Nach tödlichem Zugunglück: Familien posten verzweifelte Hilferufe

Adamuz (Spanien) - Bei einem schweren Zugunglück in Andalusien im Süden Spaniens sind am Sonntagabend mindestens 39 Menschen ums Leben gekommen, mehrere wurden verletzt und werden von ihren Angehörigen gesucht.

In Andalusien im Süden Spaniens sind zwei Züge entgleist.
In Andalusien im Süden Spaniens sind zwei Züge entgleist.  © HANDOUT / GUARDIA CIVIL / AFP

Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia entgleiste am Sonntag nahe der Gemeinde Adamuz offenbar bei einer Geschwindigkeit von rund 300 km/h und geriet laut der Bahngesellschaft Renfe auf das benachbarte Gleis.

Daraufhin entgleiste auch ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug. Mehrere Waggons beider Züge wurden stark beschädigt.

Seitdem posten Familie und Freunde der Insassen in den sozialen Medien Fotos der Reisenden und flehen um Hinweise, um das Schicksal ihrer Liebsten zu erfahren.

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So auch Ricardo, der seinen Vater vermisst: "Bitte, wer sich in Adamuz aufhält und diesen Mann erkennt, soll mich bitte kontaktieren", schreibt der junge Mann auf X.

Die spanische Polizei hat Sammelstellen für DNA-Proben eingerichtet

Rafael Millán Albert (r.) wird vermisst. Er saß mit seiner Frau in dem Zug, der entgleiste.
Rafael Millán Albert (r.) wird vermisst. Er saß mit seiner Frau in dem Zug, der entgleiste.  © X/Screenshot/antoniovzquez_

Auch Antonio bittet auf X um Informationen: "Meine Tante und mein Onkel waren in dem Alvia-Zug [...] wir haben seitdem nichts mehr von meinem Onkel gehört. Sein Name ist Rafael Millán Albert. Wir wären für jede Information sehr dankbar."

Álvaro Gallardo sucht nach seinem Vater, Andrés Gallardo Vaz. Er schrieb am Sonntag auf X: "Wir versuchen seit 21 Uhr, meinen Vater, Andrés Gallardo Vaz, zu erreichen. Er war im Zug nach Huelva. Bitte geben Sie Bescheid, falls Sie ihn sehen oder etwas über ihn wissen."

Am Montagmorgen ergänzte er verzweifelt: "Wir konnten ihn immer noch nicht erreichen. Wir haben alle Krankenhäuser, Kliniken und andere Einrichtungen angerufen, und auch meine Familie, die nach Córdoba gereist ist, konnte nirgends etwas über ihn finden."

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Die spanische Polizei sprach laut der Nachrichtenagentur AP von 159 Verletzten bei dem Zugunglück, von denen sich fünf in Lebensgefahr befinden.

Um die Opfer des Unglücks zu identifizieren, hat die spanische Guardia Civil fünf Sammelstellen für DNA-Proben eingerichtet, an denen Angehörige der Unfallopfer ihre Proben abgeben können, wie sie auf X mitteilten.

Titelfoto: Bildmontage: HANDOUT / GUARDIA CIVIL / AFP, X/Screenshot/antoniovzquez_, X/Screenshot/Ricardochammo, X/Screenshot/lvijeje

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