Nahost-Konflikt: Iranischer Revolutionsführer gibt Trump Schuld für Massenproteste

Nahost - Irans oberster Führer Ali Chamenei (86) macht US-Präsident Donald Trump (79) für die landesweiten Massenproteste verantwortlich.

Ali Chamenei (86) lässt kein gutes Haar an US-Präsident Donald Trump (79).
Ali Chamenei (86) lässt kein gutes Haar an US-Präsident Donald Trump (79).  © Uncredited/Office of the Iranian Supreme Leader via AP/dpa

Vor Anhängern in Teheran sagte der Ajatollah, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die "Aufständischen" ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben.

Der Iran betrachte den Präsidenten der Vereinigten Staaten als schuldig, sowohl "wegen der Opfer als auch wegen der entstandenen Schäden und wegen der Verleumdung, die dem iranischen Volk zugefügt wurde", sagte Chamenei laut einer Übersetzung der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Amerika müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Das US-Außenministerium teilte in der Landessprache Farsi mit, es habe Berichte erhalten, wonach der Iran Optionen für Angriffe auf amerikanische Stützpunkte vorbereite.

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17. Januar, 13.40 Uhr: Iranischer Revolutionsführer gibt Trump Schuld für Massenproteste

Ali Chamenei (86) ist sich sicher, dass Donald Trump (79) für die iranischen Proteste verantwortlich sei.

"Wie Präsident Trump wiederholt betont hat, bleiben alle Optionen auf dem Tisch", hieß es in der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Sollte das "Regime der Islamischen Republik" amerikanische Einrichtungen angreifen, werde es mit einer sehr, sehr starken Streitmacht konfrontiert.

Ausgelöst wurden die Proteste im Iran Ende Dezember von einer dramatischen Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik.

Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3400 Tote.

Seit vergangenem Dezember herrscht im Iran Ausnahmezustand.
Seit vergangenem Dezember herrscht im Iran Ausnahmezustand.  © Uncredited/UGC/AP/dpa

17. Januar, 8.10 Uhr: Wer lenkt den Wiederaufbau Gazas? Exekutivkomitee benannt

US-Präsident Donald Trump (79) hat den britischen Ex-Premier Tony Blair (72) in ein Gremium berufen, das die Ziele seines "Friedensrats" im Gazastreifen umsetzen soll.

Dem Exekutivkomitee (founding Executive Board) gehören nach Angaben des Weißen Hauses außerdem US-Außenminister Marco Rubio (54), Weltbank-Präsident Ajay Banga (66), der US-Geschäftsmann Marc Rowan (63), Trump-Berater Robert Gabriel sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner (45) und der US-Sondergesandte Steve Witkoff (68) an.

Das Gremium soll den Wiederaufbau und die Verwaltung in dem vom Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas großflächig zerstörten Gebiet steuern.

Donald Trump (79) berief nun für den Frieden in Gaza ein Gremium ein.
Donald Trump (79) berief nun für den Frieden in Gaza ein Gremium ein.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

16. Januar, 21.55 Uhr: Trump begrüßt Absage von 800 Hinrichtungen im Iran

Präsident Donald Trump hat das Ausbleiben eines US-Angriffs im Iran mit der Absage von Hinrichtungen von Demonstranten in Verbindung gebracht.

Auf die Frage, ob ihm israelische und arabische Politiker einen Militärschlag ausgeredet hätten, sagte Trump: "Niemand hat mich überzeugt. Ich habe mich selbst überzeugt." Er verwies darauf, dass die iranischen Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. "Das hatte einen großen Einfluss gestern."

Trump hatte die Staatsführung in Teheran davor gewarnt, Teilnehmer der jüngsten Massenproteste hinrichten zu lassen und auch ein militärisches Eingreifen nicht ausgeschlossen. Am Mittwoch hatte eine Sperrung des iranischen Luftraums Spekulationen über einen möglichen US-Luftangriff ausgelöst. Er blieb jedoch aus.

16. Januar, 19.57 Uhr: Israelische Armee tötet 14-Jährigen nahe Ramallah

Israels Armee hat im Westjordanland einen palästinensischen Jugendlichen getötet, der nach ihren Angaben trotz Warnschüssen mit einem Stein in der Hand auf Soldaten zugerannt ist.

Er habe "eine unmittelbare Bedrohung" für die Einsatzkräfte dargestellt, teilte das israelische Militär mit. Laut dem palästinensischen Gesundheitsministerium in Ramallah war der Getötete 14 Jahre alt.

Palästinensische Einwohner teilten auf einer Website ihres Dorfes mit, dass israelische Einsatzkräfte ohne Anlass auf den Jungen in ihrem Heimatort geschossen hätten.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete über Zusammenstöße zwischen Dorfbewohnern und israelischen Einsatzkräften. Letztere hätten Schüsse abgefeuert und den Jungen dabei getötet.

Angehörige trauern um den getöteten Jungen.
Angehörige trauern um den getöteten Jungen.  © IMAGO / Anadolu Agency

16. Januar, 15.01 Uhr: Nach Schüssen Bewaffneter - Israel greift Ziele in Gaza an

Trotz geltender Waffenruhe hat Israels Armee laut eigenen Angaben nach einer Attacke bewaffneter Palästinenser auf israelische Soldaten Ziele im gesamten Gazastreifen angegriffen.

Israels Militär habe Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) ins Visier genommen, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Sie machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern.

Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, mindestens neun Menschen seien bei den Angriffen am Donnerstagabend ums Leben gekommen, darunter ein Kommandeur der Hamas sowie ein Kommandeur des bewaffneten Arms des PIJ. Den Angaben zufolge gab es auch mehrere Verletzte.

16. Januar, 6.24 Uhr: Kontrollgremium für Gaza-Übergangsregierung laut Trump gebildet

Die internationale Aufsicht über die Übergangsregierung im Gazastreifen steht: US-Präsident Donald Trump (79) gab die Bildung des entsprechenden Kontrollgremiums bekannt.

Der "Friedensrat" (Board of Peace) habe sich formiert, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social und verwies darauf, dass die Namen der Mitglieder bald bekanntgemacht würden. Trump steht dem Kontrollrat vor.

Vor kurzem waren die Mitglieder der Übergangsregierung bekanntgegeben worden - 14 Palästinenser, die keine Verbindung zur islamistischen Hamas haben sollen. Das Gremium soll alle Aufgaben und Verantwortungen in dem in zwei Kriegsjahren weitgehend zerstörten Gazastreifen übernehmen.

US-Präsident Donald Trump (79) verkündete bei Truth Social die Formierung eines "Friedensrates" für die Gaza-Übergangsregierung.
US-Präsident Donald Trump (79) verkündete bei Truth Social die Formierung eines "Friedensrates" für die Gaza-Übergangsregierung.  © -/Ukrainian Presidency/dpa

15. Januar, 21.03 Uhr: Weißes Haus - 800 Hinrichtungen im Iran abgesagt

In Iran sind nach Darstellung des Weißen Hauses auf US-Druck 800 Hinrichtungen abgesagt worden.

Sprecherin Karoline Leavitt machte keine Angaben zur Quelle für diese Information, die Präsident Donald Trump erhalten habe. Trump hatte bereits am Vortag gesagt, ihm sei "von sehr wichtigen Quellen auf der anderen Seite" zugesichert worden, dass Tötungen im Iran aufhören würden. Berichten zufolge töteten iranische Sicherheitskräfte mehrere tausend Menschen bei der Niederschlagung der Proteste.

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump sagte die iranische Regierung zu, keine Teilnehmer der Proteste im Land zu töten. Sprecherin Karoline Leavitt machte keine Angaben zur Quelle für diese Information.
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump sagte die iranische Regierung zu, keine Teilnehmer der Proteste im Land zu töten. Sprecherin Karoline Leavitt machte keine Angaben zur Quelle für diese Information.  © Alex Brandon/AP/dpa

15. Januar, 21.02 Uhr: Krieg das beherrschende Gesprächsthema im Iran

Am Donnerstag berichtet ein Bewohner Teherans am Telefon, ein möglicher Krieg sei das beherrschende Gesprächsthema in der Stadt - sei es durch US-Militärschläge oder ein Eingreifen Israels.

Viele Familien hätten nervös miteinander telefoniert und sich in ihre Wohnungen zurückgezogen. Die Erinnerungen an den Krieg im vergangenen Juni, als Israel und die USA den Iran bombardierten, sind noch präsent.

Ein härterer Kurs der USA findet offenbar auch in Teilen der Protestbewegung und unter Exil-Iranern Unterstützung – in der Hoffnung auf ein Ende der aktuellen politischen Führung. Ob begrenzte Luftangriffe ein solches Ziel tatsächlich erreichen könnten, wird von Beobachtern allerdings bezweifelt.

15. Januar, 20.57 Uhr: Macht US-Präsident Donald Trump seine Drohungen wahr?

US-Präsident Donald Trump hatte seit Beginn der Proteste Ende Dezember mehrfach rote Linien gezogen – doch selbst nach deren Überschreitung durch Teheran blieb eine Reaktion aus.

Das führt aktuell zu wachsender Verunsicherung im Iran. Am Mittwoch sorgten Entwicklungen in der Region zudem für konkrete Unruhe: Warnungen westlicher Botschaften, Flugstreichungen und Hinweise auf militärische Bewegungen der USA nährten die Annahme, Trump könnte seine Drohungen gegen die politische Führung in Teheran doch wahr machen.

Inmitten der angespannten Lage richtet sich der Blick vieler nach Washington.
Inmitten der angespannten Lage richtet sich der Blick vieler nach Washington.  © -/Ukrainian Presidency/dpa

15. Januar, 20.56 Uhr: Protest verstummt, Angst bleibt - Iran im Schockzustand

Die Massenproteste im Iran sind vorerst verstummt, doch die Angst bleibt.

Die tödliche Gewalt der Sicherheitskräfte hat tiefe Spuren der Einschüchterung gezogen, die Straßen sind wieder leer. Während viele im Land versuchen, das Geschehene zu verarbeiten, wächst die Furcht vor dem, was noch kommen könnte: ein militärischer Konflikt mit den USA.

Seit gut einer Woche ist die Bevölkerung vom Internet abgeschnitten, der digitale Vorhang zugezogen. Zwar sind seit kurzem wieder Auslandsgespräche möglich, eingehende Anrufe bleiben jedoch blockiert. Millionen Iranerinnen und Iraner im Ausland sorgen sich um ihre Angehörigen.

Titelfoto: Uncredited/UGC/AP/dpa

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