Eisenbahnwelten im TV: "Bin vor mir selber erschrocken, wie groß das geworden ist"
Rathen (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) - Normalerweise begleitet die Kabel-Eins-Sendung "Achtung Kontrolle!" Polizisten und andere Einsatzkräfte in ihrem Arbeitsalltag. Kurz vor Saisonstart hat das TV-Team diesmal der weltweit größten Garteneisenbahn im Kurort Rathen einen Besuch abgestattet und Gründer Lothar Hanisch (72) sowie seinem Team beim Frühjahrsputz über die Schulter geschaut.
Seit April hat die Miniaturwelt der Garteneisenbahn von Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, ihre Pforten geöffnet.
Nach einem halben Jahr Winterpause müssen Lothar Hanisch und seine Mitarbeiter die 7000 Quadratmeter große Anlage samt 5200 Meter Gleisen, 40 Zügen, 2000 Figuren und 300 Miniaturmodellen wieder zum Laufen bringen.
Das bedeutet: Gleise checken, Lokomotiven auf Fahrtüchtigkeit prüfen, putzen und natürlich Probefahrten durchführen. Und dazu braucht es echte Manpower. Derzeit beschäftigt Hanisch elf Mitarbeiter, darunter Robert Eckert.
Der leidenschaftliche Eisenbahn-Liebhaber ist seit drei Jahren dabei: "Meine Sammlung zu Hause ist auch sehr umfangreich. Von der Modellbahn kommt man nie los. Die Eisenbahn ist im gewissen Sinne wie eine Droge."
Auch Hanisch ist immer wieder überwältigt von seinem Lebenswerk. "Ich bin manchmal vor mir selber erschrocken, wie groß das geworden ist", verrät er stolz in der Sendung.
2005, drei Jahre nach der Jahrhundertflut in Dresden, kaufte der heute 72-Jährige das Gelände im Rahmen einer Zwangsversteigerung. Alles begann mit 3000 Quadratmetern. Heute ist die Anlage so groß wie ein Fußballfeld.
Eisenbahnwelten-Chef Lothar Hanisch sucht neuen Besitzer
Und die will eben auch gepflegt werden. Nachdem alle 16 Module pro Strecke in die Schaltschränke sorgsam eingebaut wurden, inspizieren Hanisch und Eckert die Gleise. Da diese aus Messinglegierung bestehen, kann durch Regen und Nässe schnell Korrosion entstehen.
Ein mit gummiertem Schleifvlies bestückter Putzwagen soll das Problem beheben. Zwei Stunden braucht die Lok, um mit dem Wagen alle Gleise abzufahren. Gelingt dies nicht nach den Vorstellungen des Duos, "ist Handputzen angesagt", so Eckert.
Zudem müssen Miniaturmodelle gereinigt, umgefallene Figuren wieder auf Position gebracht und angeklebt werden. "Wer hier kein Herzblut reinsteckt, ist hier falsch", weiß Hanisch.
Mit seinen 72 Jahren will der Eisenbahnwelten-Chef demnächst in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Deshalb sucht der Sachse einen neuen Besitzer, der sein Lebenswerk anständig weiterführt.
"Achtung, Kontrolle!" zeigt Kabel Eins immer montags bis freitags ab 18.55 Uhr. Die Folge vom Mittwoch könnt Ihr ab sofort bei Joyn ansehen.
Titelfoto: Bildmontage: Joyn, Norbert Neumann

