Sie hatte sich über Israel-Teilnahme beschwert: Sängerin gewinnt ESC-Simulation
Wien (Österreich) - In zwei Monaten wird in Wien der Sieger des "Eurovision Song Contest" (ESC) gekürt. Schenkt man einem Vorhersage-Tool Glauben, wird der Rekordgewinner des Wettbewerbs triumphieren.
Gemeinsam mit Irland hat Schweden den ESC bislang siebenmal gewonnen. Zuletzt gewann Loreen (42) mit dem Titel "Tattoo" 2023 in Liverpool.
Drei Jahre später holt Felicia Eriksson (24) den Titel in ihr Heimatland. Das zumindest geht aus dem Tool "The Model" hervor, das jetzt beide Halbfinals (12. und 14. Mai) sowie das Finale (16. Mai) simuliert hat.
Mit insgesamt 407 Punkten werde sich demnach die etwas hüftsteife EDM-Sängerin mit der Mundmaske und dem Song "My System" durchsetzen. Während der Track demnach Jurysieger wird, landet er beim Televoting hinter Israel (Noam Bettan - "Michelle", 277 Punkte) und Finnland (Linda Lampenius & Pete Parkkonen - "Liekinheitin", 256) nur auf dem dritten Platz.
Da Israel und Finnland aber laut "The Model" eine deutlich schwächere Platzierung der Jury zu erwarten haben, reicht es für Felicia zum ESC-Sieg 2026.
ESC 2026: Felicia möchte "dafür sorgen", dass Israel nicht gewinnt
Felicia, Siegerin der schwedischen Version von "The Masked Singer" 2024, wurde als Kunstfigur "Fröken Snusk" (deutsch: "Fräulein Schmutzig") bekannt. Die Songtexte wurden mehrfach als sexistisch und homophob kritisiert. Im vergangenen Jahr wurde die Sängerin ersetzt, startete eine Solokarriere.
Nach ihrem Sieg im schwedischen ESC-Vorentscheid "Melodifestivalen" am 7. März äußerte die 24-Jährige in einem Interview Kritik an der Teilnahme Israels.
"Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, dass Israel teilnimmt", soll sie gesagt haben. Sie habe darüber nachgedacht, wie sie mit der Teilnahme des Landes, das sich im Krieg mit Palästina befindet, umgehen "und ob ich überhaupt antreten soll. Aber ich habe mich entschieden. Ich gehe hin und dann werde ich dafür sorgen, dass sie nicht gewinnen."
Im Krieg befindliche Nationen hatten in den vergangenen Jahren besonders bei den Zuschauern große Zustimmung erfahren. Die Ukraine gewann drei Monate nach Beginn des russischen Angriffskrieges 2022 (Kalush Orchestra - "Stefania") dank des Televotes.
Ein Jahr später wurde der ukrainische Beitrag Tvorchi ("Heart Of Steel") dank der Zuschauer Sechster.
Eurovision Song Contest: Live-Performance von Felicia mit "My System"
Auch Israel profitiert beim ESC von den Zuschauer-Votings. 2024 erhielt "Hurricane" von Eden Golan die zweitmeisten Zuschauer-Stimmen, wurde durch eine deutlich schwächere Jury-Bewertung aber nur Fünfte. 2025 gewann "New Day Will Rise" von Yuval Raphael zwar das Televoting, wurde bei der Jury aber nur Fünfzehnte - und dennoch insgesamt Zweite hinter Sieger JJ ("Wasted Love").
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