Nahost-Konflikt: Israel startet Zerstörung von UNRWA-Zentrale in Jerusalem

Nahost - Israelische Polizeikräfte sind nach Medienberichten mit schwerem Gerät in das Hauptquartier des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem eingedrungen.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (76) sprach sich mehrfach für eine komplette Abschaffung des Hilfswerks aus.
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (76) sprach sich mehrfach für eine komplette Abschaffung des Hilfswerks aus.  © Michael Kappeler/dpa

Israelische und palästinensische Medien berichteten, sie hätten dort mit der Zerstörung von Gebäuden begonnen. An dem Einsatz seien Mitarbeiter der israelischen Bodenbehörde beteiligt.

Israelische Polizeikräfte waren bereits im Dezember mit Lastwagen und Gabelstaplern auf das Gelände vorgedrungen. Auch damals hissten sie laut Augenzeugenberichten eine israelische Flagge über einem Gebäude.

UNRWA hatte damals mitgeteilt, das unbefugte und gewaltsame Eindringen der israelischen Sicherheitskräfte stelle eine "inakzeptable Verletzung" der Rechte und Immunität von UNRWA als UN-Organisation dar. Es befinde sich kein UN-Personal mehr auf dem Gelände.

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20. Januar, 9.18 Uhr: Netanjahu fordert Abschaffung der UN-Organisation

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte mehrfach gefordert, das Hilfswerk ganz abzuschaffen.

Zur Begründung sagte er, die Organisation verewige das Problem der palästinensischen Flüchtlinge und "die Idee von einem Recht auf Rückkehr mit dem Ziel der Zerstörung des Staates Israel".

20. Januar, 9.17 Uhr: Israel startet Zerstörung von UNRWA-Zentrale in Jerusalem

Israelische Polizeikräfte sind nach Medienberichten mit schwerem Gerät in das Hauptquartier des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA in Ost-Jerusalem eingedrungen.

Israelische und palästinensische Medien berichteten, sie hätten dort mit der Zerstörung von Gebäuden begonnen. An dem Einsatz seien Mitarbeiter der israelischen Bodenbehörde beteiligt.

Israelische Polizisten sind mit schwerem Gerät in das UNRWA-Hauptquartier in Ost-Jerusalem eingedrungen. (Archivbild)
Israelische Polizisten sind mit schwerem Gerät in das UNRWA-Hauptquartier in Ost-Jerusalem eingedrungen. (Archivbild)  © Nir Alon/ZUMA Press Wire/dpa

19. Januar, 22.10 Uhr: Netanjahu droht Iran im Angriffsfall mit harter Reaktion

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dem Iran im Fall eines Angriffs auf den jüdischen Staat mit einem harten Gegenschlag gedroht.

"Wenn der Iran einen Fehler macht und uns angreift, werden wir mit einer Härte reagieren, wie der Iran sie bis jetzt nicht gekannt hat", warnte der 76-jährige Regierungschef bei einer Ansprache im israelischen Parlament in Jerusalem.

"Wir verfolgen die Ereignisse im Iran mit großer Wachsamkeit", sagte Netanjahu. "Wir alle sind tief beeindruckt vom heroischen Kampf der Bürger Irans für Freiheit, Wohlstand und Gerechtigkeit." Aktivisten zufolge sollen bei den Massenprotesten im Iran rund 4000 Menschen getötet worden sein. Laut Informationen der britischen Zeitung "The Sunday Times" liegt die tatsächliche Zahl deutlich höher. Dem Blatt zufolge sollen zwischen 16.500 bis 18.000 Menschen getötet worden sein.

"Man sieht die Gräueltaten, die sie angeordnet haben, gegen die Bürger ihres eigenen Landes, und das zeugt vom Wesen dieses grausamen Regimes", sagte Netanjahu über die Führung in Teheran. "Niemand kann vorhersagen, was im Iran geschehen wird, aber egal, was passiert – der Iran wird nicht zu dem zurückkehren, was er einmal war."

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat dem Iran im Fall eines Angriffs auf den jüdischen Staat mit einem harten Gegenschlag gedroht.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat dem Iran im Fall eines Angriffs auf den jüdischen Staat mit einem harten Gegenschlag gedroht.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

19. Januar, 20.48 Uhr: Frankreich zögert bei US-Einladung zum Gaza-"Friedensrat"

Auch Frankreich hat nach Angaben aus dem Élysée-Palast eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.

"Wie viele andere Länder wurde auch Frankreich eingeladen, dem "Friedensrat" beizutreten, und prüft derzeit gemeinsam mit seinen Partnern den vorgeschlagenen Rechtsrahmen", hieß es aus dem Umfeld von Präsident Emmanuel Macron. "Zum jetzigen Zeitpunkt beabsichtigt Frankreich jedoch nicht, auf das Angebot einzugehen."

Die Satzung des geplanten Rats gehe über den Rahmen des Gazastreifens hinaus und werfe wichtige Fragen, insbesondere hinsichtlich der Achtung der Grundsätze und der Struktur der Vereinten Nationen auf, die unter keinen Umständen infrage gestellt werden dürften, hieß es weiter.

"Frankreich setzt sich weiterhin uneingeschränkt für einen Waffenstillstand in Gaza und eine glaubwürdige politische Perspektive für Palästinenser und Israelis ein. Es wird auch weiterhin einen wirksamen Multilateralismus verteidigen", verlautete aus Macrons Umfeld.

Auch Frankreich hat nach Angaben aus dem Élysée-Palast eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.
Auch Frankreich hat nach Angaben aus dem Élysée-Palast eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.  © Michael Kappeler/dpa

19. Januar, 16.39 Uhr: Irans Regierung verspricht Lockerung von Internet-Blockade

Irans Regierung hat eine Lockerung der Internet-Blockade in Aussicht gestellt.

Bis zum Ende der persischen Woche am Freitag soll die Lage "normalisiert" werden, hieß es in einer Regierungserklärung unter Berufung auf Vizepräsident Hussein Afschin. Die Entscheidung sei auch getroffen worden, weil Unternehmen der Digitalwirtschaft Verluste erlitten hätten.

Seit dem 8. Januar ist die Bevölkerung im Iran vom Internet weitgehend abgeschnitten. Die Sperre wurde mit dem Beginn der Massenproteste verhängt, die vom Sicherheitsapparat brutal niedergeschlagen wurden. Seither gelangen Aufnahmen und Berichte nur spärlich nach außen.

19. Januar, 13.21 Uhr: Erneute Gefechte in Syrien trotz Waffenstillstand

Die kurdisch angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) warfen den mit der Regierung in Damaskus verbündeten Fraktionen vor, ihre Stellungen in Ain Issa, Al-Schaddadi und in al-Rakka angegriffen zu haben.

Aus Kreisen der syrischen Armee hieß es dagegen, die Streitkräfte seien selbst erneut von den SDF angegriffen worden. Demnach ist es zu einem Angriff im Bereich des Tischrin-Staudamms gekommen. Dabei seien drei Soldaten getötet worden. Weitere sollen verletzt worden sein.

Die Armee hatte zuvor angekündigt, mit der Stationierung von Truppen in der betroffenen Region zu beginnen. Sie machte die SDF laut Armee-Quellen für den tödlichen Angriff auf ihre Soldaten verantwortlich.

Auch Soldatinnen der kurdisch geführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind am Konflikt beteiligt.
Auch Soldatinnen der kurdisch geführten und von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind am Konflikt beteiligt.  © Baderkhan Ahmad/AP/dpa

19. Januar, 12.13 Uhr: Putin erhält Einladung in Gaza-"Friedensrat"

Der russische Präsident Wladimir Putin (73) hat nach Kremlangaben über diplomatische Kanäle eine Einladung der USA zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen erhalten.

"Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu klären", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Russland unterhält Kontakte sowohl zu Israel als auch zur Palästinenser-Führung und zur Terrororganisation Hamas.

Wird Russlands Präsident Wladimir Putin (73) die Einladung annehmen?
Wird Russlands Präsident Wladimir Putin (73) die Einladung annehmen?  © Sergey Bobylev/Kremlin/dpa

19. Januar, 11.25 Uhr: Aktivisten verifizieren fast 4000 Tote bei Iran-Protesten

Bei den Massenprotesten im Iran sind Aktivisten zufolge fast 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA verifizierte bislang 3919 Tote, wie aus einem Bericht der Aktivisten hervorgeht. Weitere knapp 9000 Todesfälle würden noch untersucht. Neben 3685 getöteten Demonstranten kamen demnach auch 178 Sicherheitskräfte ums Leben.

Das Internet im Iran bleibt unterdessen den elften Tag in Folge gesperrt. Nur langsam dringen weitere Aufnahmen und Videos nach außen, die das volle Ausmaß der brutalen Niederschlagung der Massenproteste vom 8. und 9. Januar zeigen.

Die Zahl der Protest-Toten im Iran steigt weiter an.
Die Zahl der Protest-Toten im Iran steigt weiter an.  © Paul Zinken/dpa

18. Januar, 20.26 Uhr: Syrischer Präsident verschiebt Deutschlandbesuch

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben.

Das bestätigte ein Sprecher der Bundesregierung der Deutschen Presse-Agentur. Grund sei die innenpolitische Situation in Syrien.

Al-Scharaa sollte eigentlich am Dienstag Bundeskanzler Friedrich Merz, mehrere Bundesminister und Wirtschaftsvertreter treffen. Zu den Hauptthemen sollten die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat und der Wiederaufbau des arabischen Landes nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg zählen.

Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Deutschlandbesuch verschoben.  © Mosa'ab Elshamy/AP/dpa

18. Januar, 17 Uhr: Irans Präsident - Bei Angriff auf Chamenei umfassender Krieg

Irans Präsident Massud Peseschkian hat die USA vor den drastischen Folgen eines Angriffs auf den obersten Führer, Ajatollah Ali Chamenei, gewarnt. "Jede Aggression gegen den obersten Führer unseres Landes ist gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation", schrieb Peseschkian auf X.

Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen. "Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen", sagte Trump dem Nachrichtenportal "Politico". Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.

Titelfoto: Nir Alon/ZUMA Press Wire/dpa

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