Nahost-Konflikt: Erstmals Tote in Saudi-Arabien

Iran - Israels Luftwaffe flog erneut Angriffe im Iran. Man habe eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land gestartet, teilte die Armee am Sonntag auf Telegram mit.

Ein riesiger Feuerball war in der Nacht zum Sonntag in Teheran zu sehen.  © Vahid Salemi/AP/dpa

In der Nacht hatten Israels Kampfflugzeuge erstmals ein Öllager in der Hauptstadt Teheran bombardiert.

In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten.

Israels Armee erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, die Bombardierung einer Ölraffinerie.

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8. März, 20.05 Uhr: Israel - Fünf Kommandeure der iranischen Al-Kuds-Brigaden getötet

Die israelische Armee teilte mit, sie habe fünf ranghohe Kommandeure der iranischen Al-Kuds-Brigaden bei einem Angriff auf ein Hotel in Beirut getötet.

Die Al-Kuds-Brigaden sind die Auslandsabteilung der iranischen Revolutionsgarden und unterstützen die schiitische Hisbollah-Miliz seit Jahrzehnten. Der Angriff sei von der israelischen Armee ausgeführt worden.

Insgesamt habe es im Libanon in den vergangenen 24 Stunden mehr als Hundert Angriffe gegeben. Ziele seien Waffenlager und Kommandozentralen gewesen.

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8. März, 20.04 Uhr: Mehr als halbe Million Vertriebene im Libanon

Im Libanon sind seit Ausbruch der jüngsten Kämpfe mit Israel vor einer Woche mehr als eine halbe Million Menschen als Binnenflüchtlinge registriert worden. Das erklärte Sozialministerin Hanin Sajid bei einer Pressekonferenz.

Bislang hätten sich 517.000 Menschen auf einer mit dem Ministerium verbundenen Plattform registriert, um Unterstützung zu erhalten. Mehr als 117.000 davon befänden sich in staatlichen Notunterkünften, hieß es weiter.

Insgesamt habe es im Libanon in den vergangenen 24 Stunden mehr als Hundert Angriffe gegeben.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

8. März, 19.02 Uhr: Trump - Wir haben die gesamte Marine des Irans versenkt

Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump die Marine des Irans zerstört.

Man habe 44 ihrer Schiffe versenkt - "ihre gesamte Marine", sagte Trump dem Sender ABC News nach dessen Angaben. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht. Die gesamte iranische Marine außer Gefecht zu setzen, ist eines der erklärten Ziele des US-Militärs im Krieg gegen den Iran.

Nach Trumps Angaben haben die USA zudem die Luftwaffe des Irans lahmgelegt. "Ihre Flugabwehrsysteme sind Geschichte. Sie haben absolut keine Verteidigung mehr", sagte Trump laut ABC News.

8. März, 18.56 Uhr: Erstmals Tote in Saudi-Arabien

Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs ist es in Saudi-Arabien infolge eines mutmaßlich iranischen Angriffs zu Todesfällen gekommen.

Zwei Menschen seien beim Einschlag eines Geschosses in ein Wohngebäude im Gouvernement al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad getötet worden, sagte ein Sprecher des saudischen Zivilschutzes laut einer Regierungsmitteilung. Bei den Opfern soll es sich demnach um einen indischen und einen bangladeschischen Staatsbürger gehandelt haben.

Zwölf Menschen, die alle aus Bangladesch stammen, seien bei dem Vorfall zudem verletzt worden, hieß es weiter. Das betroffene Gebäude gehöre zu einer Reinigungsfirma, so die Mitteilung.

Das Königreich am Persischen Golf gilt als enger Verbündeter der USA und gerät dadurch ins Kreuzfeuer. Obwohl viele Raketen und Drohnen abgefangen werden, gibt es nun Tote zu beklagen. (Archivbild)  © Elisa Schu/dpa

8. März, 18.52 Uhr: Irans Außenminister Araghtschi lehnt Einmischung Trumps ab

Die Frage, ob er bereit wäre, jemanden mit Verbindungen zur alten Führung zu akzeptieren, bejahte Trump laut ABC News: "Um einen guten Anführer zu wählen, würde ich das tun, ja, das würde ich. Es gibt zahlreiche Menschen, die infrage kommen könnten."

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) machte in einem Interview des US-Senders NBC News hingegen deutlich, dass sein Land keine Einmischung Trumps bei der Wahl des Staatsoberhaupts akzeptieren wird. "Wir erlauben niemandem, sich in unsere internen Angelegenheiten einzumischen", sagte Araghtschi. Das mit der Wahl des Revolutionsführers beauftragte Gremium sei vom Volk gewählt worden und werde seine Aufgabe erledigen. "Das geht nur das iranische Volk etwas an und niemanden sonst", sagte der Außenminister.

Irans Außenminister Abbas Araghchi (63).  © Vahid Salemi/AP/dpa

8. März, 18.51 Uhr: Trump - Chamenei-Nachfolger ohne US-Segen "nicht lang im Amt"

US-Präsident Donald Trump (79) hat dem Iran gedroht, sollte sein Land nicht in die Nachfolge des getöteten iranischen Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei einbezogen werden.

Es brauche die Zustimmung der USA, sagte Trump dem Sender ABC News nach dessen Angaben. "Wenn er unsere Zustimmung nicht erhält, wird er nicht lang im Amt bleiben."

Er wolle nicht, dass man in fünf Jahren wiederkommen müsse, um dasselbe noch einmal zu tun - oder schlimmer noch, dass man zulasse, dass der Iran eine Atomwaffe bekomme, sagte Trump demnach.

8. März, 18.47 Uhr: Trumps Fehde mit Großbritannien - "Werden uns erinnern"

Mit erneut spöttisch-kritischen Aussagen zur britischen Unterstützung im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump (79) das Verhältnis zum einst engsten Verbündeten weiter belastet.

"Wir brauchen keine Leute, die erst in den Krieg eintreten, nachdem wir ihn bereits gewonnen haben", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Den britischen Premierminister Keir Starmer (63) griff der US-Präsident namentlich an - am Sonntagnachmittag telefonierten die beiden.

Inwieweit das Gespräch, in dem es der britischen Regierung zufolge um die "militärische Zusammenarbeit" durch die US-Nutzung von Stützpunkten der Royal Air Force ging, zu einer Aussöhnung beitrug, blieb offen. In seinem Social-Media-Beitrag hatte Trump keinen Zweifel an seiner kritischen Haltung gelassen.

US-Präsident Donald Trump (79) erwartet von den Verbündeten bedingungslose Unterstützung.  © Simon Dawson/No 10 Downing Street/dpa

8. März, 17.21 Uhr: Iran greift willkürlich zivile Ziele an

Der Iran antwortet auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge seit Samstag vergangener Woche mit Angriffen auf Israel und die Golfstaaten.

In Israel wurden am Sonntag neue Raketenangriffe gemeldet. In Kuwait wurde das Gebäude der Behörde für Sozialversicherungen bei einem mutmaßlich iranischen Angriff getroffen. Die Luftabwehr fing drei ballistische Raketen ab und zerstörte sie, wie die kuwaitische Armee auf X mitteilte. Auch das Verteidigungsministerium von Saudi-Arabien meldete in der Nacht zum Sonntag, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen worden seien.

8. März, 17.20 Uhr: Schon jetzt Drohungen gegen den Nachfolger

Chamenei war bei einem israelischen Luftangriff am 28. Februar in Teheran getötet worden.

Das israelische Militär drohte, dass auch der Nachfolger nicht sicher sei. "Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht", hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X. Ähnlich hatte sich auch US-Präsident Donald Trump (79) geäußert.

Gemäß der iranischen Verfassung bestimmen die 88 Geistlichen im Expertenrat das neue Staatsoberhaupt. Nach unbestätigten Berichten gelten Modschtaba Chamenei (56), der Sohn des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Chomeini (53), der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten. Der oberste Führer der Islamischen Republik hat das letzte Wort in allen politischen und militärischen Belangen.

8. März, 17.14 Uhr: Angriffe verdunkeln Teheran - Chamenei-Nachfolge soll stehen

Mehr als eine Woche nach Kriegsbeginn greifen die USA und Israel den Iran weiter massiv an.

Nach der Bombardierung eines Öllagers in Teheran verdüsterten dichte Rauchschwaden am Morgen den bewölkten Himmel über der Hauptstadt. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.

Ungeachtet der Angriffe soll sich der sogenannte Expertenrat des Irans auf einen Nachfolger des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei geeinigt haben. Warum noch kein Name verkündet wurde und wann es so weit sein soll, ist unklar.

Eine dicke Rauchwolke steigt aus einem Öllager auf, das am späten Samstag in Teheran von einem US-israelischen Angriff getroffen wurde.  © Vahid Salemi/AP/dpa

8. März, 16.35 Uhr: Israel meldet Angriff auf Irans Leitzentrale für Satelliten

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einer neuen Angriffswelle im Iran auch das Hauptquartier der Revolutionsgarden in Teheran getroffen.

Dort habe sich eine Leitzentrale
der Raumfahrtbehörde für die Steuerung des militärischen Überwachungssatelliten "Chayyam" befunden.

Dieser Satellit sei von den Revolutionsgarden für "terroristische Aktivitäten und zur Überwachung des Staates Israel und seiner Bevölkerung" eingesetzt worden, schrieb die Armee. Ob die Verbindung zu dem Satelliten damit unterbrochen wurde, war zunächst unklar. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Israels Armee greift nach eigenen Angaben die Steuerzentrale eines iranischen Spionagesatelliten an. (Archivbild)  © Uncredited/Roscosmos/AP/dpa

8. März, 15.41 Uhr: Emirate dementieren Bericht zu Angriff auf Iran

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben Medienberichte über einen angeblichen Angriff ihres Landes gegen den Iran zurückgewiesen.

Man befinde sich in einem "Zustand der Selbstverteidigung" gegen Irans Angriffe, teilte das emiratische Außenministerium lediglich mit, offenbar in Verweis auf die eigene Flugabwehr. Diese habe auf Beschuss mit mehr als 1400 Raketen und Drohnen reagiert. Man wolle in keinen Konflikt gezogen werden, behalte sich aber das Recht vor, die Souveränität des Landes zu schützen.

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