Darum überzeugt der Fan-Schock in "Terminator: Dark Fate" nicht!

Deutschland - Achtung, Spoiler voraus! Bitte nur weiterlesen, wenn Du "Terminator: Dark Fate" (>>TAG24-Filmkritik) schon gesehen hast. Denn in diesem Artikel geht es explizit um eine Szene zu Beginn des Filmes, die polarisiert.
Der T-800 (Arnold Schwarzenegger) und Sarah Connor (Linda Hamilton) haben in "Dark Fate" ein äußerst schwieriges Verhältnis...
Der T-800 (Arnold Schwarzenegger) und Sarah Connor (Linda Hamilton) haben in "Dark Fate" ein äußerst schwieriges Verhältnis...  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Nach "Terminator 2: Tag der Abrechnung" dauerte es satte 28 Jahre, bis die Hauptdarsteller wieder zueinander fanden. Linda Hamilton (Sarah Connor) und Arnold Schwarzenegger (T-800) sind gemeinsam zurück!

Doch was ist mit dem dritten Publikumsliebling? Mit Edward Furlong, der den jungen John Connor in "Judgement Day" auf so erfrischende Art und Weise spielte?

Gerüchte machten die Runde, dass er auch in "Dark Fate" dabei sein soll. Das stimmt leider nicht bzw. nur bedingt. Denn einen neuen Auftritt von Furlong, der nach seinem frühen Ruhm privat abstürzte und wegen Drogen- und Alkoholsucht viele Rollen abgeben musste, gibt es nicht.

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Stattdessen wurde Archivmaterial von ihm als Junge verwendet, dass, vom Computer bearbeitet, für die schockierendste Szene des gesamten Filmes sorgte.

Nach "Tag der Abrechnung" schien alles gut zu sein. Die Menschheit, Sarah und John waren endlich gerettet.

Doch im Gefühl dieser trügerischen Sicherheit wurden sie übermütig und unterschätzten die Gefahr. Denn Skynet war noch lange nicht besiegt. Mehrere Terminatoren wurden durch die Zeit geschickt, um das Schicksal der Welt doch noch zu verändern und den Maschinen eine neue Chance zu geben - was gelingen sollte.

Für John Connor kommt in Guatemala jede Hilfe zu spät

...kämpfen aber dennoch gemeinsam gegen neue Feinde.
...kämpfen aber dennoch gemeinsam gegen neue Feinde.  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Denn in einer Strandbar in Livingston, Guatemala, tauchte aus dem Nichts ein T-800 auf, den Sarah zu spät bemerkte, weil sie liebevoll ihren Sohn betrachtete, der an der Bar saß.

Als sie ihn bemerkte, war es dann zu spät: Der Terminator hatte John bereits tödlich getroffen und damit auch Sarah für immer gebrochen.

Dieser schwerwiegende Verlust und dieses persönliche Drama ist ein entscheidender Antrieb für Sarah in "Dark Fate". Vollends überzeugen kann die Szene allerdings nicht.

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Das liegt schon an der erkennbar notdürftigen Zusammenstellung. Ja, das digitale De-Aging von Hamilton und Schwarzenegger funktioniert.

Dennoch kommt die Sequenz unvorbereitet, abrupt und ist zu kurz geraten. Die Kosten für eine aufwendigere Sequenz hätten das Budget wohl gesprengt.

Gerade weil John nun doch gezeigt wird, hätte man sich gewünscht, dass es einen Weg mit einem erneuten Auftritt von Furlong gegeben hätte. Ob er dazu in der Lage gewesen wäre, ist nach seinen Eskapaden allerdings unklar.

Der Strandbar-Szene in "Terminator: Dark Fate" fehlt es an Vorbereitung und Tiefe

Beide kehren in ihre Kultrollen zurück und begeistern.
Beide kehren in ihre Kultrollen zurück und begeistern.  © PR/2019 Twentieth Century Fox

Doch wenn man es schon so lösen musste, hätte man wenigstens ein paar Details mehr einbauen- und die Szene vorbereiten können.

Natürlich soll in "Dark Fate" zumindest teilweise eine Wachablösung stattfinden und Daniella "Dani" Ramos (Natalia Reyes) im Mittelpunkt stehen. Dennoch hätte es nicht geschadet, Johns Tod mehr Würde zu verleihen und ihn nicht so schnell und lieblos abzuhandeln.

Schließlich zehrt Sarah, zehrt der Film bis zum Schluss von dieser kurzen Sequenz, der aber die Überzeugungskraft fehlt - gerade, wenn man zur Vorbereitung "Judgement Day" gesehen hat.

Denn ist es vorstellbar, dass Sarah so unaufmerksam ist, wie hier zu Beginn? Schwierig!

Immerhin ist ihre anschließende Entwicklung authentisch: Sie hat mit Alkoholproblemen zu kämpfen, ist ein seelisches Wrack und hat nur noch ein Ziel vor Augen: Jeden weiteren Terminator, der in ihrer Zeit ankommt, zu vernichten.

Hilfe erhält sie dabei von jemand Unbekanntem, der ihr Zeit und Ankunftsort nennt. So trifft sie auch auf Daniella "Dani" Ramos (Natalia Reyes) und Grace (Mackenzie Davis), die vom gefährlichen Rev-9 (Gabriel Luna) verfolgt und gestellt werden und ihre Unterstützung gut gebrauchen können.

Titelfoto: PR/2019 Twentieth Century Fox

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