Magdeburg - Tokio-Hotel-Frontmann Bill Kaulitz (36) besuchte im Rahmen seiner Netflix-Doku "Kaulitz & Kaulitz" seine Heimat nahe Magdeburg - und schwelgte dabei nicht nur in positiven Erinnerungen.
"Gott sei Dank haben wir Security", war Bills erster Gedanke, als er gemeinsam mit seinem Team in Magdeburg aus dem Van stieg.
Zu Beginn lachten der 36-Jährige und sein Kindheitskumpel Gühne noch über die gemeinsame Vergangenheit: Wie sie in der Straßenbahn vor den Kontrolleuren wegrannten, wie Tom Skateboard gefahren sei und wie die Jungsgruppe heimlich gekifft habe.
Aber die Familie Kaulitz, die schon lange nicht mehr in Sachsen-Anhalt lebt, verbindet nicht nur schöne Dinge mit der Heimat, im Gegenteil. Schon damals waren sie von Rechtsextremen umgeben.
"Meine Kinder waren kunterbunt und die wurden ständig angegriffen", erinnerte sich Kaulitz-Mama Charlotte unter Tränen in der Netflix-Doku, "davon gab es einige Situationen und die haben mir Angst gemacht."
Charlotte und ihr damaliger Partner mussten die Jungs mit Baseballschlägern, Schreckschusspistolen oder Hunden abholen, weil sie "nie sicher waren, was uns erwartet", erklärte sie.
Bill Kaulitz konnte Frieden mit schlimmen Jugenderinnerungen finden
"Die haben dann alle möglichen Sachen gedroht, die schlagen uns zusammen und pissen auf uns drauf", schilderte auch Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz (36) die schreckliche Realität ihrer Kindheit, "das ging teilweise so schlimm, dass wir Angst hatten, zur Schule zu gehen."
Der kleine Ort Loitsche, etwa 25 Kilometer von Magdeburg entfernt, hat nur eine Bushaltestelle. "Im Bus war Krieg", erinnerte sich Bill weiter, "da gab's Leute die haben gesagt 'Wir bringen die beiden um'."
Glücklicherweise ließen sich die Twins davon nie unterkriegen. In "typischer Kaulitz-Manier" wurden Tom und Bill nicht leiser, sondern eher lauter, trugen "Nazis raus"-Shirts, färbten sich die Haare und trugen weiterhin Make-up.
Trotz der schlimmen Erinnerungen fand Bill, dass der Besuch seines Heimatortes, wo auch das Vogue-Cover auf dem Kaliberg entstand, etwas Heilendes hatte.
Inzwischen führt der Popstar ein selbstbestimmtes und freies Leben, nicht so wie in seiner Jugend. "Deswegen kann ich so gut Frieden damit finden", meinte er abschließend.