Faszinierende Türmchen am Elbufer: Wo die Carolabrücke stand, lockt jetzt die Spur der Steine

Dresden - Wer über die Neustädter Elbwiesen flaniert, kommt spätestens am Königsufer unweigerlich zum Stehen: Hunderte sorgfältig gestapelte Steine ragen dort in den Himmel. Nur wenige Zentimeter neben dem Uferrand reihen sich die Steindauben nacheinander auf – schon fast wie eine Mauer.

Beim Anblick der Steintürmchen am Neustädter Elbufer griff Andreas Künanz (51) gleich zu seinem Smartphone.  © Eric Münch

Dort, wo sonst Roland Kaiser (73) die Massen anlockt, sorgt nun die Spur der Steine für Aufsehen. Trotz ihres weichen Untergrunds wirken die Steintürme äußerst stabil.

Auch die Tierwelt schien die Neuheit einmal gründlich unter die Lupe nehmen zu wollen: So landen beispielsweise Raben oder Schmetterlinge auf den bis zu 1,60 Meter hohen Steinmännchen, um sich anschließend zu sonnen.

"Ich wandere leidenschaftlich gern und entdecke dabei immer mal wieder solche Türmchen", erklärt die Dresdnerin Regina Glasz (79). Umso erstaunter war die Rentnerin, als die Cairns (von Menschen errichtete Steinhaufen) plötzlich mitten in der Großstadt auftauchten. "Für mich ist die Aktion sehr gelungen."

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Und tatsächlich ist das sogenannte "Stone Balancing" keine Seltenheit. Ob auf Wanderwegen, am Strand oder an den abgelegensten Orten, zahlreiche Menschen nutzen das Bauen solcher Steintürme als eine Art Meditation – doch ihre Ursprungsfunktion war eine andere.

So dienten die ansehnlichen Figuren etwa als Wegweiser oder Grenzmarkierungen. Wer also das nächste Mal in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, sollte seine Augen offen halten.

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Dresdner Steintürme werden wohl nicht ewig an Ort und Stelle stehen

"In dieser schwierigen Zeit sind solche Anblicke Gold wert – so etwas erhellt den Alltag", betont Silvia Pfütze (53), die aus Zufall mit ihrem Fahrrad an der Installation vorbeifuhr. "Meine Tochter hat mir davon erzählt und ich wollte mir die Kunstwerke einmal selbst ansehen", berichtet der Leipziger Andreas Künanz (51).

Wie lange die filigranen Steindauben Bestand haben, ist jedoch ungewiss. Spätestens mit dem geplanten Wiederaufbau der Carolabrücke ab Sommer 2028 dürfte deren Ende besiegelt sein ...

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