Nahost-Konflikt: Syrische Armee bombardiert kurdische Stadtviertel von Aleppo

Israel - Israel und Syrien setzen die Politik einer vorsichtigen diplomatischen Annäherung fort.

Israelische Soldaten stehen an der sogenannten Alpha-Linie, die die von Israel kontrollierten Golanhöhen von Syrien trennt.
Israelische Soldaten stehen an der sogenannten Alpha-Linie, die die von Israel kontrollierten Golanhöhen von Syrien trennt.  © Matias Delacroix/AP/dpa

Beide Seiten vereinbarten einen Mechanismus, der es ihnen unter US-Aufsicht ermöglicht, etwa Geheimdienstinformationen auszutauschen und auf eine militärische Deeskalation vor Ort hinzuwirken, wie das US-Außenministerium am Dienstag in Washington mitteilte.

Demnach sollen auch "diplomatische Kontakte und Handelsmöglichkeiten erleichtert" werden.

"Dieser Mechanismus wird als Plattform dienen, um etwaige Streitigkeiten umgehend zu klären und Missverständnisse zu vermeiden", hieß es laut State Department in der gemeinsamen Erklärung beider Länder.

Nahost-Konflikt: Israels Präsident Herzog freut sich über Entscheidung zum ESC
Israel Krieg Nahost-Konflikt: Israels Präsident Herzog freut sich über Entscheidung zum ESC

Ausgearbeitet wurde die Erklärung bei Gesprächen in Paris, zu denen der syrische Außenminister Asaad al-Schaibani anreiste.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

7. Januar, 15.39 Uhr: Suche nach Leiche letzter israelischer Geisel wieder aufgenommen

Mitglieder der Hamas und Mitarbeiter des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz suchen wieder nach den sterblichen Überresten der letzten im Gazastreifen verbliebenen israelischen Geisel.

Das bestätigten Quellen der islamistischen Hamas. Die Suche in einem Vorort der Stadt Gaza gestaltet sich den Angaben zufolge allerdings schwierig, weil das Gebiet im Krieg zwischen Israel und der Hamas stark zerstört wurde. Auch fehle es an notwendigem technischem Gerät, hieß es.

Die Suche nach der Leiche des damals 24 Jahre alten Grenzpolizisten Ran Gvili, der am 7. Oktober 2023 beim Terrorangriff der Hamas getötet worden war, war fast einen Monat lang ausgesetzt gewesen. Die israelische Regierung hatte betont, nicht in die nächste im US-Friedensplan für Gaza vereinbarte Phase überzugehen, ehe die Leiche des Polizisten nicht zurück in Israel ist.

7. Januar, 13.28 Uhr: Syrische Armee bombardiert kurdische Stadtviertel von Aleppo

Nach Gefechten mit kurdischen Kämpfern hat die syrische Armee am Mittwoch die kurdischen Stadtviertel der Großstadt Aleppo mit Artillerie beschossen.

Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus der nordsyrischen Stadt. Die Armee hatte die zwei kurdisch kontrollierten Stadtviertel Scheich Maksud und Aschrafijeh zuvor zu militärischem Sperrgebiet erklärt und Zivilisten aufgefordert, die Bezirke bis 13 Uhr zu verlassen. Zahlreiche Menschen, darunter auch Familien mit Kindern, ergriffen die Flucht, wie AFP-Korrespondenten berichteten.

Seit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024 wird das nordsyrische Aleppo von der neuen islamistischen Übergangsregierung kontrolliert. Nur die Stadtviertel Scheich Maksud und Aschrafijeh standen bisher noch unter der Kontrolle kurdischer Einheiten, die Verbindungen zu den mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und anderen kurdischen Milizen haben.

Die syrische Armee hat am Mittwoch die kurdischen Stadtviertel der Großstadt Aleppo mit Artillerie beschossen.
Die syrische Armee hat am Mittwoch die kurdischen Stadtviertel der Großstadt Aleppo mit Artillerie beschossen.  © Anas Alkharboutli/dpa

7. Januar, 8.51 Uhr: Iran richtet mutmaßlichen Mossad-Spion hin

Der Iran hat abermals einen mutmaßlichen Spion für den israelischen Geheimdienst hingerichtet. Nach Angaben des Justizportals Misan wurde das Todesurteil heute Morgen vollstreckt.

Er sei vom Mossad im Netz angeworben worden und habe Informationen im Iran gesammelt, hieß es in dem Bericht. Demnach übermittelte er auch Fotos und Videos an den Erzfeind der iranischen Staatsführung. Wo er hingerichtet wurde, war zunächst unklar.

Israel hatte im Juni zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Irans Justiz klagte nach dem Krieg viele Männer wegen mutmaßlicher Spionage für Israel an oder verurteilte sie bereits zum Tode.

7. Januar, 6.22 Uhr: Syrien und Israel treffen Vereinbarung zur Vermeidung künftiger Konflikte

Israel und Syrien haben sich auf die Einrichtung eines Kommunikationskanals zur Koordinierung von Geheimdienst-, Sicherheits- und Handelsfragen geeinigt.

Dieser werde unter US-Aufsicht als Plattform dienen, um etwaige Streitigkeiten umgehend beizulegen und Missverständnisse zu vermeiden, wie das US-Außenministerium in einer als gemeinsames Statement bezeichneten Erklärung eines Treffens hochrangiger israelischer und syrischer Vertreter unter US-Vermittlung in Paris mitteilte.

Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahus bestätigte die Einrichtung eines Kommunikationsmechanismus zunächst nicht explizit. In einer Stellungnahme wurde aber unter anderem die Notwendigkeit, die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Syrien zum Wohle beider Länder voranzutreiben, betont.

6. Januar, 21.43 Uhr: Bus überrollt Demonstranten in Israel

Bei einem Massenprotest Tausender Ultraorthodoxe gegen ihre Rekrutierung in Israel hat laut israelischen Polizeiangaben ein Busfahrer mehrere Teilnehmer mit seinem Fahrzeug erfasst.

Ein junger Mann sei unter dem Bus eingeklemmt und für tot erklärt worden, meldete der Rettungsdienst Magen David Adom. Demnach wurden auch mehrere Menschen verletzt. Der Busfahrer wurde laut Polizei festgenommen. Weitere Angaben machte die Polizei zu dem Vorfall bisher nicht.

Laut der israelischen Zeitung "Haaretz" nahmen rund 15.000 Ultraorthodoxe an dem Protest gegen eine mögliche Wehrpflicht für streng religiöse Männer teil. Israels Polizei teilte mit, dass einige von ihnen Polizisten mit Gegenständen beworfen und Mülltonnen angezündet hätten. Zudem hätten Randalierer auch Journalisten angegriffen, hieß es weiter. Die israelische Polizei sei im Einsatz, um die "gewalttätige Unruhe" aufzulösen.

Polizeibeamte umzingeln einen Bus, der Berichten zufolge ultraorthodoxe jüdische Männer überfahren hat.
Polizeibeamte umzingeln einen Bus, der Berichten zufolge ultraorthodoxe jüdische Männer überfahren hat.  © Oren Ziv/dpa

6. Januar, 21.08 Uhr: Iran deutet möglichen Präventivschlag gegen Israel an

Inmitten von Protesten und militärischen Spannungen hat die iranische Staatsführung einen möglichen Präventivschlag gegen ihren Erzfeind Israel angedeutet.

Jede Einmischung in innere Angelegenheiten oder jedes Vorgehen gegen die Stabilität Irans werde mit einer zielgerichteten Reaktion beantwortet, hieß es in einer Erklärung des vor wenigen Monaten neu gegründeten Verteidigungsrates.

5. Januar, 7.04 Uhr: Trump droht Iran erneut wegen Vorgehen gegen Proteste

Angesichts von Berichten über Todesopfer bei den jüngsten regierungskritischen Protesten im Iran hat US‑Präsident Donald Trump (79) der Führung in Teheran erneut mit einem Eingreifen gedroht.

Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten. "Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden", sagte Trump.

"Wir beobachten das sehr genau." Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen.

US‑Präsident Donald Trump (79) hat gegen den Iran eine erneute Drohung ausgesprochen.
US‑Präsident Donald Trump (79) hat gegen den Iran eine erneute Drohung ausgesprochen.  © Alex Brandon/AP/dpa

4. Januar, 15.55 Uhr: Iranische Bedrohung aus Sicht Israels

Bei einem Treffen zwischen Donald Trump (79) und Benjamin Netanjahu (76) am Montag sprachen beide über das Thema Iran. Aus der Sicht des jüdischen Staates bedroht die islamistische Führung in Teheran mit ihren möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz Israels.

Im vergangenen Juni hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Das iranische Atomprogramm soll infolgedessen nach israelischer Darstellung um Jahre zurückgeworfen worden sein.

Dennoch wird über einen möglichen neuen Krieg in diesem Jahr spekuliert. Israel wirft Teheran unter anderem vor, intensiv am Wiederaufbau seines Raketenprogramms zu arbeiten.

Donald Trump (79) und Benjamin Netanjahu (76) sprachen über den Iran. (Archivfoto)
Donald Trump (79) und Benjamin Netanjahu (76) sprachen über den Iran. (Archivfoto)  © Alex Brandon/AP/dpa

4. Januar, 7.56 Uhr: Britische und französische Luftwaffe greifen IS in Syrien an

Das britische Militär hat unterstützt von der französischen Luftwaffe eine Anlage der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien angegriffen.

Die britische Regierung teilte in der Nacht zu Sonntag mit, auf eine unterirdische Anlage der Terroristen nördlich der antiken Stätte von Palmyra sei ein gemeinsamer Angriff ausgeführt worden. Es seien Lenkbomben eingesetzt worden, um Zugangstunnel zu der Anlage, in der der IS "höchstwahrscheinlich" Waffen und Sprengstoff lagere, zu zerstören. Erste Auswertungen deuteten auf einen Erfolg der Operation hin.

Ein Typhoon-Flugzeug der Royal Air Force auf dem Weg nach Syrien.
Ein Typhoon-Flugzeug der Royal Air Force auf dem Weg nach Syrien.  © Sgt Lee Goddard/Ministry of Defence/PA/dpa

3. Januar, 15.55 Uhr: Israelischer Politiker denkt bei Venezuela-Angriff an Iran

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid (62) setzt den US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro (63) in einen Zusammenhang mit dem Iran.

"Das Regime im Iran sollte genau beobachten, was in Venezuela geschieht", schrieb der Chef der Mitte-Rechts-Partei Jesch Atid (Zukunftspartei) auf X. Der Iran ist Israels Erzfeind. Aus der Sicht des jüdischen Staates bedroht die islamistische Führung in Teheran mit ihren möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz Israels.

Im Juni letzten Jahres hatte Israel zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert. Das Atomprogramm des Mullah-Staates soll infolgedessen nach israelischer Darstellung um Jahre zurückgeworfen worden sein.

Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid (62) sieht eine klare Verbindung.
Der israelische Oppositionsführer Jair Lapid (62) sieht eine klare Verbindung.  © Evelyn Hockstein/Pool Reuters/AP/dpa

3. Januar, 11.42 Uhr: "Bereit zum Abschuss" - Trump droht Irans Regierung

US-Präsident Donald Trump (79) hat eine Drohung an Irans Regierung gerichtet.

Der Republikaner sagte am Freitag, dass die Vereinigten Staaten "bereit zum Abschuss" seien, um zu reagieren, falls der Iran Demonstranten töten sollte, woraufhin Teheran warnte, dass eine Intervention die Region destabilisieren würde.

Am Donnerstag kam es in mehreren iranischen Städten zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, bei denen sechs Menschen getötet wurden - die ersten Todesfälle seit der Eskalation der Unruhen. Ladenbesitzer in der Hauptstadt Teheran traten am Sonntag wegen hoher Preise und wirtschaftlicher Stagnation in den Streik, was sich seitdem zu einer Protestbewegung ausgeweitet hat, die auch andere Teile des Landes erfasst hat.

US-Präsident Donald Trump (79) schickt mahnende Worte an Irans Regierung.
US-Präsident Donald Trump (79) schickt mahnende Worte an Irans Regierung.  © -/Ukrainian Presidency/dpa

2. Januar, 22.15 Uhr: Angelina Jolie besucht Grenzübergang nach Gaza

Die US-Schauspielerin Angelina Jolie hat die ägyptische Seite des Grenzübergangs Rafah zum Gazastreifen besucht. Beim Ägyptischen Roten Halbmond verschaffte sie sich einen Überblick zu laufenden Hilfsmaßnahmen für den abgeriegelten Küstenstreifen, wie es aus Kreisen der Hilfsorganisation hieß.

Jolie sei vom zuständigen Gouverneur empfangen worden. Er habe sie bei ihrer Tour begleitet. Arabische Medien berichteten, dass auch ein Vertreter des US-Außenministeriums anwesend war.

Den Informationen zufolge hat sie in einer symbolischen Geste dabei geholfen, Hilfsgüter für Gaza zusammenzupacken. Jolie bedankte sich demnach für die Bemühungen Ägyptens. Sie habe zudem die entscheidende Rolle der Freiwilligen und Mitarbeiter bei der effizienten Organisation und Verteilung der Hilfsgüter trotz der zahlreichen Herausforderungen gelobt.

US-Schauspielerin Angelina Jolie (50) verschafft sich am Rande des Gazastreifens einen Überblick. (Symbolbild)
US-Schauspielerin Angelina Jolie (50) verschafft sich am Rande des Gazastreifens einen Überblick. (Symbolbild)  © Jehad Alshrafi/AP/dpa, Sebastian Kahnert/dpa

2. Januar, 13.04 Uhr: Israel greift mehrere Ziele im Süden des Libanons an

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele im Libanon angegriffen.

Die Armee habe in mehreren Gebieten im Süden des Nachbarlandes auf Einrichtungen der Hisbollah gezielt, teilte das Militär mit. Dabei sei auch ein Gelände getroffen worden, das eine Eliteeinheit der vom Iran unterstützten Miliz zum Training nutze. Ein weiteres Ziel sei ein Gebäude gewesen, das der Hisbollah als Waffenlager gedient habe.

Lokale Medien meldeten Dutzende Angriffe, Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. Augenzeugen berichteten, über der Hauptstadt Beirut Kampfflugzeuge gesehen zu haben. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden Kampfflugzeuge auch im Osten des Landes gesichtet.

Titelfoto: Anas Alkharboutli/dpa

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