"Aktive Mittagspause" vor dem Eingangstor: Jetzt wird auch im Zoo Leipzig protestiert
Leipzig - Aufgrund unbefriedigender Tarifverhandlungen ruft die Gewerkschaft ver.di in Leipzig erneut zum Protest auf. Dieses Mal wollen die Mitarbeitenden des Zoos Leipzig mithilfe einer "aktiven Mittagspause" auf ihre unzureichenden Arbeitsbedingungen aufmerksam machen.
300 Euro Entgeltsteigerung pro Monat, feste Jahressonderzahlungen und die Aufnahme geringfügig Beschäftigter in den Tarifvertrag sind nur ein Teil der Forderungen der Zoo-Mitarbeiter.
Vor dem Hintergrund steigender Kosten fiele es vor allem den unteren Gehaltsgruppen der Angestellten des Zoos zunehmend schwerer, ihren Lebensunterhalt zu finanzieren - ein Zustand, der durch die unfreiwillige Teilzeit vieler Mitarbeiter noch verschärft werde.
"Damit der Zoo Leipzig einer der führenden Zoos Europas bleibt, braucht es eine angemessene Wertschätzung der Beschäftigten, die dies tagtäglich möglich machen", erklärte Tierpfleger Anton Barske gegenüber ver.di. "Dies drückt sich maßgeblich in guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen aus."
Neben zu geringen Löhnen wirft die Gewerkschaft dem Zoo zudem vor, seit Jahren Tarifflucht zu betreiben. So beschäftige man laut ver.di zu Hochzeiten bis zu 90 Minijobber auf Mindestlohnbasis, anstatt tarifgebundene Stellen zu schaffen. Im Zuge dessen verlangt ver.di, auch geringfügig Beschäftige in den Tarifvertrag aufzunehmen.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen die Mitarbeiter am Dienstag ab 12.20 Uhr zu einer sogenannten "aktiven Mittagspause" auf. Die Aktion werde vor dem Eingangstor des Zoos stattfinden.
Titelfoto: Bildmontage: Waltraud Grubitzsch/dpa, Stefan Puchner/dpa
