Nur ein Atemzug: Apnoetaucherin verrät Guido ihre Faszination für die Tiefsee
Hamburg - In der aktuellen Folge von Guido Maria Kretschmers (60) Podcast "feinstoff" ist die deutsche Rekordhalterin im Apnoetauchen Anna von Boetticher (56) zu Gast und berichtet von der faszinieren Welt ganz tief im Meer.
Beim Apnoetauchen benötigt man kein zusätzliches Equipment. Als Taucherin nutze sie einen Atemzug für den kompletten Tauchgang. Anna von Boetticher hat 34 deutsche Rekorde im Apnoetauchen gebrochen.
Viele glauben daher, sie sei von Geburt an besonders begabt im Tauchen gewesen. Dabei sei ihre Lunge sogar 25 Prozent zu klein für ihre Körpergröße, erklärt die erfolgreiche Taucherin. Zudem könne sie nicht einmal besonders gut schwimmen und kraulen könne sie überhaupt nicht.
Doch die Neugierde, wie weit man gehen kann, trug sie schon als Kind in sich. Für sie war immer klar: Sie möchte entweder ins Weltall fliegen oder in die Tiefen des Meeres eintauchen. "Es war einfacher, einen Tauchschein zu machen, als zum Mars zu fliegen", sagt sie heute.
Trotzdem begann sie erst mit 17 Jahren mit dem Tauchen. Sie war damals Studentin und hatte nicht genug Geld, um sich regelmäßige Unterrichtsstunden zu leisten. "Also bin ich Tauchlehrerin geworden, weil ich fürs Tauchen nicht bezahlen wollte."
Sich als Taucherin der Umgebung anpassen
Schnell interessierte sie sich für das Tiefseetauchen. "Diese Tiefe hat mich so angezogen, dieser Ort, an dem ich als Mensch eigentlich nicht hingehöre", so von Boetticher.
Irgendwann wurde das Tauchen für von Boetticher dann aber zur Routine. Weil sie wieder herausgefordert werden wollte, kam sie zum Apnoetauchen. Die Tiefe, die sie sonst mit Sauerstoffflasche erreicht hatte, wollte sie nun mit nur einem einzigen Atemzug schaffen.
Ihr sei es zudem wichtig, sich ihrer Umgebung anzupassen und ihre Umwelt und die Tiere darin nicht zu stören. Zum Beispiel trug sie auf den Azoren, um mit den Haien zu tauchen, einen silbernen Anzug. "Ich will ein Teil des Ganzen sein und nicht herausstechen", so die Taucherin.
Guido sieht eine große Aufgabe in ihrer Arbeit: "Du zeigst, was für ein Wunderwerk wir selbst sind und wie schön wir eigentlich in dieses System passen, wenn wir es nicht so zerstören würden."
Apnoetaucherin Anna von Boetticher warnt davor, in Panik zu verfallen
Von Boetticher betont zudem, dass es sehr wichtig ist, in brenzlichen Situationen die Ruhe bewahren zu können: Man dürfe keine Panik bekommen. Wie sie das macht? "Ich sage den Leuten, ich hebe mir die Angst für später auf."
In gefährlichen Momenten selbst beschäftige sie sich also gar nicht erst mit der Angst. Vielmehr überlege sie sich dann, was sie machen muss, um mit dieser Situation umzugehen.
Doch auch, wenn mal etwas schiefgegangen ist, hält von Boetticher das beim nächsten Tauchgang nicht auf: "Ich hatte unter Wasser schon immer das Gefühl, dass ich mit allem klarkommen werde."
Titelfoto: Bildmontage Marcus Brandt/dpa, Screenshot/Instagram/guidomariakretschmer

