"Das Schwein wird in der Mitte fett": Heidi Reichinnek poltert bei "hart aber fair"

Berlin - Die Energiepreise sind kräftig gestiegen, die Inflation nimmt wieder Fahrt auf. Bei "hart aber fair" wurde eifrig diskutiert, wo das alles noch hinführen soll.

Heidi Reichinnek (38) polterte gegen Konzerne und die Union. Kritik gab es auch an den aktuellen Entlastungsmaßnahmen.  © WDR/Oliver Ziebe

Sind die jüngsten Beschlüsse der Regierung überhaupt dazu geeignet, die Bevölkerung zu entlasten? Was bringen der Tankrabatt und die 1000-Euro-Prämie?

Die Ersparnis von 17 Cent pro Liter Benzin und Diesel sei "lächerlich und nicht ausreichend, selbst wenn sie weitergegeben würde", sagte Linken-Vorsitzende Heidi Reichinnek (38).

Schon als Dorfkind habe sie gewusst: "Das Schwein wird in der Mitte fett". Damit implizierte Reichinnek, dass die Mineralölkonzerne den Großteil des Tankrabatts für sich behalten würden.

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Ihre Forderung: "Wir müssen überlegen, wie wir mittel- und langfristig Politik machen, weg von den kleinen Einzelmaßnahmen, die nichts bringen." Das große Ganze müsse endlich im Blickpunkt stehen.

Eine Übergewinnsteuer im Rahmen eines großen Reformpakets sei wünschenswert, so die Linken-Politikerin. "Warum schafft man das in Deutschland nicht?", fragte sie rhetorisch. "Wegen der Union", gab sie sich selbst die Antwort.

Gerade für Rentner, Studierende und Arbeitnehmer, deren Unternehmen die Entlastungsprämie nicht auszahlen können, werde die Situation immer verheerender. Solange die Straße von Hormus geschlossen sei, meinte Reichinnek, brauche es massive Steuererleichterungen und nicht nur einen "Tropfen auf den heißen Stein".

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Bei "hart aber fair" wurde darüber gesprochen, ob Verbraucher überhaupt vom Tankrabatt profitieren und wer den 1000-Euro-Krisenbonus wirklich bekommt.  © WDR/Oliver Ziebe

Heidi Reichinnek nennt Entlastungspaket "lächerlich und nicht ausreichend"

Auch die Marktmacht von Edeka, Lidl, Aldi und Co. ist der Linken-Vorsitzenden ein Dorn im Auge. Die großen Lebensmittel-Einzelhändler würden immer höhere Preise aufrufen und damit enorme Profite machen, empörte sich Reichinnek.

Auch hier wäre eine Entlastung möglich - zum Beispiel, indem man die Mehrwertsteuer für Grundnahrungsmittel wie Brot, Fleisch und Gemüse auf Null senken würde, argumentierte die 38-Jährige. "Das wäre zielgerichtet, weil untere Einkommen prozentual mehr Geld für Grundnahrungsmittel ausgeben."

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