Zahl der Toten nach Zug-Unglück steigt weiter: Polizei ermittelt wegen möglicher Korruption
Adamuz (Spanien) - Zwei Tage nach dem schweren Zugunglück in Spanien ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Unterdessen ermittelt die Polizei wegen eines Korruptionsverdachts.
Im Laufe des Dienstags sind drei Leichen in den Trümmern von Waggons gefunden worden, sodass nach derzeitigem Stand 42 Menschen ums Leben gekommen sind, teilte die Regionalregierung Andalusiens auf der Plattform X mit. Die Zahl der als vermisst gemeldeten Personen liege bei 43.
Spanischen Medien zufolge untersucht die Guardia Civil, ob die an der Streckensanierung beteiligten Firmen minderwertiges und nicht zugelassenes Material verbaut haben, um ihre Gewinne zu erhöhen. Als Gegenleistung könnten für die Vergabe Provisionen geflossen sein.
Bei dem Zusammenstoß waren am Sonntagabend auch Dutzende Menschen zum Teil schwer verletzt worden. Neun von ihnen würden noch auf Intensivstationen behandelt, so die Regionalregierung.
Das Auswärtige Amt (AA) in Berlin teilte mit: "Leider müssen wir davon ausgehen, dass sich auch deutsche Staatsangehörige unter den Betroffenen befinden. Über die Anzahl gibt es derzeit noch keine verlässlichen Angaben." Man stehe mit den örtlichen Behörden im engen Austausch, um eine Aufklärung der Identitäten der Opfer zu betreiben.
Unklar blieb zunächst, ob es sich bei den deutschen Betroffenen um Tote oder Verletzte handelt. Grande-Marlaska sagte, bis Montagabend sei es gelungen, sieben Tote zu identifizieren.
Königspaar reist vorzeitig von Beerdigung ab
Am Sonntagabend waren zwei in entgegengesetzte Richtungen fahrende Hochgeschwindigkeitszüge nördlich von Córdoba kollidiert und entgleist. Als Ursache für die Katastrophe wurde ein Bruch einer Schiene nicht ausgeschlossen.
Verkehrsminister Óscar Puente betonte jedoch, es werde mindestens Tage oder auch Wochen dauern, bis es belastbare Erkenntnisse über die Ursachen für den Unfall gebe.
Am Nachmittag wurde auch das spanische Königspaar am Unglücksort erwartet.
König Felipe VI. (57) und Königin Letizia (53) waren vorzeitig aus Athen zurückgekehrt, wo sie an der Beisetzung von Irene von Griechenland, der Schwester der spanischen Altkönigin Sofía, teilgenommen hatten.
Erstmeldung vom 20. Januar, 12.10 Uhr. Letzte Aktualisierung am 20. Januar, 21.11 Uhr.
Titelfoto: Rocío Ruz/EUROPA PRESS/dpa

