Hamburg/Magdeburg - Gegenseitige Vorwürfe und Anschuldigungen: Vor Kurzem hat Schauspieler und "Dschungelcamp"-Teilnehmer Stephen Dürr (51) scharf gegen ein Autohaus aus Magdeburg geschossen - das Unternehmen wehrt sich nun mit deutlichen Worten.
Gegenüber TAG24 ließ die Geschäftsführerin über ihre Rechtsanwältin Julia Hartwig erklären: "Die von Herrn Stephen Dürr öffentlich erhobenen Vorwürfe sind aus Sicht meiner Mandantin unvollständig, verkürzt und in wesentlichen Punkten unzutreffend."
Die Juristin weiter: "Der zugrunde liegende Sachverhalt ist komplex und Gegenstand einer laufenden rechtlichen Auseinandersetzung. Meine Mandantin weist den Vorwurf betrügerischen oder sonst rechtswidrigen Handelns ausdrücklich zurück."
Dass der Schauspieler mit dem Thema kurz vor seinem Einzug in den Dschungel an die Öffentlichkeit gehe, sei demnach "auffällig" und "nicht zufällig", argumentierte Hartwig. Der Vorwurf: Dürr wolle bewusst "eine mediale Druckkulisse" aufbauen, um Reichweite zu erzielen.
Darüber hinaus warf die Anwältin dem Hamburger vor, den Konflikt gezielt zu suchen und weiter eskalieren zu lassen, anstatt an einer Klärung interessiert zu sein. Der 51-Jährige habe kein Interesse daran gezeigt, den Konflikt ohne Öffentlichkeit beizulegen.
Stephen Dürr weist Vorwürfe des Autohauses entschieden zurück
Auf TAG24-Anfrage wies Dürr die ihm unterstellten Motive entschieden zurück. "Meine öffentlichen Äußerungen sind aus tiefer persönlicher Betroffenheit über einen aus meiner Sicht bis heute ungeklärten Sachverhalt erfolgt", verdeutlichte er.
Es sei unstreitig, dass ihm aus den zugrunde liegenden Vereinbarungen und Verträgen entweder das gekaufte Auto oder eine Rückzahlung des geleisteten Geldbetrags zustünde - beides sei bis heute nicht erfolgt.
Dürr weiter: "Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand gibt es zudem weitere Personen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und ebenfalls auf die Begleichung offener Forderungen warten. Die Angelegenheit wird auf dem vorgesehenen rechtlichen Weg geklärt."
Nach TAG24-Informationen soll es tatsächlich mindestens acht Kunden geben, die ähnliches erlebt haben sollen. Mit zwei von ihnen - einem Hotelbetreiber aus Schleswig-Holstein und einem Schornsteinfeger aus Brandenburg - hat TAG24 gesprochen.
Autohaus bestreitet weitere Fälle und kritisiert öffentliche Vorverurteilung
Der Hotelbetreiber habe laut eigener Aussage im Juni 2024 ein Auto für mehr als 100.000 Euro gekauft (entsprechende Belege liegen TAG24 vor), sei anschließend aber bezüglich der Lieferung immer wieder mit verschiedenen Argumentationen vertröstet worden.
Unter anderem habe das Autohaus persönliche Schicksalsschläge, auch in Verbindung mit dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2024, als Gründe angegeben. Er habe schließlich Klage eingereicht und eine Anzeige wegen Betrugs gestellt.
Der Schornsteinfeger wiederum berichtet, er habe im November 2024 einen Wagen für rund 65.000 Euro gekauft, das Auto aber ebenfalls bis heute nicht bekommen. Einen Gerichtstermin am 13. Januar hätten die Verantwortlichen des Autohauses nicht wahrgenommen. "Für mich ist das ganz klar Betrug", verdeutlichte der Brandenburger.
Darauf angesprochen teilte Rechtsanwältin Hartwig mit: "Pauschale Behauptungen über eine Vielzahl gleichgelagerter Fälle werden ausdrücklich bestritten. Einzelne, nicht näher überprüfbare Schilderungen Dritter ersetzen keine belastbare Tatsachengrundlage und rechtfertigen insbesondere keine öffentliche Vorverurteilung."
Der Konflikt geht weiter
Abschließend stellte die Juristin klar: "Öffentliche Darstellungen, die den Eindruck erwecken, es handele sich um betrügerisches Verhalten oder um ein systematisches Geschäftsmodell zulasten von Kunden, sind geeignet, den Geschäftsbetrieb erheblich zu schädigen. Entsprechend werden solche Darstellungen rechtlich geprüft."
Das letzte Wort scheint in diesem Konflikt noch lange nicht gesprochen ...