Grausamer Holocaust-Horror "The Painted Bird" sorgt für Eklat: Zuschauer flüchten!

Toronto (Kanada) - Zu heftig für einige Zuschauer! Der Holocaust-Horror "The Painted Bird" des tschechischen Regisseurs Vaclav Marhoul ("Tobruk") hat beim Toronto International Film Festival (TIFF) für einen Eklat gesorgt.

"The Painted Bird" liefert dem Trailer und Kritikern nach zu urteilen grandiose cineastische Bilder ab.
"The Painted Bird" liefert dem Trailer und Kritikern nach zu urteilen grandiose cineastische Bilder ab.  © PR/TIFF

Mehr als 40 anwesende Personen sollen laut "The Hollywood Reporter" bei der Vorführung den Saal verlassen haben.

Ähnliches war bereits beim Festival in Venedig wenige Wochen zuvor geschehen.

Doch was kann die Zuschauer zweier solch renommierter Festivals so sehr schockieren?

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Die Verfilmung eines Romans, der als eines der heftigsten und kraftvollsten Bücher des 20. Jahrhunderts gilt: "Der bemalte Vogel" von Jerzy Kosinski aus dem Jahr 1965 verstörte die Leser mit seiner hoffnungslosen Geschichte, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges spielt, offenbar sehr.

Schon nach seiner Veröffentlichung löste der Roman damals hitzige Diskussionen aus. Denn die Hauptrolle spielt ein namenloser jüdischer Junge, der Opfer von unzähligen Gräueltaten wird.

Er wird in einem nicht benannten osteuropäischen Land auf widerwärtige Art und Weise missbraucht, gefoltert, gedemütigt und als Sklave gehalten sowie ausgebeutet.

Auch die neue Verfilmung soll ein Werk sein, das schon zu Beginn schockiert, als Kinder erst ein Nagetier mit Benzin übergießen, dann anzünden und den Todesqualen lauschen.

Trailer von "The Painted Bird" deutet die Brutalität der Geschichte mehr als an

Der namenlose Junge wird Opfer unzähliger Gräueltaten.
Der namenlose Junge wird Opfer unzähliger Gräueltaten.  © PR/TIFF

Anfangs wird der namenlose Junge von Dorfleuten entdeckt, soll erst ertränkt werden, wird dann aber doch an eine Zigeunerin verkauft.

Und das ist nur ein winziger Ausschnitt von dem, was der Junge in dem 179 Minuten langen Schwarz-Weiß-Epos an Barbareien erlebt.

Dazu deutet auch der Trailer die düstere Stimmung und die Brutalität des Filmes mehr als nur an: Krähen hacken auf dem Kopf des eingegrabenen Kindes herum, eine Menschenmenge wirft ihn in eine Grube voller Exkremente, es gibt Peitschenhiebe auf den vernarbten Rücken und viele andere abstoßende Dinge zu sehen.

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Das alles soll laut Berichten auch den abgebrühtesten Zuschauer nicht kaltlassen, weshalb die flüchtenden Menschen nicht überraschen.

So wird man von diesem Werk wohl noch einiges hören. Das dürfte auch mit der Besetzung zu tun haben. Denn Marhoul hat ein international namhaftes Ensemble vor der Kamera versammelt. Stellan Skarsgard ("Chernobyl"), Harvey Keitel ("Reservoir Dogs - Wilde Hunde"), Barry Pepper ("Der Soldat James Ryan") und auch der deutsche Schauspieler Udo Kier ("Iron Sky 2") treten allesamt auf.

Wann und ob der Film hierzulande in die Kinos kommt, steht noch nicht fest. Momentan gibt es noch keinen deutschen Verleih für "The Painted Bird", der hinsichtlich seiner Geschichte und Bilder an das deutsche Ausnahmewerk "Der Hauptmann" erinnert.

In "The Painted Bird" wird den Zuschauern Kritikern zufolge extrem viel zugemutet. (Bildmontage)
In "The Painted Bird" wird den Zuschauern Kritikern zufolge extrem viel zugemutet. (Bildmontage)  © PR/TIFF

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