Köln - Mit Fenerbahce Istanbul wollte RTL am vergangenen Donnerstag die TV-Primetime rocken und ein Quoten-Zugpferd für die "Stefan Raab Show" bieten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache!
Mit der Partie des "Süper Lig"-Topklubs gegen Nottingham Forest (England) wollte der Kölner Sender wohl vor allem die vielen in Deutschland lebenden Türken ansprechen. Doch die schauten das "Europa League"-Duell offenbar woanders.
In der marktrelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen kamen die beiden Halbzeiten gerade einmal auf einen Wert von 4,9 bzw. 6,7 Prozent. Daraus resultierte eine Gesamtreichweite von 0,78 und 0,79 Millionen. Katastrophale Werte für RTL.
Ein paar mehr Zuschauer gesellten sich zwar noch über die parallele Live-Ausstrahlung auf dem Spartenkanal Nitro dazu, dies änderte jedoch nichts daran, dass das Gesamtniveau am Ende weit unter dem Senderdurchschnitt lag.
Aus diesem Grund blieb auch die erhoffte Zugkraft für die seit Wochen vor sich hin kriselnde "Stefan Raab Show" aus. Überraschenderweise war das Format mit Blick auf die 14- bis 49-Jährigen an diesem Abend sogar erfolgreicher als der Istanbul-Kick.
Raab (59) sicherte sich in den 45 Minuten vor Mitternacht respektable 6,1 Prozent Marktanteil. Die Gesamtreichweite sorgte aber mal wieder für einen neuen Minusrekord. Nur noch rund 280.000 Menschen verfolgten die Blödeleien des gelernten Metzgers. Puh!
"Stefan Raab Show" stürzt in der Gesamtreichweite auf neues Allzeit-Tief
Beim bis dato gültigen Allzeit-Tief aus der Vorwoche hatten noch rund 90.000 Zuschauer mehr bei RTL reingezappt. Die Raab-Late-Night-Show läuft im Free-TV erst seit Mitte Februar auf dem späten Sendeplatz am Donnerstagabend – und floppt dort munter weiter.
Über viele Wochen hinweg hatte das Format zuvor versucht, die Zuschauer am Mittwochabend zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr vor die Bildschirme zu locken. Vergeblich. Nach der Weihnachtspause verfrachtete der Sender sein Sorgenkind dann ins Nachtprogramm.
Das "Stefan-Raab-Feuerwerk", das Inga Leschek, CCO RTL Deutschland, bei der Bekanntgabe des neuen Senderhythmus prophezeit hatte, scheint schon nach drei Episoden verglüht. Und auch das Experiment mit Fenerbahce Istanbul ist krachend gescheitert.
Ein Krimi holte sich am Donnerstag den Tagessieg: "Der Salzburg-Krimi" brachte der ARD im Schnitt 5,72 Millionen Zusehende ab drei Jahren und 24,5 Prozent Marktanteil. Rang zwei sicherte sich das ZDF mit einer neuen "Der Bergdoktor"-Folge (19,2 Prozent).
Stark war am späteren Abend auch "Markus Lanz" unterwegs: Sein Talk aus Hamburg kam auf 19,9 Prozent insgesamt und 17,2 Prozent bei den Jüngeren. Im Schnitt schauten 1,57 Millionen Menschen ab drei Jahren zu.