Wurden Ermittlungen deshalb eingestellt? Jetzt spricht Collien Fernandes
Berlin - Der Fall Collien Fernandes (44) schlägt weiterhin hohe Wellen. Mittlerweile hat die Debatte um sexualisierte digitale Gewalt längst die Politik erreicht.
Hintergrund sind die schweren Vorwürfe gegen Fernandes' Ex-Ehemann Christian Ulmen (50).
Seit Jahren kursieren gefälschte pornografische Fotos und Videos von Fernandes. Sie engagiert sich daher schön länger gegen Deepfakes im Netz.
An Weihnachten 2024 folgte dann der Schock. Ulmen soll ihr in einem Gespräch offen gestanden haben: "Ich war das", berichtet der Spiegel.
Lediglich einen Monat zuvor, im November 2024, hatte die Traumschiff-Darstellerin bei der Berliner Polizei noch Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
Der Fall wurde zeitnah an die Staatsanwaltschaft Itzehoe (Schleswig-Holstein) weitergeleitet.
Am Ende verpufften die laufenden Ermittlungen allerdings: Im Juni 2025 wurde das Verfahren eingestellt, "weil Ermittlungsansätze gefehlt haben sollen", heißt es im Spiegel zu den Gründen.
Ist Fernandes selbst daran nicht ganz unschuldig? Im Tagesspiegel erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Fernandes sei gebeten worden, weitere Unterlagen einzureichen - doch dem sei sie nicht nachgekommen.
Collien Fernandes hörte nichts mehr von der Staatsanwaltschaft
Das sieht die 44-Jährige anders und stellt auf Instagram deutlich klar: "Ich habe nachweislich Dokumente und Ermittlungsansätze per E-Mail an die ermittelnden Beamten weitergeleitet."
Die Schauspielerin ging demnach sogar selbst auf die zuständige Behörde zu. "Auf meine Nachfrage per E-Mail erhielt ich die Auskunft, dass der Fall nach Schleswig-Holstein weitergegeben wurde und ich kontaktiert werden würde", schildert sie.
Danach habe sie "nichts mehr gehört".
Fernandes hat demnach weder ein Schreiben noch einen Anruf oder eine E-Mail (der bisherige Kommunikationsweg) erhalten. "Ich habe erst durch die SPIEGEL-Recherche erfahren, dass die Anzeige nach Itzehoe übergeben und eingestellt wurde."
Schon kurz nach Veröffentlichung der Vorwürfe ging Fernandes, die auch in Spanien eine Anzeige erstattet hat, in den tagesthemen mit dem deutschen Rechtssystem hart ins Gericht. "Dass die aktuelle Debatte mit dem Täter sich ausschließlich darum dreht, ob Deutschland oder Spanien zuständig ist - das verhandeln gerade die spanischen Anwälte - das zeigt ja, dass Deutschland ein absolutes Täterparadies ist."
Ulmen selbst hat sich zu den schweren Vorwürfen noch nicht geäußert. Über eine Medienrechtskanzlei ließ er mitteilen, die "Spiegel"-Berichterstattung sei "aus mehreren Gründen rechtswidrig". Man verbreite "unwahre Tatsachen" auf Basis einer einseitigen Darstellung. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

