Null Punkte vom Publikum, "Fire" gelöscht: Das sagt Sarah Engels zum ESC-Desaster
Köln - Sie wollte ein Inferno entfachen, am Ende wurde es nur ein kleines Feuerchen: Sarah Engels fuhr beim "Eurovision Song Contest" mit ihrem Song "Fire" die nächste deutsche Klatsche ein. Jammern? Will sie nicht!
"Ich bin froh, dankbar und glücklich, dass ich diese Eurovision-Song-Contest-Reise machen und für Deutschland beim 70. ESC singen durfte", erklärte die 33-Jährige, nachdem das Ergebnis klar war.
Und weiter: "Es war eine unglaubliche und unvergessliche Erfahrung, die nun fest im Buch meiner Lebenserinnerungen festgeschrieben ist und von der ich später sicherlich meinen Enkelkindern erzählen werde."
Deutschland landete in der Nacht zum Sonntag (mal wieder) abgehängt auf dem 23. Platz von 25 Finalisten. Sämtliche Punkte kamen dabei von den Jurys aus einer Handvoll Ländern - vom TV-Publikum bekam der Beitrag keinen einzigen.
Engels trat als Zweite auf, was bereits als schlechtes Omen gegolten hatte. Von dieser Startposition konnte in der Historie noch kein Beitrag den europäischen Musikwettbewerb gewinnen. Auch bei den Buchmachern galt sie seit Wochen als chancenlos.
Gegenüber "Bild" erklärte Sarah später: "Ich hatte einen unfassbar schönen Abend, ich hatte eine unfassbar tolle Reise. […] Und ich sage mal, dass mich das Ergebnis nicht unbedingt überrascht." Deutschland habe es "immer schwer beim ESC".
SWR-Programmdirektor vom deutschen ESC-Ergebnis "enttäuscht"
Wie die Ex-Frau von "DSDS"-Gewinner Pietro Lombardi (33) weiter versicherte, haben sie und ihr Team "alles gegeben" auf der Bühne, was möglich war. "Ich möchte nicht, dass Deutschland traurig ist", so Engels frommer Wunsch.
Die ernüchternde Punktevergabe verbrachte die Zweifach-Mama laut eigener Aussage damit, Süßigkeiten zu futtern. "Ich habe richtig reingehauen", gab sie offen zu und betonte noch einmal: "Wir haben alles gemacht, was in unserer Macht steht." Es war mal wieder nicht genug.
Nichtsdestotrotz fand auch Clemens Bratzler lobende Worte. Engels habe mit großer Leidenschaft, hoher Professionalität und enormer Bühnenpräsenz einen "überzeugenden Auftritt" hingelegt, erklärte der SWR-Programmdirektor. Trotzdem sei man "enttäuscht".
"Fire" war in einem vom SWR verantworteten Vorentscheid zum deutschen Beitrag gekürt worden. Der Sender hat innerhalb der ARD wieder die Federführung für den ESC übernommen. Zuvor lag die Verantwortung fast 30 Jahre lang beim NDR.
Den Sieg beim 70. Eurovision Song Contest sicherte sich Bulgarien. Sängerin Dara fuhr mit ihrem Beitrag "Bangaranga" die meisten Punkte ein. In einem Herzschlagfinale zog sie mit dem letzten verkündeten Voting-Ergebnis noch an Israel vorbei.
Titelfoto: Georg Hochmuth/APA/dpa

