Joko und Klaas zeigen Ukraine-Hölle: "Ein Krieg, der alles und jeden vernichtet"
Unterföhring/Kramatorsk - Bei "Joko & Klaas gegen ProSieben" sicherten sich Joko Winterscheidt (47) und Klaas Heufer-Umlauf (42) am Mittwoch erneut 15 Minuten Sendezeit. Diese nutzten sie am folgenden Tag, um den Alltag von Menschen im dauerhaften Kriegszustand in der Ukraine zu zeigen – und bekamen dafür statt einer Viertelstunde sogar mehrere Stunden Zeit.
Bogdan, war früher Student. Heute ist er freiwilliger Zivilist im Evakuierungsteam in Kramatorsk. Er hilft Menschen in Not, die sich in gefährlichen Gebieten befinden, sammelt die Opfer ein und fährt sie in umliegende Krankenhäuser. Im Mai bekam er die Kamera von Joko und Klaas zugeschickt, filmte seitdem seinen Alltag in der Ukraine.
"Ich bin irgendwie härter geworden. Diese ganze Konfrontation mit dem Tod macht einen hart", so Bogdan. Immer wenn er unterwegs ist, hat er eine Waffe bei sich. Denn auch, wenn ihr Wagen als Krankenmobil gekennzeichnet ist, werden sie trotzdem angegriffen. "Ich bin meistens da, wo sie alles jagen, was sich bewegt. Jedes Auto, jeden Menschen."
Als Nächstes zeigt ein 24-jähriger Soldat an der Front seinen Arbeitstag. Es ist sein sechstes Dienstjahr. Der Krieg hat ihn verändert, wie er erzählt. "Es ist viel weniger Freude im Leben, weniger Leichtigkeit. Wenn du hierher zurückkehrst zu deinen Brüdern in den Schützengraben, dann ist das Realität."
Er zeigt die Waffen, mit denen sie heute gegen die russischen Gegner kämpfen werden: "So, unsere Drohnen, die heute töten gehen."
Polizei Oberleutnant Grenadiy hat durch den Krieg in der Ukraine ebenfalls neue Aufgaben bekommen. Plötzlich muss er evakuieren, erste Hilfe leisten und vor gefährlichen Drohnen fliehen. "Um sich selbst kümmert man sich weniger, mehr um Angehörige", so der Polizist,
Mit dem Hashtag "Don't Look Away" wollen Joko und Klaas auf die dramatische Lage in der Ukraine aufmerksam machen, die vielerorts längst aus dem öffentlichen Fokus geraten ist. Die Zuschauer erleben hautnah mit, wie Menschen im Kriegsgebiet täglich um ihre Sicherheit und ihr Überleben kämpfen.
Ein Krieg, der "alles und jeden vernichtet"
Die Bilder sind schwer zu ertragen: Tote, Verletzte und Bombenangriffe prägen den Alltag. Leichen liegen auf den Straßen und werden notdürftig mit weißen Tüchern bedeckt.
Viele Menschen müssen ihre Haustiere zurücklassen. Gleichzeitig übernehmen Zivilisten neue Aufgaben. Sie räumen Straßen und Gefahrenzonen, damit Rettungswagen ungehindert durchkommen können.
Wie Bogdan die Situation nach vielen Jahren Krieg beschreibt: "Jetzt sehen wir wieder einen ganz anderen Krieg. Einer, der alles und jeden vernichtet."
Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa (Archivfoto)
