Leipzig - Vier Jahre dauert der Krieg in der Ukraine schon an. Die ukrainische Werksfluggesellschaft Antonov macht nun Nägel mit Köpfen und hat in Leipzig mit dem Bau ihrer neuen Homebase begonnen. Der Wartungshangar für die größten Transportflugzeuge der Welt soll 2027 fertig sein.
Im Norden des Flughafens drehen sich die Bagger, wird Platz für Fundamente mit hoher Traglast gemacht. An dieser Stelle soll der Wartungshangar der verbliebenen Antonov-Flotte entstehen.
Fünf Transportflugzeuge vom Typ AN-124 waren zum Kriegsausbruch bereits nach Sachsen evakuiert worden, ein sechstes in einer spektakulären Geheimaktion im Juli letzten Jahres.
Von Leipzig aus fliegt die Antonov-Tochter Antonov Ligistic Salis GmbH (ALS) vor allem sperrige Ausrüstung und schweres Kriegsgerät für die NATO in alle Welt.
Bisher mussten die Riesen unter freiem Himmel gewartet werden. Da die Ukrainer den Airport Leipzig jetzt aber offenbar zu ihrer neuen Hauptbasis machen wollen, entsteht auf einer 24.000 Quadratmeter großen Fläche ein Wartungshangar.
Die ursprüngliche Homebase am Flughafen Hostomel wurde gleich in den ersten Kriegstagen von den Russen zerstört. Und mit ihr das bis dahin größte Flugzeug der Welt - die AN-225 "Mrija".
Kosten für Großprojekt stemmt Antonov selbst
Fragen von TAG24 zum Projekt und dessen Kosten beantwortete ALS nicht. Seit dem Krieg gibt sich das ukrainische Unternehmen verschlossen.
"Wir haben über die Fläche mit Antonov einen Erbbaurechtsvertrag abgeschlossen und gehen von einem langfristigen Engagement aus", sagte Flughafen-Sprecher Uwe Schuhart TAG24.
Die Investitionshöhe kennt auch er nicht. Bekannt ist nur, dass Antonov die Kosten für die einzigartige Auslands-Investition aus eigener Tasche stemmt.
Schon heute arbeiten am Leipziger Flughafen mehrere Hundert Flugzeugmechaniker und -ingenieure für ALS, die meisten sind Ukrainer.
Interessanter Randfakt: Der Wartungshangar entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft der drei AN-124 der russischen Volga-Dnepr-Airline, die seit Kriegsbeginn wegen der Sanktionen gegen Russland an der Kette liegen - und vor sich hin rosten.