Ukraine-Krieg: Kreml sieht Russland im Krieg gegen den ganzen Westen!

Ukraine - Neue Milliardenhilfen der USA für die von Russland angegriffene Ukraine sind trotz Zustimmung im Senat weiter in der Schwebe.

Russlands Präsident Wladimir Putin (71) hofft auf eine Blockadehaltung der US-Republikaner.
Russlands Präsident Wladimir Putin (71) hofft auf eine Blockadehaltung der US-Republikaner.  © Sergei Ilyin/Kremlin Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

In der zweiten Kammer des US-Parlaments, dem Repräsentantenhaus, droht eine Blockade - auch wenn US-Präsident Joe Biden (81) die Republikaner eindringlich aufrief, sich der Verabschiedung von Ukraine-Hilfen nicht länger in den Weg zu stellen.

Die republikanischen Abgeordneten in der Kammer müssten sich entscheiden, ob sie für Freiheit einträten oder für Tyrannei, sagte Biden im Weißen Haus in Washington.

Sie müssten sich entscheiden, ob sie an der Seite der Ukraine stünden oder an der Seite des russischen Präsidenten Wladimir Putin (71) - an der Seite Amerikas oder an der Seite des früheren US-Präsidenten Donald Trump (77).

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Ukraine Nawalnys Mutter bekommt endlich die Leiche ihres Sohnes

In der Nacht zu Mittwoch herrschte in der östlichen Hälfte der Ukraine erneut Luftalarm. Es drohe die Gefahr, dass Russland Raketen schieße, teilte die ukrainische Luftwaffe mit.

Die wichtigsten Entwicklungen in der Ukraine findet Ihr in diesem fortlaufend aktualisierten Artikel.

14. Februar, 21.41 Uhr: Ukraine wappnet sich gegen russische Aufklärungsdrohnen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (46) und seine Führung haben bei einer Sitzung in Kiew über eine verbesserte Abwehr russischer Aufklärungsdrohnen beraten.

Fluggeräte wie die russischen Drohnen Orlan seien "die Augen für die russische Artillerie und Kampfdrohnen", schrieb Selenskyj am Mittwoch auf dem Portal X (früher Twitter). Die Ukraine könne solche Drohnen technisch blind machen. Nötig sei aber ein systematischer Ansatz von der Identifikation der feindlichen Drohnen bis zum Einsatz elektronischer Kriegsführung gegen sie und ihrer Vernichtung, sagte Selenskyj. Nötig sei eine enge Verbindung zwischen Armee und einheimischen Rüstungsproduzenten. "Hersteller müssen klar den Bedarf der Front kennen, während die Armee die Produktionskapazitäten in jeder Region kennen sollte", erklärte der Präsident.

14. Februar, 20.01 Uhr: Kreml sieht Russland im Krieg gegen den ganzen Westen

Fast zwei Jahre nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sieht sich Moskau nach Worten von Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Krieg mit der gesamten westlichen Welt.

Das sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin am Mittwoch russischen Agenturberichten zufolge. "Die militärische Spezialoperation hat als Operation gegen die Ukraine begonnen", wurde Peskow zitiert. "Mit der Zeit hat sie die Form eines Krieges gegen den kollektiven Westen angenommen." Er sprach von einem Krieg, in den die westlichen Länder mit den USA an der Spitze direkt verwickelt seien.

Laut Kreml befindet sich Russland im Krieg gegen den gesamten Westen. (Symbolbild)
Laut Kreml befindet sich Russland im Krieg gegen den gesamten Westen. (Symbolbild)  © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

14. Februar, 18.14 Uhr: Mindestens sieben Verletzte in Charkiw nach Raketenbeschuss

Das russische Militär hat durch Raketenbeschuss offiziellen Angaben nach mindestens sieben Zivilisten in der Siedlung Welykyj Burluk im nordostukrainischen Gebiet Charkiw verletzt.

"Sie haben ein zweigeschossiges Wohnhaus getroffen und noch eins daneben", schrieb der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal. Der Katastrophenschutz sei im Einsatz. Unter den Trümmern seien noch weitere Personen. Nach Angaben Synjehubows wurde der Beschuss kurz nach 16.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) mit umfunktionierten Flugabwehrraketen vom Typ S-300 geführt. Russland setzt diese Raketen in seinem Angriffskrieg häufig gegen Bodenziele im Nachbarland ein.

Das System S-300 dient eigentlich der Flugabwehr. Im Ukrainekrieg werden die Raketen aber oft auch zum Beschuss feindlicher Bodenziele eingesetzt.
Das System S-300 dient eigentlich der Flugabwehr. Im Ukrainekrieg werden die Raketen aber oft auch zum Beschuss feindlicher Bodenziele eingesetzt.  © Maxim Shipenkov/EPA/dpa

14. Februar, 15.27 Uhr: Ukrainischer Oberbefehlshaber spricht von "äußerst schwieriger" Lage

Der neue ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj (58) und Verteidigungsminister Rustem Umjerow (41) haben Frontabschnitte bei Awdijiwka und Kupjansk in der Ostukraine inspiziert.

"Die operative Lage ist äußerst schwierig und angespannt", schrieb Syrskyj am Mittwoch bei Telegram. Personell seien die russischen Truppen überlegen. Zudem setze die russische Luftwaffe massiv Lenkbomben ein und ukrainische Positionen würden ständig von der russischen Artillerie beschossen, erklärte er. Syrskyj zufolge führt Kiew Reserven zur Verstärkung der eigenen Truppen heran.

Der neue ukrainische Oberbefehlshaber, Olexander Syrskyj (58, l.).
Der neue ukrainische Oberbefehlshaber, Olexander Syrskyj (58, l.).  © Ukrainisches Präsidentialamt/Pool/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

14. Februar, 14.30 Uhr: Bundesregierung begrüßt Ukraine-Hilfe aus Washington

Die Bundesregierung hat die Unterstützung des US-Senats für ein milliardenschweres Hilfspaket zugunsten der Ukraine ausdrücklich begrüßt.

"Die darin vorgesehen Mittel sind wichtig und von großer Bedeutung, damit die Ukraine sich weiterhin gegen den russischen Angriffskrieg verteidigen kann", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in Berlin.

Gleichzeitig äußerte er seine Hoffnung, dass nun auch das Repräsentantenhaus - die zweite Kammer des Washingtoner Parlaments - dem Vorhaben zustimmt.

14. Februar, 12.26 Uhr: Putin segnet Gesetz zur Enteignung von Kriegskritikern ab

Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein Gesetz zur Beschlagnahmung des Eigentums von Kriegsgegnern und Staatsfeinden abgesegnet.

Das entsprechende Dekret wurde am Mittwoch in der russischen Gesetzesdatenbank veröffentlicht. Das Gesetz besagt, dass Besitz, der durch die Verbreitung angeblicher Falschinformationen über die russische Armee oder Aufrufe zur Gefährdung der nationalen Sicherheit Russlands erworben worden sei, eingezogen werde.

Wie das Gesetz in der Praxis angewendet werden soll, ist noch unklar. "Apriori irgendwelche Besorgnisse auszusprechen, halten wir für unbegründet", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow zu möglicher Kritik.

Russlands Präsident Wladimir Putin (71) hat ein Gesetz zur Beschlagnahmung des Eigentums von Kriegsgegnern und Staatsfeinden abgesegnet.
Russlands Präsident Wladimir Putin (71) hat ein Gesetz zur Beschlagnahmung des Eigentums von Kriegsgegnern und Staatsfeinden abgesegnet.  © Alexander Zemlianichenko/Pool AP/dpa

14. Februar, 9.54 Uhr: Tote und Verletzte bei Angriffen auf ostukrainische Stadt Selydowe

Durch russischen Beschuss der ostukrainischen Stadt Selydowe sind offiziellen Angaben zufolge drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden.

Unter den Toten im Gebiet Donezk seien eine Schwangere und ein neun Jahre alter Junge, teilte die Staatsanwaltschaft der Region am Mittwochvormittag mit. Auch unter den Verletzten seien mehrere Kinder. Getroffen wurden bei den nächtlichen Raketenangriffen demnach mehrere Wohnhäuser und ein Krankenhaus. Rund 100 Patienten wurden in Krankenhäuser in anderen Städten evakuiert.

14. Februar, 8.49 Uhr: Explosionen am Schwarzen Meer - Kriegsschiff getroffen?

Aus dem Süden der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind in der Nacht zum Mittwoch mögliche Explosionen gemeldet worden.

Das ukrainische Medium "Ukrajinska Prawda" berichtete am Vormittag unter Berufung auf eine anonyme Quelle beim Militärgeheimdienst HUR, die russische Schwarzmeerflotte sei mit Drohnen angegriffen worden. Dabei sei das russische Landungsschiff "Caesar Kunikow" so schwer beschädigt worden, dass es gesunken sei. Unabhängig ließ sich das nicht überprüfen. Eine offizielle Mitteilung gab es von ukrainischer Seite zunächst nicht.

Das russische Verteidigungsministerium sprach lediglich von sechs ukrainischen Drohnen, die in der Nacht angeblich erfolgreich über dem Schwarzen Meer abgeschossen worden seien.

14. Februar, 6.25 Uhr: Biden nennt Trumps Nato-Aussage dumm, beschämend und unamerikanisch

US-Präsident Joe Biden hat die jüngsten Äußerungen seines Amtsvorgängers Donald Trump zur Nato mit scharfen Worten kritisiert.

"Um Himmels willen, das ist dumm, das ist beschämend, das ist gefährlich, das ist unamerikanisch", sagte Biden am Dienstag zu Trumps Ansage, dass er Nato-Partnern, die ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen, keinen Schutz vor Russland gewähren würde.

"Kein anderer Präsident in der Geschichte ist jemals vor einem russischen Diktator in die Knie gegangen", kritisierte Biden. "Ich werde das nie tun."

US-Präsident Joe Biden (81) hat die jüngsten Äußerungen seines Amtsvorgängers Donald Trump (77) zur Nato mit scharfen Worten kritisiert.
US-Präsident Joe Biden (81) hat die jüngsten Äußerungen seines Amtsvorgängers Donald Trump (77) zur Nato mit scharfen Worten kritisiert.  © Rebecca Blackwell/AP/dpa, Evan Vucci/AP/dpa

13. Februar, 22.25 Uhr: Selenskyj hofft auf Zustimmung der US-Abgeordneten zu Ukraine-Hilfen

Nach der Zustimmung des US-Senats zu neuen Ukraine-Hilfen hofft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (46) auf ein positives Votum auch in der zweiten Parlamentskammer in Washington.

"Der nächste Schritt ist die Abstimmung im Repräsentantenhaus", sagte Selenskyj am Dienstag in seiner abendlichen Videoansprache. Er setze dort auf die gleiche "moralisch starke Entscheidung", wie er sagte. "Sie wird sich für unsere gemeinsame Sicherheit auszahlen", appellierte er an die US-Abgeordneten.

Titelfoto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

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