Händler bieten mehr als doppelten Wunschpreis: Was "Bares für Rares"-Gast dann macht, versteht niemand
Köln - Diese Wende kommt unerwartet: Obwohl die Händler ihm mehr als das Doppelte seines Wunschpreises bieten, verweigert ein "Bares für Rares"-Kandidat plötzlich den Verkauf - und zieht wieder ab!
Lutz Tanneberger ist mit einem echten Erbstück in das Pulheimer Walzwerk bei Köln gereist. Der Konditormeister hat von seinen Urgroßeltern ein 80-teiliges Besteck-Set aus Silber vermacht bekommen, welches er gerne verkaufen möchte.
"Was soll ich damit?", fragt er sich im Begrüßungsgespräch mit Moderator Horst Lichter (63). Anschließend nimmt Expertin Wendela Horz die Ess-Utensilien ganz genau unter die Lupe, um ihren Schätzwert zu bestimmen.
Das Set besteht aus einem vierteiligen Tafelbesteck für zwölf Personen. Hinzu kommt ein dazu passendes Vorspeisenbesteck. Allerdings fehlt hier eine kleine Kuchengabel. "Dann gibt es noch elf verschiedene Vorlegeteile und sechs kleine Salièren", so die 55-Jährige.
Hergestellt worden sei das Besteck zum Ende des 19. Jahrhunderts, was sich mit den Geburtsjahren von Lutz' Urgroßeltern deckt. Den Zustand des Sets aus 800er-Silber bewertet die Expertin als "herausragend". Benutzt wurde es kaum.
1500 Euro wünscht sich Tannenberger für seinen Schatz. Horz reagiert prompt: "Ich habe das Ganze berechnet. […] Ich komme heute auf einen Silber-Ankaufswert von 3200 Euro." Der prunkvolle Koffer hebt den Schätzwert sogar auf 3500 Euro.
Plötzlicher Sinneswandel führt zu Abbruch der "Bares für Rares"-Verhandlungen
Horst Lichter ist überwältigt: "Ach, du heiliges Kanonenohr!", platzt es aus dem früheren TV-Koch heraus. Und auch sein Studio-Gast ist baff, immerhin wurde sein Wunschpreis mal eben mehr als verdoppelt. Doch was sagen die Händler?
Im Verhandlungsraum herrscht tatsächlich große Begeisterung als das Besteck enthüllt wird. "Wussten Sie, dass Sie da einen kleinen Silberschatz haben?", hakt David Suppes (36) beim Verkäufer nach. "Ja, schon", antwortet Tannenberger selbstsicher.
Kaum hat Wolfgang Pauritsch (53) die Auktion mit 1500 Euro eröffnet, fliegen dem Gast aus Luckau die Gebote nur noch so um die Ohren. In Windeseile ist die 3000-Euro-Marke geknackt. Den höchsten Betrag bietet am Ende Suppes: 3100 Euro.
"Zu wenig", stellt Lutz plötzlich klar und ergänzt: "Für unter 3500 Euro würde ich es nicht verkaufen." Dabei hatte er ursprünglich nur 1500 Euro gewollt. Doch weder Suppes (36) noch Pauritsch (53) lassen sich auch den überraschenden Sinneswandel ein. Dem Verkäufer ist das egal.
Er krallt sich seinen Koffer und verlässt das TV-Studio. "Es hat 140 Jahre lang gestanden, ob es jetzt noch 20 Jahre länger steht, spielt keine Rolle", erklärt Lutz zum Abschied. Offenbar ist ihm die üppige Expertise etwas zu Kopf gestiegen.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.
Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

