Bares für Rares: "Wer macht denn sowas?"

Köln - Manchmal stehen bei "Bares für Rares" echte Kuriositäten und fragwürdige Kunstwerke zum Verkauf. So auch in der neuesten Folge vom Freitag.

Dieses kopierte Kunstwerk stand bei "Bares für Rares" zum Verkauf.
Dieses kopierte Kunstwerk stand bei "Bares für Rares" zum Verkauf.  © ZDF/Bares für Rares

Da staunte Moderator Horst Lichter (60) gleich zu Beginn. "Ich sage mal so: Es ist ein hochinteressantes Kunstwerk."

Doch er wollte gleich wissen: "Wer macht denn sowas?" Denn die ihm vorgestellte Lithografie zeigte viele rote Linien auf blauem Hintergrund, aber mehr als eine optische Herausforderung bot das Kunstwerk nicht.

Es zeigte keine Gegenstände oder Motive, sondern blieb abstrakt. Und das war für den Moderator eine große Augen-Übung.

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Der Kunstexperte Colmar Schulte-Goltz (49) konnte ihm zum Glück weiterhelfen. "Sowas macht der weltbekannte Victor Vasarely", sagte er mit seiner freundlichen Stimme.

Der Künstler wurde 1906 in Ungarn geboren und starb 1997 in Paris. Er war Mitbegründer der eigenen Kunstrichtung "Op-Art".

Diese von Linien und präzisen Strichen und Farben geführte Stilrichtung wurde in den 1960er Jahren entwickelt. Das "Op-Art" steht für Optical Art. Die Künstler täuschten in ihren Werken eine dritte Dimension vor, malten aber einfach flach und breit.

Victor Vasarely konnte mit dieser Kunst trotzdem beeindrucken. Viermal war er zu Lebzeiten bei der Documenta in Kassel vertreten, hatte Ausstellungen in aller Welt. Das Stück bei "Bares für Rares" war allerdings nicht einzigartig, sondern wurde 300fach gedruckt.

Julian Schmitz-Avila (36) handelte hart und setzte sich durch.
Julian Schmitz-Avila (36) handelte hart und setzte sich durch.  © ZDF/Bares für Rares

Limitierte Lithografie mit Unterschrift

Das Kunstwerk zeigte eine optische Täuschung.
Das Kunstwerk zeigte eine optische Täuschung.  © ZDF/Bares für Rares

Dafür war die Nummer 230 von 300 handsigniert. Der Experte sah das leicht vergilbte Stück bei rund 1000 Euro bis 1200 Euro. Eine originale und einzigartige Malerei auf Leinwand hätte hingegen mehrere Hunderttausend Euro bringen können.

"Ich bin jetzt gespannt, ob die Händler das jetzt auch so sehen wie der Colmar", so der Besitzer, der sein Kunstwerk im eigenen Heim nicht mehr sehen wollte.

"Es ist leider kein Museumsglas, entsprechend durch gegilbt ist auch schon das Papier", so David Suppes (34) bei der ersten Begutachtung. Das klang zunächst wenig vielversprechend.

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Doch Julian Schmitz-Avila (36) fand trotzdem Gefallen an dem bekannten Werk. Er bot 400 Euro für den Anfang.

Doch auch die anderen Händler wollten das "Op-Art"-Werk ersteigern. Schmitz-Avila verhandelte letztlich hart und konnte sich für 850 Euro durchsetzen.

"Bares für Rares" läuft montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF. Vorab zeigt der Sender die Folgen in der ZDF-Mediathek.

Titelfoto: ZDF/Bares für Rares

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