Hamburg - Sie moderiert seit zwei Jahrzehnten, doch jetzt will sie auch die Schlagerbühnen erobern. Wahl-Hamburgerin Ilka Groenewold (41) startet mit ihrem Debütalbum "Unikat" musikalisch neu durch und hat dabei einen ganz besonderen Traum: einmal in der großen Show von Schlagerstar Florian Silbereisen (44, "Schlagerboom") aufzutreten.
Vielleicht erinnern sich ein paar noch: Schon Anfang der 2000er-Jahre stand Groenewold vor der Kamera - unter anderem als Moderatorin der "McClip Show" beim Musiksender "VIVA". Heute arbeitet sie weiterhin als Moderatorin, Autorin und Reporterin, unter anderem für "Die Welt". Doch seit 2023 verfolgt sie parallel eine zweite Karriere: Schlager!
Dabei begann eigentlich alles mit Musik. Direkt nach dem Abitur zog die heute 41-Jährige von Leer (Ostfriesland) nach Hamburg, um dort Musiktheater zu studieren. Ihr Plan damals: die Musicalbühne.
Doch kurz nach der Ausbildung entschied sie sich anders. "Vor 20 Jahren hieß es noch: Du musst dich auf eine Sache konzentrieren. Heute sieht man das lockerer; aber damals war es eher verpönt, mehrere Dinge parallel zu machen", so Groenewold im TAG24-Gespräch.
Also setzte sie ganz auf die Moderation - auch, weil Branchenexperten darin die sicherere Zukunft sahen. Heute profitiert sie von dieser Entscheidung. "Ich habe mir über die Jahre eine gewisse Sicherheit aufgebaut. Dadurch kann ich jetzt auch wieder neue Wege ausprobieren. Wenn die Musik funktioniert, freue ich mich natürlich. Und wenn nicht, habe ich immer noch meine Moderation."
Bislang sieht es aber gut aus: Ihre aktuelle Single "Mit dir für immer siebzehn" hielt sich elf Wochen in den Top 30 der Airplay-Charts.
Ilka Groenewold sang nur in ihrer Freizeit, "dachte, schadet meinem Image"
Ganz verschwunden war die Leidenschaft für Musik allerdings nie: "Ich habe sie nur lange nicht öffentlich ausgelebt, weil ich dachte, das könnte meinem Image schaden."
Die Wende kam während der Pandemie: Ein befreundeter Musiker aus dem Orchester des Musicals "Der König der Löwen" fragte sie spontan, ob sie einen Song einsingen wolle. Aus dem kleinen Projekt wurde schnell der Wunsch, es doch noch mal mit der Musik zu probieren. Zunächst überlegte Groenewold sogar, Songs aus den 90er-Jahren zu covern.
Doch nach Gesprächen mit ihrem Produzenten Markus Norwin Rummel (36) entschied sie sich dagegen: "Viele der Künstler sind heute selbst wieder aktiv. Da ergab es wenig Sinn einzusteigen, solange die Originale noch auftreten." Stattdessen fiel ihre Wahl auf Schlager - auch, weil die Gesangstechnik gut zu ihrer Musicalausbildung passe.
Eine klassische Musical-Karriere passe heute nicht mehr zu ihrem Lebensstil - zu viele berufliche Reisen und ein fester Lebensmittelpunkt in Hamburg machten das schwierig. "Gastauftritte - vielleicht zehn Vorstellungen - wären ein Traum für mich. Aber jeden Abend dieselbe Show zu spielen, habe ich bewusst ausgeschlossen", so Groenewold.
Ilka Groenewold: "Manchmal höre ich meine eigenen Songs beim Joggen"
Ein anderes Ziel hat sie dafür umso klarer vor Augen: ein Auftritt in einer der großen Schlager-Shows mit Florian Silbereisen.
Die Chance, ihn persönlich anzusprechen, verpasste sie allerdings knapp. Bei einer beruflichen Reise war sie auf demselben Schiff wie die TV-Crew der ZDF-Reihe "Das Traumschiff" - doch die Produktion ging genau dann von Bord, als sie in San Francisco zustieg. Ihr Album ließ sie trotzdem über ein Crewmitglied weiterreichen.
Eigene Fans hat die Allrounderin inzwischen definitiv, was sie selbst überrascht hat, wie sie TAG24 verriet. "Wenn ich in einem Schlager-Magazin vorgestellt werde, bekomme ich teilweise bis zu 100 Briefe pro Woche", so Groenewold. Ein Fanandrang, den sie zuletzt höchstens zu ihrer VIVA-Zeit erlebt habe.
Die Publikumsnähe sei auch ein weiterer Grund für das Genre Schlager gewesen. Ironischerweise stellen ausgerechnet die Liveauftritte für die erfahrende Moderatorin eine neue Herausforderung dar.
"Beim Moderieren arbeite ich mit Stichpunkten und kann frei sprechen. Beim Singen muss jedes Wort exakt stimmen. Deshalb baue ich mir die Texte immer als kleine Geschichte im Kopf auf. So kann ich sie mir besser merken - manchmal höre ich meine Songs sogar beim Joggen noch einmal durch", so Groenewold lachend.
Zukünftig will die Schlager-Newcomerin auch selbst an ihren Songs mitarbeiten: "Dann wäre noch mehr von mir selbst in der Musik - nicht nur: Ich finde den Song gut und nehme ihn auf."