Daten bringen Klarheit: So lange hat Buckelwal "Timmy" wirklich noch gelebt
Schwerin/Anholt - Endlich herrscht Klarheit: Die Ortungsdaten des Satellitensenders, der an Buckelwal "Timmy" angebracht worden war, sind ausgewertet. Bei einer Pressekonferenz am Freitag gab Umweltminister Till Backhaus (67, SPD) bekannt, wie lange das Tier noch am Leben war und wie viele Kilometer es zurückgelegt hat.
Die wahrscheinlich interessanteste Frage: Wie lange hat der Buckelwal gelebt?
"Wir können heute hier und heute feststellen: Das Datum, an dem er verstorben ist, ist zwischen dem 6. und 7. Mai festzuhalten", sagte Backhaus.
Danach sei das Signal abgerissen. Das bedeute, die Antenne sei unter Wasser gegangen. Heißt das also, "Timmy" ist ertrunken? Die genaue Todesursache läge bislang noch nicht vor.
Generell habe man bei der Auswertung festgestellt, dass der Tracker zwischen dem 2. bis zum 7. Mai Daten geliefert habe, ergänzte der Umweltminister.
Diese Daten würden zeigen, dass der Wal nicht direkt nach Freilassung verendet sei. Rund 215 Kilometer habe "Timmy", im Netz auch "Hope" genannt, zurückgelegt.
Generell habe man nichts Ungewöhnliches an und im Wal festgestellt. "Es gab keine schwerwiegenden Verletzungen - äußere so wie innere - und es gab keine Gewaltanwendung."
"Es gab auch keine Materialien in und um den Körper", erklärte Backhaus und bezog sich dabei auf den Vorwurf des Geisternetzes von Robert Marc Lehmann (43). Dazu gebe es auch keine Hinweise, dass im Zusammenhang mit der Freisetzung und des Transportes irgendwelche Maßnahmen zum Tod geführt haben.
Die Untersuchung der inneren Organe gelte es allerdings noch abzuwarten. Dazu habe man derzeit noch keine detaillierteren Informationen vorliegen.
Rettungsinitiative stand zweimal kurz vor Abbruch der Aktion
Alle Daten sollen nach der gesamten Auswertung für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden, bestätigte der Minister.
"Timmy" war mehrfach in der Ostsee gestrandet - zunächst am Timmendorfer Strand, später hing er vor der Insel Poel fest.
Nach wochenlangem Hin und Her und entgegen verschiedenster Expertenmeinungen entschied eine private Rettungsinitiative, das Tier befreien und in die Nordsee transportieren zu wollen.
Das Ministerium von Mecklenburg-Vorpommern duldete die Aktion. Zweimal sei man während der Zeit so verzweifelt gewesen, dass man kurz vor Abbruch gestanden habe, gab Backhaus am Freitag zu. Sowohl das Ministerium als auch die Initiative seien an ihre Grenzen gekommen.
Trotzdem machte man weiter. Nur wenige Tage nach der Freilassung des Tieres wurde der Buckelwal tot vor der dänischen Insel Anholt gesichtet - kein Happy End für Mensch und Tier.
Titelfoto: Bildmontage: Philip Dulian/dpa, Jens Büttner/dpa

