Anwalt enttarnt Gil Ofarims Video-Lüge: "Das ist eine falsche Aussage!"

Leipzig/Köln - Gil Ofarim (43) und sein Davidstern-Skandal polarisieren weiter. Der Dschungelcamper zog, kurz nachdem er angedeutet hatte, dass möglicherweise Beweise gefälscht worden sein könnten, ins Finale ein. Ein auf Medienrecht spezialisierter Anwalt hat sich mit den zuletzt getätigten Aussagen des Musikers beschäftigt und widerspricht ihm ausdrücklich.

Gil Ofarim (43) hat sich kurz vorm Finale dazu entschieden, doch zu reden. Ob das eine gute Idee war?
Gil Ofarim (43) hat sich kurz vorm Finale dazu entschieden, doch zu reden. Ob das eine gute Idee war?  © RTL

Prof. Christian Solmecke (52) ist Anwalt für Internet- und Medienrecht und Partner in der Kölner Anwaltskanzlei WBS LEGAL, die einen eigenen YouTube-Kanal betreibt.

Ein aktuelles Video auf diesem Channel beginnt der 52-Jährige mit den Worten: "Liebe Leute, was ist da los? Dreht Gil Ofarim jetzt völlig durch oder haben wir damals etwas völlig übersehen?"

Gemeint sind die Aussagen, die der Dschungelcamper am Lagerfeuer im Gespräch mit Simone Ballack (49) getroffen hat. Er deutete unter anderem an, dass das Überwachungsvideo aus dem Westin Hotel in Leipzig manipuliert worden sei, weil zwei Sekunden fehlten.

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"Das ist einfach eine falsche Aussage!", ist der Jurist entsetzt. Das Gericht ging von einem technischen Defekt aus, ein Gutachter habe eine Manipulation nahezu ausgeschlossen. Und: Die zwei Sekunden "zeigen einen leeren Bartresen, das heißt, auf diese zwei Sekunden kam es überhaupt nicht an". Das sagt auch Ofarims eigener Anwalt, Alexander Stevens (44).

"Er versucht, seinen Ruf zu retten, indem er Zweifel sät!", ordnet Solmecke ein. Schlimmer noch: Unterschwellig deutete er außerdem an, dass Presse und Polizei gegen ihn gearbeitet hätten.

Prof. Christian Solmecke (52) hat sich zu Ofarims Aussagen geäußert.
Prof. Christian Solmecke (52) hat sich zu Ofarims Aussagen geäußert.  © WBS LEGAL/Tim Hufnagl

Gil Ofarims Satz "Ich bin freigesprochen" ist schlichtweg falsch

Ofarim mit seinem Anwalt Alexander Stevens (44, r.) beim Prozess 2023. Wenig später las er das Geständnis ab.
Ofarim mit seinem Anwalt Alexander Stevens (44, r.) beim Prozess 2023. Wenig später las er das Geständnis ab.  © Hendrik Schmidt/dpa

Völlig überzeugt behauptete Ofarim gegenüber Simone Ballack außerdem: "Ich bin nicht verurteilt. Ich bin nicht vorbestraft. Ich bin freigesprochen."

Falsch, so Solmecke zu dem letzten Satz. Denn das Gericht habe damals nicht entschieden, er sei unschuldig. "Hier war der Deal, 10.000 Euro zahlen und gestehen - und dann wird eingestellt." Das hat Ofarim getan, er las im Prozess wortwörtlich von einem Zettel die Worte ab: Die Vorwürfe treffen zu, ich habe gelogen.

"Wer gesteht und zahlt, ist nicht vorbestraft, aber auch nicht freigesprochen", sagt Solmecke. "Dass er jetzt so tut, als sei seine Weste weiß, ist natürlich ein Schlag ins Gesicht des Hotelmanagers."

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Auch dass Ofarim sich wieder auf die Sichtbarkeit seines Davidsterns berufe, den ein Zeuge gesehen haben soll, versteht der Jurist nicht. "Ob hier ein Stern zu sehen war oder nicht, darauf kommt es überhaupt nicht an."

Vielmehr sei es von Belang, dass eine Zeugin, die neben ihm am Schalter im Westin Hotel stand, ganz klar ausgesagt habe, dass der Sänger in dieser Zeit nicht antisemitisch beleidigt wurde.

Menschlich gesehen sei das Verhalten Ofarims vielleicht verständlich, sagt Solmecke, "juristisch aber gefährlich und moralisch schwierig". Er bewege sich mit seinen jetzt wieder aufgewärmten Andeutungen auf sehr dünnem Eis, was möglicherweise eine neue Klage zur Folge haben könnte.

Titelfoto: Bildmontage: RTL, WBS LEGAL/Tim Hufnagl

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