Insel Poel - Wer sagt hier die Wahrheit? Nach den schweren Vorwürfen von Dr. Jenna Wallace hat sich Umweltschützer Sergio Bambarén (65) am Rande des Dramas rund um Buckelwal "Timmy" zu einem Statement genötigt gefühlt.
Der Peruaner verdeutlichte im Hafen von Poel, dass die Anschuldigungen der Tierärztin "total falsch" seien und nicht der Wahrheit entsprächen – Dr. Wallace hatte unter anderem gesagt, dass Bambarén mit dafür verantwortlich sei, dass das Tier noch nicht wieder in Freiheit ist. Sie hatte ihm zudem die notwendige Expertise abgesprochen.
Bambarén unterstrich, dass der Ozean "sein Leben" sei. Er sei bereits mit Delphinen, Haien und Walen getaucht und sei bei mehreren Wal-Rettungen in Australien beteiligt gewesen, verdeutlichte der 65-Jährige weiter.
Dass er nun persönlich attackiert worden sei, habe ihn überrascht. Dr. Wallace habe keinen Grund für ihre Anschuldigungen, betonte Bambarén – der daraufhin seinerseits schwere Vorwürfe in Richtung der Tierärztin auf den Tisch packte.
Die US-Amerikanerin sei nicht einmal beim Tier im Wasser gewesen, nur zweimal auf einem Boot. Und wegen ihres Jetlags habe sie "den ganzen Tag nur geschlafen", so der Autor.
Darüber hinaus machte er Dr. Wallace dafür verantwortlich, dass "Timmy" am Montag erneut gestrandet war. So habe die Ärztin beinahe eine Kollision zwischen ihrem Boot und dem Wal ausgelöst, woraufhin das Tier in "völlige Panik" geraten sei.
Sergio Bambarén über Buckelwal "Timmy": "Er ist ein Kämpfer"
Nach der erneuten Strandung habe der Wal in einem 45-Grad-Winkel gelegen, was aufgrund des ungünstig verteilten Gewichts eine große Gefahr für ihn gewesen sei. Aufgrund der Spül- und Saugarbeiten liege "Timmy" aber inzwischen gerade, erklärte Bambarén.
Zur weiteren Planung erklärte der Peruaner, dass "Timmy" sich erst einmal ausruhen müsse. Er betonte aber: "Der Wal will leben. Er ist ein Kämpfer. Er hat eine echte Chance, wieder frei zu sein. Die Chance liegt bei 50:50." Wenn der Zustand es zulasse, werde über die besten Möglichkeiten des Transports diskutiert.
Dass das Tier verhungern könne, sei aktuell noch kein Thema. Wale könnten demnach im Zweifel bis zu sechs Monate ohne Nahrung auskommen, argumentierte der 65-Jährige.
Aufgrund der Bedingungen in der Ostsee sei dieser Fall zweifellos die schwierigste Wal-Rettung, an der er beteiligt gewesen sei, bekräftigte der Umweltschützer. "Wir müssen von Tag zu Tag schauen", so Bambarén.