Zwischen Kuchen, Schnittchen und Kaffee: DVB-Mitarbeiter streiken für mehr Lohn

Dresden - Zwischen Kaffee, Kuchen und selbst geschmierten Brötchen streikten am Montag die DVB-Mitarbeiter am Betriebshof Trachenberge in Dresden.

Ob der Warnstreik Wirkung gezeigt hat, wird sich bei den Verhandlungen am Mittwoch zeigen.  © Thomas Türpe

Die Gewerkschaft ver.di fordert für sie unter anderem mehr Geld für Sonderschichten, eine 35-Stunden-Woche und stärkere Arbeitsplatzsicherung. Doch worum geht es den Fahrern eigentlich wirklich?

Für Bahnfahrer Richard Veldung (39) wäre eine kürzere Stundenwoche nebensächlich: "Ich arbeite ja gerne. Deshalb geht es mir gar nicht um die 35 Stunden. Vielmehr wäre mir eine Erhöhung des Nachtzuschlags wichtig."

Und weiter: "Allgemein fände ich es gut, wenn die Belastung etwas stärker honoriert wird."

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Dass der Warnstreik Auswirkungen auf die Fahrgäste hat, weiß auch er: "Natürlich tun sie mir leid, dass sie jetzt an leeren Haltestellen stehen." Viele Touris und Einheimische mussten im Zuge des Streiks auf Taxen ausweichen.

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Am Montag standen alle 200 Straßenbahn in den DVB-Betriebshöfen, wie hier in Trachenberge, still.  © Thomas Türpe
Richard Veldung (39, l.) unterhielt sich mit DVB-Vorstand Lars Seiffert (56) über die aktuellen Forderungen.  © Thomas Türpe
Im Laufe des Tages ließen sich immer wieder Unterstützer am "Streik-Stand" am Betriebshof Trachenberge blicken.  © Thomas Türpe

DVB-Vorstand Lars Seiffert äußert sich kritisch zur 35-Stunden-Woche

Straßenbahnfahrerin Christina Kern (62) baute bereits um halb drei Uhr morgens den Streik-Stand auf.  © Thomas Türpe

Bei Christina Kern (62) geht es längst nicht mehr nur um ihre eigenen Interessen. Seit 45 Jahren im Dienst, hätte sie gern längst aufgehört. "Für mich ist der Zug schon abgefahren. Deshalb streike ich hier eigentlich nur für unsere Jugend."

Auch sie bedauert die Einschränkungen für die Fahrgäste, aber "wir müssen ja auch unsere Forderungen kundtun und zeigen, wie die Lage bei uns ist".

DVB-Vorstand Lars Seiffert (56) suchte an der Feuertonne das Gespräch: "Jetzt die 35-Stunden-Woche zu fordern - das würde bedeuten, dass wir 160 weitere Mitarbeiter einstellen müssten. Das ist finanziell doch gerade einfach gar nicht möglich."

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Gleichzeitig zeigt er Verständnis für die Sorgen der Fahrer: "Wenn ich dann höre, dass es ihnen insbesondere um die Belastung geht, die der Job eindeutig mit sich bringt, dann kann ich das natürlich auch nachvollziehen."

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