Domina berichtet Guido vom Leben als Prostituierte: "Mittlerweile bin ich leider die Dienstälteste"

Hamburg - In der neuesten Folge seines Podcasts "feinstoff" hatte Guido Maria Kretschmer (60) Domina Manuela Freitag zu Gast. Sie erzählte davon, was es heißt, öffentlich als Domina zu leben.

Guido Maria Kretschmer (60) hatte damals Prostituierte als Kundinnen. (Archivbild)  © Marcus Brandt/dpa

Die über 60-Jährige ist seit ungefähr 30 Jahren auf der Herbertstraße in Hamburg beruflich unterwegs. "Mittlerweile bin ich leider die Dienstälteste", sagte die Domina. Doch ist der Alltag als Prostituierte noch immer mit Vorurteilen verbunden.

"Es ist eigentlich für uns besser, anonymer zu arbeiten", so Manuela. Viele würden offiziell nicht zu ihrem Beruf stehen. "Ich habe mich dazu entschlossen, irgendwann nicht mehr so auf Geheimnistuerei zu machen."

Die Domina habe angefangen, in ihrem Bekanntenkreis darüber zu sprechen, was sie berufliche mache. "Und ich merke, es eckt an, man wird nie den Stand bekommen, den man haben möchte."

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Auch der Modedesigner plauderte aus dem Nähkästchen und erzählte, dass seine ersten Kundinnen alle aus dem Milieu kamen. Eine seiner ersten Mitarbeiterinnen kam aus der Prostitution. Halbtags hätte sie bei ihm das "Büro geschmissen" und sei danach "anschaffen gegangen".

"Ich habe Jahre von ihr profitiert, weil keine so dranblieb bei den Produktionsstätten", erzählte der Modedesigner.

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Prostitution im Alter: Angst vor Altersarmut

Manuela Freitag glaubt, dass sie später in Altersarmut leben muss.  © Screenshot/Instagram/guidomariakretschmer

Manuela hatte keine leichte Kindheit. Sie wuchs zunächst bei Pflegeeltern auf, mit vier Jahren kam sie in ein Heim. Erst später erfuhr sie, dass ihre leibliche Mutter Prostituierte war.

"Ich wollte mit 13 schon 18 Jahre alt sein und habe versucht, durch Hintertüren alles zu machen, was eine Achtzehnjährige erst machen kann", so die über 60-Jährige.

Sie habe in Bars gearbeitet und gesehen, wie "Mädels" in Nebenstraßen in Autos einstiegen und damit Geld verdienten. "Da dachte ich, was die können, dass kann ich auch", erklärte die Domina.

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Außerdem wollte Guido von seinem Gast wissen, was passiere, wenn man in der Prostitution bleibe und immer älter werde. "Also ich kann dir sagen, wenn jetzt nicht langsam mal was vorwärtsgeht, dann werde ich irgendwann in Altersarmut dastehen", sagte Manuela ganz ehrlich.

So schlimm finde sie das nicht, denn sie habe ihr Leben gelebt.

Allerdings mache es ihr schon Angst, denn niemand würde so leben wollen.

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