"Ich war mal Thomas Müller 1.0": WM-Sieger Littbarski über Clowns, Matthäus und Kaiser Franz

München - Der 1990er-Weltmeister Pierre Littbarski (65) steckt aktuell offenbar voller Tatendrang. In wenigen Tagen führt er ein Theaterstück auf, ist aktuell in der Kino-Doku "Ein Sommer in Italien - WM 1990" zu sehen, war bei Stefan Raab und hat sich Zeit für ein Playboy-Interview genommen. Darin sagt er: "Ich war mal Thomas Müller 1.0." Und genau das sei auch ein Problem.

Bewegt sich aktuell zwischen Bühnenprobe, Scheidung und Playboy-Interview: Ex-WM-Sieger Pierre Littbarski (65).  © Playoff/Michael Loewa/Laif

Nicht, weil er den Kult-Bayern Müller nicht mögen würde. Der Vergleich basiert auf dem spitzbübischen Spaßvogel-Image, das beide haben.

"Ich habe immer versucht, die Tragödie mit einer Komödie zu überspielen. Und ich glaube, dass Humor dich gut durchs Leben trägt. Aber es gibt schon Sachen, die mich geärgert haben", so Pierre Littbarski in der deutschen Playboy-Ausgabe.

Genau das ist auch der Reizpunkt. Seine ganze Karriere über wurde er als Clown abgestempelt. Dabei sah er seinen Humor immer als wichtiges Talent.

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"Ich war mal Thomas Müller 1.0. Der hat auch das Gespür, was man dem Team geben muss, um für gute Stimmung zu sorgen. Aber deshalb ist er für mich kein Clown. Und dieses Abstempeln hat mir lange Zeit wehgetan", erzählt er 65-Jährige.

Sein Ziel war nie, der Kasper zu sein. Er wollte die Stimmung im Team aufheitern. Das käme von Natur aus, aus ihm heraus. "Das kann man nicht lernen", so der einstige Offensivstar.

In seinem Privatleben wird er sich vermutlich auch seinen Humor weiter bewahren müssen. Denn in dieser Woche wurde bekannt, dass er sich nach über 30 Jahren Ehe scheiden lassen werde.

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"Litti" über Beckenbauer: "Ich habe das hundertmal versucht, aber nie geschafft"

Littbarski (l.) feierte Mitte März im Mathäser Filmpalast in München – hier neben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59) - die Premiere der Dokumentation "Ein Sommer in Italien - WM 1990".  © Sven Hoppe/dpa

In dem Interview spricht er auch über die Hassliebe der damaligen Nationalmannschaft zwischen den Konkurrenten Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann, die sich im Training prügelten und im Spiel jubelnd in den Armen lagen.

Über Franz Beckenbauer, der "Litti" mit einer einzigen Aktion zutiefst beeindrucken konnte. "Matthäus hatte im Training die Angewohnheit, dass er immer versucht hat, aus 30, 40 Metern Leute abzuschießen, die in der Gruppe zusammenstanden. Franz und ich standen also da, unterhielten uns, und plötzlich kam von der Seite dieser Ball angeflogen", erinnert er sich.

"Ich habe keine Ahnung, wie Franz ihn sah, aber er drehte sich kurz minimal zur Seite, stoppte den Ball so, dass er auf seinem rechten Außenrist liegen blieb - wirklich liegen blieb - und sprach einfach weiter. Ich habe das hundertmal versucht, aber nie geschafft."

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An seinem 66. Geburtstag, den er am 16. April feiern wird, steht er auf der Bühne. Mit seinem Programm "Litti macht Theater" tritt er um 20 Uhr im Kulturzentrum Stollwerck in Köln auf.

Der aktuelle Playboy, unter anderem mit "Sporty Spice" Melanie C. und als Coverstar "Goodbye Deutschland!"-Stammgast Nicole Töpperwien, ist ab sofort im Handel erhältlich.

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