Los Angeles (USA) - Dass sich Jimmy Kimmel (58) und US-Präsident Donald Trump (79) derzeit eher verfeindet gegenüberstehen, wurde auch bei der Oscar-Verleihung 2026 in Los Angeles erneut deutlich, als der Talkshow-Moderator bei seinem Auftritt verbal gegen Trump und seine Ehefrau Melania (55) schoss.
Während die meisten Laudatoren und glücklichen Preisträger am Sonntagabend (Ortszeit) auf der Oscar-Bühne eher warme Worte wählten, hielt US-Talkmaster Jimmy Kimmel mit seiner Kritik an der Trump-Regierung nicht hinterm Berg. Und auch die Dokumentation der First Lady bekam ihr Fett weg.
Eigentlich sollte der 58-Jährige die Nominierten in der Kategorie "Beste Dokumentation" vorstellen, doch bei seinem Auftritt nutzte er die Gelegenheit: "Bei solchen Shows hören wir eine Menge über Mut, aber eine Geschichte zu erzählen, für die man getötet werden könnte, ist wahrer Mut", beginnt Kimmel mit Blick auf die nominierten Dokus.
"Wie ihr wisst, gibt es einige Länder, deren Staatschefs die Meinungsfreiheit nicht unterstützen - ich darf allerdings nicht sagen, welche", witzelte der Komiker. "Belassen wir es einfach bei Nordkorea und CBS."
Der US-Fernsehsender stand zuletzt wegen zunehmender politischer Einseitigkeit in der Kritik. Auch Zensuren bei investigativen Beiträgen und eine verzerrte Berichterstattung über den Iran-Krieg werden CBS vorgeworfen.
Wer dachte, Jimmy Kimmel hätte damit all seine Kritik bereits geäußert, der hatte sich geschnitten.
Kimmel nimmt auch die First Lady ins Visier
Er fuhr zunächst mit deutlich herzlicheren Worten fort: "Zum Glück für uns alle gibt es eine internationale Gemeinschaft von Filmemachern, die sich der Wahrheitsfindung verschrieben haben - oft unter großem Risiko -, um Filme zu drehen, die uns etwas lehren, Ungerechtigkeiten anprangern und uns zum Handeln inspirieren."
Doch dann eine erneute Spitze, dieses Mal in Richtung Melania Trump und ihre gleichnamige Dokumentation: "Und es gibt auch Dokumentarfilme, in denen man im Weißen Haus herumläuft und Schuhe anprobiert."
"Melania" wurde Ende Januar von Amazon MGM Studios veröffentlicht, die Produktion hatte in den ersten Tagen mehr als sieben Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 6,1 Millionen Euro) eingespielt.
Als es in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" endlich ernst wurde, konnte sich Kimmel einen letzten Seitenhieb nicht verkneifen.
Ohne Trump namentlich zu nennen, sagte er: "Oh Mann, der wird sich ärgern, dass seine Frau dafür nicht nominiert wurde."