Ungewöhnliches Vater-Sohn-Gespann wird Forschungsprojekt: "Warten, dass sie aggressiv werden"

Leipzig - Es ist eine der wohl außergewöhnlichsten Beziehungen, die Leipzigs Zoo derzeit zu bieten hat: Nachdem der kleine Kiebitz Gondolf von seinen Eltern verstoßen wurde, nahm sich Tierpfleger Michael Ernst des Kleinen an. Seitdem kümmert er sich um ihn. Nun hat "Elefant, Tiger & Co." dem außergewöhnlichen Vater-Sohn-Gespann einen weiteren Besuch abgestattet.

Die Soldaten-Kiebitze im Zoo Leipzig sorgen weiterhin für Aufsehen! Nachdem Jungtier Gondolf zunächst von seinen Eltern verstoßen wurde, lebt er inzwischen wieder mit seiner Familie - und das in wunderbarer Harmonie.  © Screenshot/facebook.com/ZooLeipzig

Und siehe da: Gondolf wurde doch noch in der Vogelgemeinschaft aufgenommen, lebt derzeit Seite an Seite mit seinen Eltern und den jüngeren Geschwistern.

Der kleine Kiebitz wird von allen akzeptiert und ist inzwischen zu einem stattlichen Jungvogel herangewachsen, der begeistert durchs Gondwanaland flattert.

Zieh-Papa Micha lässt seinen Schützling dennoch nicht aus den Augen. "Also wir haben hier die Situation, dass wir eine außergewöhnliche Kombination bei den Soldaten-Kiebitzen haben. Das Pärchen, vier Jungtiere und Gondolf."

Alles was zählt (AWZ) Alles was zählt: Richards (†) letzte Worte, bevor er uns alle verlässt

Von einem unbedingten Wunsch, den Kleinen schnell von der Familie zu trennen, sei das Zoopersonal inzwischen abgerückt. "Wir haben gesagt, solange das so gut geht, wollen wir das gern mal beobachten, weil das auch eine schöne Notiz ist für die Fachkollegen.

Vom Problemfall wurde die einzigartige Familienkonstellation so zum Forschungsprojekt. Die friedliche Koexistenz könne sich jedoch schnell ändern - und habe laut dem Experten tatsächlich eine Ablauffrist.

Anzeige

Noch wird die Familien-Harmonie genossen

Die Saga um den "Herrn der Kiebitze" des Leipziger Gondwanalands geht weiter.  © Screenshot/facebook.com/ZooLeipzig

"Wir warten ja schon darauf, dass sie Gondolf gegenüber jeden Tag aggressiv werden, sodass wir den irgendwann mal rausfangen", gibt Ernst zu. "Das Umfärben ins Normalgefieder ist eigentlich immer so ein Zeichen. Irgendwann merken die dann, das ist kein Kind mehr und dann muss der weg. Und der Gondolf bewegt sich jetzt so langsam in die Richtung."

Bisland scheint die Harmonie jedoch zu halten. "Es drängt jetzt nichts, aber der Tag wird kommen", prophezeit der "Herr der Kiebitze". Bis dahin wird das schöne Familienleben jedoch ausgiebig genossen. "Da geht mir glatt das Herz auf", sagt der Zieh-Papa.

Ende März wurde bekannt, dass Gondolf von seiner Familie verstoßen wurde. Seitdem kümmert sich Ernst um ihn. Anfangs bestand auch Sorge um eine mögliche Fehlstellung bei dem Kiebitz. Dieses Thema scheint inzwischen jedoch vom Tisch.

Bares für Rares Entsetzen bei "Bares für Rares": ZDF-Expertin deckt Manipulation auf, Seniorin beteuert ihre Unschuld

Weitere Geschichten von Gondolf und den Bewohnern im Zoo Leipzig gibt es in der aktuellen Folge von "Elefant, Tiger & Co.", die ab sofort als Video-on-Demand in der ARD-Mediathek verfügbar ist.

Mehr zum Thema Elefant, Tiger & Co.: