Nahost-Konflikt: Lufthansa hat Evakuierungsflug nach Riad abgebrochen

Iran - "Freiheit für das Volk" - das versprach US-Präsident Donald Trump (79) wenige Stunden nach Beginn des Angriffs auf den Iran.

Bewaffnete kurdische Freiwillige stehen während einer nächtlichen Patrouille an einem Kontrollpunkt Wache. (Archivbild)  © Baderkhan Ahmad/AP/dpa

Doch allein mit Luftangriffen dürfte es schwierig bis unmöglich sein, das Machtsystem der Führung in Teheran zu stürzen.

Rund eine Woche nach Kriegsbeginn gibt es nun - teils widersprüchliche - Hinweise, dass es auch eine Bodenoffensive geben könnte.

Diese soll womöglich von kurdischen Kämpfern aus dem benachbarten Irak angeführt werden, unterstützt von den Kriegsparteien USA und Israel.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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6. März, 11.48 Uhr: Lufthansa hat Evakuierungsflug nach Riad abgebrochen

Die Lufthansa hat einen geplanten Evakuierungsflug aus der saudischen Hauptstadt Riad kurzfristig abgesagt.

Der Kapitän habe in Rücksprache mit der Zentrale entschieden, nach Kairo abzudrehen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in Frankfurt. "Sicherheit geht vor."

Das Flugzeug werde auch nicht nach Riad weiterfliegen, sagte Spohr weiter. Derartige Situationen werde man in den kommenden Wochen noch häufiger sehen. Hintergrund ist die angespannte Sicherheitslage in der Region.

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Ein Lufthansa-Flug sollte Deutsche aus Riad evakuieren. Doch der Kapitän dreht auf halber Strecke nach Kairo ab.  © Hannes P. Albert/dpa

6. März, 11.01 Uhr: Schätzung - US-Angriff auf Iran kostet jetzt schon Milliarden

Der Militäreinsatz "Gewaltiger Zorn" der USA mit Luftangriffen auf den Iran hat allein in den ersten 100 Stunden nach unterschiedlichen Schätzungen bereits mehrere Milliarden Dollar gekostet - die Bandbreite der angenommenen Kosten ist allerdings groß.

So geht das Institut Center for Strategic and International Studies (CSIS) mit Sitz in Washington von 3,7 Milliarden Dollar (knapp 3,2 Milliarden Euro) in den ersten vier Tagen aus. Es stützt sich dabei eigenen Angaben zufolge auf die wenigen Details, die das US-Verteidigungsministerium bisher offengelegt hat.

Die Zeitung "Wall Street Journal" schreibt am Freitag von fast 11 Milliarden Dollar in den ersten vier Tagen und beruft sich dabei auf Elaine McCusker, die in der ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump im Pentagon für den Verteidigungsetat zuständig war. Diese Kosten umfassen dem Zeitungsbericht zufolge auch die Stationierung von mehr als zwölf Schiffen und 100 Flugzeugen im Nahen Osten seit Dezember.

6. März, 10.43 Uhr: Internet im Iran weiterhin gesperrt

Die Bevölkerung im Iran ist am siebten Kriegstag weitgehend vom internationalen Internetzugang abgeschnitten.

Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks sprach am Freitag von nur einem Prozent Konnektivität. Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten ebenfalls einen vollständigen Einbruch des Internetverkehrs.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats im Iran nutzt das Internet unterdessen weiter ohne Einschränkungen. Seit Jahren verfügt ein privilegierter Kreis über sogenannte "weiße SIM-Karten", die ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X, die eigentlich gesperrt sind.

6. März, 10.07 Uhr: Mehr als 1600 Verletzte laut Israel wegen Iran-Krieg

Seit Beginn des Iran-Kriegs sind laut Israels Gesundheitsministerium im Land mehr als 1600 Verletzte in Krankenhäusern behandelt worden.

Berichten zufolge sind darunter neben durch Raketenangriffe Verletzte auch viele Menschen, die sich auf dem Weg in Schutzräume verletzt haben. Zudem werden demnach auch Personen gezählt, die wegen Angstzuständen, ausgelöst durch die Angriffe, behandelt wurden.

In den vergangenen 24 Stunden seien nach Raketenbeschuss 140 Menschen in Kliniken eingeliefert worden, darunter eine schwer verletzte Person, teilte das Gesundheitsministerium weiter mit.

Insgesamt wurden in Israel im Zuge des Kriegs bislang elf Menschen getötet. Im Iran sollen seit Samstag bereits mehr als 1200 Menschen ums Leben gekommen sein, wie iranische Medien unter Berufung auf eine staatliche Stiftung berichteten. Auch in den Golfstaaten gab es bei iranischen Angriffen bereits mehrere Tote.

Rauch steigt auf von einem früheren israelischen Luftangriff in den als Dahija bekannten Vororten Beiruts.  © Hussein Malla/AP/dpa

6. März, 10.07 Uhr: Universitäten im Iran stellen Betrieb ein

Im Iran sind die Universitäten wegen des Kriegs bis auf weiteres geschlossen worden.

Der Betrieb sei vollständig eingestellt worden, berichtete das Onlineportal "Eslahat-News", das der Reformbewegung nahesteht, unter Berufung auf das Wissenschaftsministerium. Weder Unterricht in Präsenz noch Online-Lehre werde stattfinden, hieß es.

6. März, 9.38 Uhr: Neue Raketen auf Israel gefeuert

Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge eine neue Welle an Raketen auf Israel gefeuert.

Das berichteten der staatliche iranische Rundfunk und die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst.

6. März, 9.35 Uhr: Iranische Medien melden landesweite Angriffe

Am siebten Tag des Iran-Kriegs melden iranische Medien wieder landesweite Angriffe.

Nahe der Metropole Isfahan im Zentraliran seien drei Kleinstädte bombardiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Im Osten der Stadt selbst kam es demnach ebenfalls zu Luftangriffen. Mehrere Menschen seien verletzt, Wohnhäuser und Fahrzeuge beschädigt worden.

Auch in der dicht besiedelten Hauptstadt Teheran, in der rund 15 Millionen Menschen leben, meldeten Bewohner am frühen Morgen eine neue Angriffswelle. Augenzeugen zufolge war das Donnern von Kampfflugzeugen in niedriger Flughöhe über den Dächern zu hören.

Rund 150 Kilometer südlich von Teheran seien außerhalb der Pilgerstadt Ghom, dem spirituellen Zentrum Irans, zwei Militärstützpunkte bombardiert worden, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf das Gouverneursamt. Die Militärkräfte seien nicht zu Schaden gekommen.

Seit rund einer Woche fliegen Israel und die USA Luftangriffe im Iran. Inzwischen sind weite Landesteile vom Krieg betroffen.  © Vahid Salemi/AP/dpa

6. März, 9.31 Uhr: Iranische Angriffe treffen Hotel und Wohngebäude

Bei mutmaßlich iranischen Angriffen auf Bahrain sind mehrere zivile Gebäude beschädigt worden.

Wie das Innenministerium des Golfstaats mitteilte, wurden zwei Wohnhäuser und ein Hotel in der Hauptstadt Manama zum Ziel "iranischer Aggression". In einem der Gebäude sei ein Wohnungsbrand gelöscht worden. Tote oder Verletzte habe es keine gegeben.

6. März, 8.26 Uhr: Israel - Hisbollah-Stellungen in Vororten Beiruts bombardiert

Bei ihren jüngsten Angriffen auf Ziele in mehreren Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Israels Luftwaffe Armeeangaben zufolge in der Nacht unter anderem eine Kommandozentrale der Hisbollah ins Visier genommen.

Außerdem seien zehn Hochhäuser angegriffen worden, in denen sich militärische Infrastruktur der Miliz befunden habe, teilte Israels Militär am Morgen mit. Ein weiteres Ziel sei ein Drohnenlager gewesen. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht.

Israels Armee hatte zuvor am Donnerstagnachmittag die Bewohner der betroffenen Beiruter Vororte aufgefordert, diese zu verlassen. Es war das erste Mal, dass Israels Militär eine Warnung für ein Gebiet dieser Größe in der Gegend ausgab. Die betroffenen Viertel gelten als Hochburg der Hisbollah. Sie sind aber auch dicht besiedelte Wohngebiete.

Rettungskräfte und Anwohner durchsuchen die Trümmer nach einem Angriff auf eine Grundschule für Mädchen. (Archivbild)  © Uncredited/Mehr News Agency/AP/dpa

6. März, 8.09 Uhr: Irans Führungsrat befasst sich mit Chamenei-Nachfolge

Nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts hat sich der provisorische Führungsrat mit dessen Nachfolge befasst.

Bei ihrer vierten Sitzung planten Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie der Kleriker Aliresa Arafi die Einberufung einer Versammlung zur Bestimmung eines neuen Religionsführers, wie aus einer Regierungserklärung hervorgeht. Das Führungstrio wurde demnach außerdem über die aktuelle Kriegslage unterrichtet.

Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei war am Samstag bei israelisch-amerikanischen Angriffen getötet worden. Seitdem leitet verfassungsgemäß ein Führungstrio die Regierungsgeschäfte im Iran. Am Donnerstag wurde dem Rat mehr Macht übertragen. Er kann künftig über Krieg und Frieden entscheiden, sowie Militärvertreter und Polizeioffiziere ernennen und absetzen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71).  © Shadati/XinHua/dpa

6. März, 7.40 Uhr: Iran kündigt Ausweitung der Gegenangriffe an

Irans Streitkräfte haben knapp eine Woche nach Kriegsbeginn eine Ausweitung ihrer Gegenangriffe angekündigt.

In den kommenden Tagen werde der Feind intensiver und umfangreicher angegriffen, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier "Chatam Al-Anbija", das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt.

Die iranische Militärführung berichtete unterdessen über Angriffe mit Kamikazedrohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David und eine Radarstation in Israel, einen US-Stützpunkt in Kuwait sowie im irakischen Erbil.

Vertriebene, die vor israelischen Luftangriffen in Beiruts südlichen als Dahija bekannten Vororten fliehen, schlafen an der Corniche von Beirut.  © Hussein Malla/AP/dpa

6. März, 6.42 Uhr: Großteil der iranischen Raketen ist laut Trump zerstört

Die Luftabwehr und die Raketen des Irans sind nach der Darstellung von US-Präsident Donald Trump bereits ganz oder in großen Teilen zerstört.

"Sie haben also keine Luftwaffe mehr, sie haben keine Luftabwehr mehr. Alle ihre Flugzeuge sind weg", sagte Trump in Washington. Zudem seien ihre Raketen zu 60 und ihre Abschussvorrichtungen zu 64 Prozent ausgeschaltet, sagte er. "Sobald sie eine Rakete abschießen, wird die Abschussrampe innerhalb von vier Minuten getroffen."

Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Neben dem Nuklearprogramm und der Marine hatte die US-Regierung das Raketenprogramm des Irans zuvor als wichtigstes Kriegsziel genannt.

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