Kurzfristige Änderung der Route: Pro-Palästina-Demo zieht doch nicht durch Connewitz

Leipzig - Der vom Verfassungsschutz als "aufgeheizt" prognostizierte Demo-Samstag in Leipzig könnte doch friedlicher ablaufen als zunächst befürchtet.

Die ersten Demonstrierenden fanden sich am Mittag in Connewitz ein.
Die ersten Demonstrierenden fanden sich am Mittag in Connewitz ein.  © Silvio Bürger

Über die Leipziger Stadtgrenzen hinaus war die linke Szene in den vergangenen Wochen zur Teilnahme an der "Anfita means Free Palestine"-Demo in Connewitz mobilisiert worden.

Dem Aufzug stehen verschiedene pro-israelische Demos gegenüber, weshalb die Behörden vor möglichen gewaltvollen Ausschreitungen beim Aufeinandertreffen der beiden gegnerischen Lager gewarnt hatten.

Insgesamt werden mehr als 3000 Teilnehmende erwartet. Aufgrund einer kurzzeitigen Sperrung des Hauptbahnhofs kam es allerdings zu zahlreichen Verzögerungen bei der Anreise.

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Wie sich außerdem herausstellte, könnte der Samstag weitaus weniger konfrontativ ablaufen als erwartet: Laut den Co-Veranstaltern Handala sei die ursprüngliche "Free Palestine"-Demo-Route durch Connewitz von der Stadt Leipzig in Hinblick auf die Gefahrenlage "untersagt" worden.

Der Aufzug soll sich nun nicht in Richtung Süden, sondern über die Karli bis zum Augustusplatz bewegen. Die für 13 Uhr angesetzte Kundgebung am Connewitzer Kreuz soll trotzdem wie geplant stattfinden. Zumindest hier werden die beiden gegnerischen Lager also direkt aufeinandertreffen.

Hunderte sich mit Israel solidarisierende Demonstrierende wollen sich dem "Free Palestine" entgegenstellen.
Hunderte sich mit Israel solidarisierende Demonstrierende wollen sich dem "Free Palestine" entgegenstellen.  © Silvio Bürger
Auch die Linke-Abgeordnete Juliane Nagel (47) ist vor Ort. Der Pro-Palästina-Demo steht sie kritisch gegenüber.
Auch die Linke-Abgeordnete Juliane Nagel (47) ist vor Ort. Der Pro-Palästina-Demo steht sie kritisch gegenüber.  © EHL Media
Neben Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, 2.v.l.) verschaffte sich auch Leipzigs Polizeipräsident René Demmler (50, M.) einen Überblick über die Lage.
Neben Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU, 2.v.l.) verschaffte sich auch Leipzigs Polizeipräsident René Demmler (50, M.) einen Überblick über die Lage.  © Silvio Bürger

Laut der Leipziger Stadtverwaltung handele es sich bei der Routen-Änderung nicht etwa um eine "Untersagung", sondern um das "Ergebnis eines Kooperationsgesprächs" mit den Demo-Anmeldern. Die sächsische Polizei sprach sogar von einem "Wunsch der Anmelderin". "Von Wunsch kann keine Rede sein", hält Handala dagegen.

Titelfoto: Montage Silvio Bürger

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