Buckelwal "Hartwin" offenbar erneut gesichtet: Behörde sieht keinen Grund zum Eingreifen

Kiel - Was wird aus Buckelwal "Hartwin"? Am Donnerstag soll sich der Ozeanriese vor Heiligenhafen aufgehalten haben. Am Freitag gab es offensichtlich eine erneute Sichtung, wie das schleswig-holsteinische Umweltministerium bestätigte.

Buckelwal "Hartwin" soll am Freitag im Bereich der Kieler Förde gesichtet worden sein. Dieses Foto wurde im Juni im Kleinen Belt vor Dänemark gemacht.  © Linda Frølund Hansen/Bridgewalking

Demnach sei ein Buckelwal am Ausgang der Kieler Förde gesehen worden. "Es handelt sich vermutlich um das Tier, das zuvor bereits in Schottland und Dänemark beobachtet wurde", teilte die Behörde mit - und meinte damit das auf den Namen "Hartwin" getaufte Tier.

Der Meeresbewohner soll laut der Organisation "Stranded No More" in den vergangenen Monaten Tausende Kilometer über die Niederlande, Norwegen, Schottland, England und Dänemark zurückgelegt haben. Am 5. Juli war er auf der deutschen Seite der Flensburger Förde gesehen worden.

Immerhin: Das am Ausgang der Kieler Förde gesichtete Tier soll die richtige Richtung eingeschlagen haben. "Der Wal bewegte sich nach einem kurzen Aufenthalt in flacheren Gewässern zuletzt wieder langsam in Richtung offene See", erklärte das Umweltministerium.

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Die Behörde appellierte, bei Sichtungen des Ozeanriesen großen Abstand zu halten. "Dichter Schiffs- und Bootsverkehr im Umfeld stellt einen erheblichen Stressfaktor für die Tiere dar und sollte unbedingt vermieden werden", hieß es.

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Buckelwal "Hartwin": Im Falle einer Strandung soll Meldekette greifen

Das Drama um Buckelwal "Timmy" hatte die Menschen wochenlang in Atem gehalten. Letztlich wurde er tot vor der dänischen Insel Anholt angespült.  © Marcus Golejewski/dpa

Deshalb sehe das Ministerium auch von einer engeren Begleitung des Tieres ab. "Eine Walsichtung allein ist noch kein Grund zur Besorgnis und begründet auch kein staatliches Eingreifen. Ob ein Wal strandet, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich im Vorhinein nicht zuverlässig einschätzen", teilte die Behörde mit.

Für das Worst-Case-Szenario einer Strandung sei eine Meldekette etabliert. "Bei einer möglichen erneuten Strandung werden wir uns schnell mit wissenschaftlichen Expertinnen und Experten, der Polizei und möglichen weiteren beteiligten Behörden (beispielsweise die betroffene Kommune) abstimmen."

Jede Walstrandung müsse individuell betrachtet und bewertet werden, erklärte das Umweltministerium.

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Der Fall erinnert an das Drama um Buckelwal "Timmy", der vor wenigen Monaten mehrfach in der Ostsee gestrandet war und nach einem Rettungsversuch durch eine private Initiative letztlich tot vor der dänischen Insel Anholt angespült worden war.

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