der Koalitionsfraktionen hervorgeht.

Darin heißt es: "Das interdisziplinäre Gremium soll aktuelle sowie künftige gesundheitliche und soziale Fragen der Bewältigung der Covid-19-Pandemie behandeln und gibt auf wissenschaftlicher Grundlage Handlungsempfehlungen."

Das Gremium soll ein Unterausschuss des Gesundheitsausschusses werden, aus 21 Abgeordneten bestehen und externe Sachverständige einbeziehen.

Update, 2. März, 12.40 Uhr: Mallorcas Gastwirte empfangen nach sieben Wochen wieder Gäste

Nach einer siebenwöchigen Corona-Zwangsschließung haben die Gastwirte auf Mallorca erstmals wieder Gäste empfangen.

In Folge einer deutlichen Verbesserung der Pandemie-Lage auf der spanischen Urlaubsinsel dürfen sie seit Dienstag wieder öffnen - vorerst allerdings nur die Außenbereiche. Spätestens um 17 Uhr müssen alle Restaurants, Cafés und Kneipen wieder schließen. Zudem dürfen vorerst lediglich höchstens 50 Prozent der Tische draußen aufgestellt werden - bei einer Besetzung von maximal je vier Personen aus höchstens zwei verschiedenen Haushalten.

Nach einer siebenwöchigen Corona-Zwangsschließung haben die Gastwirte auf Mallorca erstmals wieder Gäste empfangen.
Nach einer siebenwöchigen Corona-Zwangsschließung haben die Gastwirte auf Mallorca erstmals wieder Gäste empfangen.  © Clara Margais/dpa

Update, 2. März, 12.27 Uhr: Kubicki: Schließung des Einzelhandels durch FFP2-Masken überflüssig

Vor der neuen Bund-Länder-Runde zum Vorgehen in der Corona-Pandemie dringt der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki (68) auf Lockerungen für den Einzelhandel.

Die Bundesregierung habe bisher erklärt, dass FFP2-Masken vor einer Infektion ausreichend schützten, also müssten sie auch in Geschäften des Einzelhandels schützen, sagte der Vizepräsident des Bundestags am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Deshalb gibt es keine logische Begründung mehr dafür, große Teile des Einzelhandels immer noch weiter im Lockdown zu belassen."

"Die Schließung ist bei Gebrauch der Masken weder geeignet noch erforderlich, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern", betonte Kubicki. Die bloße Reduzierung von Kontakten verliere ihren Sinn, wenn Ansteckungen nicht möglich seien.

"Nicht Corona hält uns im Lockdown, sondern diese Bundesregierung, weil sie seit Monaten zu unfähig ist, ausreichend Masken, ausreichend Schnelltests und ausreichend Impfstoff zur Verfügung zu stellen", sagte Wolfgang Kubicki (68, FDP) am Dienstag.
"Nicht Corona hält uns im Lockdown, sondern diese Bundesregierung, weil sie seit Monaten zu unfähig ist, ausreichend Masken, ausreichend Schnelltests und ausreichend Impfstoff zur Verfügung zu stellen", sagte Wolfgang Kubicki (68, FDP) am Dienstag.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 2. März, 11.30 Uhr: Lockdown bis zu den Osterferien geplant

Offenbar will Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) den Lockdown bis zum 28. März 2021 verlängert. Das geht aus einer Beschlussvorlage vor dem Gipfel mit den Ministerpräsidenten am morgigen Mittwoch hervor, die TAG24 vorliegt.

Mehr zu diesem Thema lest Ihr im TAG24-Artikel "Lockdown bis zu den Osterferien? Das plant Merkel jetzt".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will den bundesweiten Lockdown bis zu den Osterferien verlängern.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) will den bundesweiten Lockdown bis zu den Osterferien verlängern.  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Update, 2. März, 10.45 Uhr: Arbeitslosigkeit im Februar leicht gestiegen

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im Februar wegen der Corona-Pandemie saisonuntypisch leicht gestiegen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren 2,904 Millionen Menschen ohne Job, 4000 mehr als im Januar und 509.000 mehr als im Februar 2020. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent.

In normalen Jahren sinkt die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Februar im Vergleich zum Januar leicht, weil erste negative Winter-Effekte um diese Zeit abklingen. "Einzelne Branchen spüren die Folgen des Lockdowns", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele am Dienstag in Nürnberg. In die Februar-Statistik flossen Daten ein, die bis zum 11. Februar erhoben wurden.

Die Kurzarbeit sichere weiter in großem Umfang Beschäftigung und verhindere Arbeitslosigkeit, sagte Scheele. Zwischen dem 1. und dem 24. Februar seien bei der Bundesagentur Kurzarbeitsanzeigen für 500.000 Personen eingegangen. Das Niveau sei seit November 2020 wieder erhöht, vor allem wegen der Schließungen im Einzelhandel und im Gastgewerbe.

Update, 2. März, 10.41 Uhr: WHO hält Ende der Corona-Pandemie in diesem Jahr für unrealistisch

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Corona-Pandemie. "Es wäre sehr verfrüht und unrealistisch zu glauben, dass wir bis Ende des Jahres mit diesem Virus fertig werden", sagte WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Montagabend in Genf. Bei klugem Handeln könnten jedoch "die Krankenhauseinweisungen, die Todesfälle und die Tragödie beendet werden, die mit dieser Pandemie einhergehen".

Der Fokus der WHO sei weiter darauf gerichtet, die Infektionen so gering wie möglich zu halten und so viele Menschen wie möglich zu impfen. Im Vergleich zu vor zehn Wochen sei die Situation viel besser, sagte Ryan mit Blick auf die Auslieferung erster Impfstoffe gegen das Virus. "Noch stehen wir aber vor einer großen Herausforderung", betonte er.

Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.
Noch habe das Virus die Oberhand. Die Kontrolle über die Pandemie könne aber beschleunigt werden, wenn die Impfstoffe begännen, sich signifikant auf die Übertragungsdynamik und das Übertragungsrisiko auszuwirken.  © Al-Hadji Kudra Maliro/AP/dpa

Update, 2. März, 9.19 Uhr: Verschärfte Einreiseregeln für französisches Gebiet Moselle

Mit der Einstufung der französischen Grenzregion Moselle als sogenanntes Virusvariantengebiet seit Dienstag gelten strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Menschen aus dem Département müssen künftig bei der Einreise in das angrenzende Rheinland-Pfalz und Saarland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Dies gilt auch für Pendler.

Die Bundespolizei kontrolliert die verschärfte Testpflicht stichprobenartig im Grenzgebiet an die Region Moselle in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Grenzkontrollen auf der Grenzlinie wird es nicht geben.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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