Nahost-Konflikt: Mehr als 600 Demonstranten im Iran getötet

Nahost - Israels Armee bereitet sich ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe im Gazastreifen Medienberichten zufolge auf eine mögliche neue Offensive gegen die islamistische Terrororganisation Hamas vor.

Menschen protestieren in Teheran gegen das iranische Regime.
Menschen protestieren in Teheran gegen das iranische Regime.  © Uncredited/UGC/AP/dpa

Die Armee habe Pläne für einen möglichen Einsatz im März in der Stadt Gaza im Norden des Küstenstreifens ausgearbeitet, meldete die "Times of Israel" unter Berufung auf einen israelischen Beamten und einen arabischen Diplomaten.

Laut der "Times of Israel" sieht der Plan vor, die sogenannte "gelbe Linie", die die Rückzugsposition der israelischen Armee im Rahmen der Waffenruhe markiert, weiter westlich Richtung Küste zu verschieben und so die Kontrolle der Armee über das Gebiet auszuweiten.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

12. Januar, 20.54 Uhr: Mehr als 600 Demonstranten im Iran getötet

Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern knapp 650 Demonstranten getötet worden.

Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo bezifferte am Montag die Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf mindestens 648.

"Gleichzeitig deuten unbestätigte Berichte darauf hin, dass mindestens mehrere hundert Menschen, einigen Schätzungen zufolge sogar mehr als 6000, getötet worden sein könnten", schrieb die Organisation auf der Plattform X. Die Zahl der Festnahmen übersteige einigen Schätzungen mehr als 10.000, hieß es weiter.

Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern knapp 650 Demonstranten getötet worden.
Bei den landesweiten Protesten gegen die autoritäre Staatsführung im Iran sind nach Angaben von Menschenrechtlern knapp 650 Demonstranten getötet worden.  © Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpa

12. Januar, 20.33 Uhr: Siedlergewalt im Westjordanland stieg 2025 um 25 Prozent

Im vergangenen Jahr ist die Zahl von Angriffen radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland einem Bericht zufolge um 25 Prozent gestiegen.

Das berichtete die Zeitung "Haaretz" unter Berufung auf Zahlen des israelischen Verteidigungsapparats.

Israels Armee teilte dazu auf Anfrage mit: "Im Laufe des letzten Jahres hat sowohl der Umfang als auch die Schwere der Gewalt durch Siedler zugenommen." Eigene Zahlen wollte das Militär nicht öffentlich machen.

12. Januar, 16.57 Uhr: Plünderer auf Nova-Festivalgelände zu Haftstrafen verurteilt

In Israel sind drei Männer zu Haftstrafen verurteilt worden, die Medienberichten zufolge nach dem Terrorangriff der Hamas auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals geplündert hatten.

Ein Gericht in der südisraelischen Stadt Beerscheba verurteilte sie zu Haftstrafen zwischen 36 und 40 Monaten.

Sie hatten sich demnach einen Tag nach dem Angriff am 7. Oktober 2023 Zugang zu dem Gelände verschafft, das zu diesem Zeitpunkt als militärisches Sperrgebiet galt. Dort brachen sie Autos auf und stahlen Eigentum der Ermordeten oder geflüchteten Überlebenden, unter anderem einen Laptop, Kreditkarten und Ausweispapiere.

Angehörige und Freunde trauern auf dem Gelände des Nova-Festivals anlässlich des Hamas-Angriffs auf Israel.
Angehörige und Freunde trauern auf dem Gelände des Nova-Festivals anlässlich des Hamas-Angriffs auf Israel.  © Ilia Yefimovich/dpa

12. Januar, 13.19 Uhr: Iran wirft USA und Israel Einflussnahme auf Proteste vor

Die iranische Regierung hat ihren Erzfeinden Israel und den USA eine Einmischung in die landesweiten Demonstrationen vorgeworfen.

"Wir sehen uns einem terroristischen Krieg seitens der Feinde der iranischen Nation gegenüber", sagte der Sprecher der Parlamentskommission für Nationale Sicherheit und Außenpolitik, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Er sprach von einer Einflussnahme der beiden Länder und sagte, dass dafür "offene sowie verdeckte Belege" existierten.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben sich inzwischen zu einem landesweiten Aufstand entwickelt. In den Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen.

Trauernde Protestierende im Iran versammelten sich, um den Verstorbenen zu gedenken.
Trauernde Protestierende im Iran versammelten sich, um den Verstorbenen zu gedenken.  © Vahid Salemi/AP/dpa

12. Januar, 10.10 Uhr: Proteste im Iran entlarven Schwäche des Regimes

"Die extremen Islamisten, die das Land de facto kontrollieren, (...) haben mit der gewohnten Brutalität reagiert und die Demonstranten beschuldigt, im Dienst ausländischer Agenten zu stehen (...).

Das spiegelt die Schwäche des Regimes wider, dessen große außenpolitische Wetten der vergangenen Jahrzehnte (Hamas, Hisbollah, Syrien und nun Venezuela) gescheitert oder gestürzt worden sind.

Vor dem Hintergrund des US-Angriffs auf seine Atomanlagen im vergangenen Juni fürchten die Ajatollahs einen weiteren Schlag durch Washington oder Israel, um einen Regimewechsel zu erzwingen – eine Möglichkeit, die (US-Präsident) Donald Trump selbst Anfang des Monats ins Spiel brachte. Seitdem ist der Iran erneut in den – tragischerweise vertrauten – Kreislauf aus Protesten und Repression geraten.

12. Januar, 6.15 Uhr: Trump erwägt Hilfe für Proteste im Iran mit Satelliteninternet

Angesichts der Kommunikationsblockade im Iran erwägt US-Präsident Donald Trump, die Massenproteste in dem Land mit Satelliteninternet zu unterstützen.

Auf die Frage einer Journalistin, ob er Starlink im Iran zugänglich machen werde, sagte der Republikaner, man werde darüber sprechen und das Internet wieder zum Laufen bringen, wenn das möglich sei. Trump erklärte später, er werde noch am Sonntagabend (Ortszeit) Tech-Milliardär Elon Musk anrufen. Dessen Firma SpaceX ist mit dem Dienst Starlink der weltweit bedeutendste Provider von Satelliteninternet.

Der Iran hatte dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung mit Gegenschlägen gedroht, etwa auf Ziele wie US-Militärstützpunkte im Nahen Osten.

11. Januar, 21.09 Uhr: Polizeigewalt kann Proteste im Iran nicht stoppen

Die Massenproteste im Iran halten trotz wachsender Todeszahlen, exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats und einer nahezu vollständigen Internetsperre an. Laut Aktivisten haben sich die Demonstrationen auf 185 Städte ausgeweitet.

Mindestens 490 Demonstranten seien getötet worden, berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Weitere rund 10.700 Menschen seien festgenommen worden. Der "Axios"-Korrespondent Barak Ravid hatte zuvor auf X gemeldet, dass laut einem israelischen Regierungsbeamten mehr als 1000 Menschen im Iran getötet worden sein sollen. Diese Zahlen lassen nicht unabhängig überprüfen.

11. Januar, 19.46 Uhr: EU-Parlamentspräsidentin ermuntert Demonstranten im Iran

EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ermuntert die Demonstranten im Iran, ihre Proteste fortzusetzen.

"An die mutigen Mädchen, Studenten, Männer und Frauen auf den Straßen: Das ist eure Zeit", schrieb sie in sozialen Netzwerken. Mit Blick auf die Internetsperren fügte sie hinzu: "Wisst, dass jedes Regime, das die Kommunikation blockiert, ein Regime ist, das vor seinem eigenen Volk Angst hat."

Roberta Matsola hat sich im Netz zu den Demonstrationen im Iran geäußert.
Roberta Matsola hat sich im Netz zu den Demonstrationen im Iran geäußert.  © Philipp von Ditfurth/dpa

11. Januar, 15.14 Uhr: Israels Armee - Würden auf iranischen Angriff mit Macht reagieren

Nach Irans Drohung, im Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der Protestbewegung auch mit Gegenschlägen auf Israel zu reagieren, sieht sich die dortige Armee vorbereitet.

"Wir werden bei Bedarf in der Lage sein, mit Macht zu reagieren", teilte das israelische Militär mit.

11. Januar, 11.11 Uhr: Trump sichert Demonstranten im Iran Hilfe zu - Teheran warnt

Der Iran droht dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung gegen die autoritäre Staatsführung mit Gegenschlägen.

Jede Attacke der USA werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als "legitime Ziele" führen, zitierte der arabische Sender Alaraby auf X Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor den Teilnehmern der andauernden Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert.

Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf kündigt Gegenangriffe auf Israel und US-Basen an. (Archivbild)
Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf kündigt Gegenangriffe auf Israel und US-Basen an. (Archivbild)  © Shadati/XinHua/dpa

11. Januar, 7.07 Uhr: Hamas wieder am Erstarken

Dem "Wall Street Journal" zufolge bereitet sich auch die Hamas auf erneute Kämpfe vor.

Sie sei zwar bereit, ihre verbleibenden Bestände an schweren Waffen abzugeben, wolle jedoch ihre Handfeuerwaffen nicht niederlegen, zitierte die US-Zeitung arabische Beamte. Laut arabischen und israelischen Beamten verfügt die Hamas über frisches Geld, um ihre Kämpfer zu bezahlen und neue zu rekrutieren. Auch habe sie getötete Kommandeure ersetzt und mit dem Wiederaufbau einiger ihrer beschädigten unterirdischen Tunnel begonnen.

Titelfoto: Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpa

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