TV-Star Nazan Eckes packt aus: Das steckt hinter ihrem RTL-Aus
Köln/Mallorca (Spanien) - Vor vier Jahren zog Nazan Eckes die Reißleine. Sie kehrte RTL den Rücken und wanderte nach Mallorca aus. Jetzt hat die Moderatorin neue Details über ihr plötzliches TV-Aus ausgepackt.
Im Interview mit "Welt am Sonntag" erklärt Eckes anlässlich ihres 50. Geburtstages, dass die Entscheidung für einen Rückzug aus der deutschen Fernsehlandschaft das Resultat einer persönlichen und beruflichen Überlastung gewesen sei.
Neben ihrer Tätigkeit vor der Kamera waren es vor allem die vielen privaten Bürden, die der Kölnerin vermehrt zusetzten. Die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters verschlimmerte sich. Auch das Ehe-Aus mit dem Vater ihrer Kinder bahnte sich bereits an.
"Ich hatte teilweise richtige Bauchschmerzen, wenn ich wusste: Heute musst du vor die Kamera", erinnert sich Eckes an die schwierige Situation zurück. Die Distanz zum Job wurde immer größer.
Vor allem das Gefühl, sich privat mit schweren Themen beschäftigen zu müssen, während sie öffentlich das heile Moderationsbild wahren musste, habe sie sehr belastet. Aus der Nazan vor und hinter der Kamera seien "zwei völlig unterschiedliche Menschen geworden". Ein absolutes Warnsignal.
Kehrt Nazan Eckes noch einmal vor die TV-Kamera zurück?
Und Eckes zog Konsequenzen: Als ihre Verträge ausliefen, beendete sie ihre 20-jährige Zusammenarbeit mit dem Kölner Sender und wanderte mit ihren beiden Söhnen (8 und 10) nach Mallorca aus. Die Zeit abseits der Öffentlichkeit habe sie als "unglaublich heilend empfunden".
Ergänzend fügt Eckes dann noch vielsagend hinzu: "Zum ersten Mal konnte ich mich nur um meine Kinder und mich selbst kümmern." Gerade diese Doppelbelastung aus Muttersein und TV-Karriere sei problematisch gewesen, wie sie weiter zugibt.
"Man unterschätzt, welch emotionale Achterbahnfahrt und welche körperliche Belastung Mütter durchmachen." Der gesellschaftliche Erwartungsdruck, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, sei enorm. Auf dem Weg zur Arbeit habe sie oft "Rotz und Wasser geheult".
Eine Rückkehr vor die Kamera schließt Eckes, anders als noch vor einigen Jahren, inzwischen nicht mehr kategorisch aus. Doch die Voraussetzungen müssen stimmen: "Irgendwo stehen und moderieren, nur um zu moderieren, das kann ich mir nicht mehr vorstellen."
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

