Tangermünde - Während die Polizei im Landkreis Stendal einen Massen-Gentest vorbereitet, wenden sich die Ermittler mit neuen Fragen im Fall um die getötete Marlis Sappelt (61) an mögliche Zeugen. Zudem veröffentlichen sie weitere Details aus den letzten Minuten ihres Lebens.
Am 9. Juni 2024 wurde die damals 61-jährige Marlis Sappelt in ihrem Wohnhaus tot aufgefunden. Seitdem ist das Haus in der Hünerdorfer Straße in Tangermünde (Landkreis Stendal) polizeilich versiegelt.
Noch zwei Tage zuvor war sie pflichtbewusst ihrer Arbeit als Reinigungskraft im "DE-VAU-GE Gesundkostwerk" im Norden der Elbestadt nachgekommen, heißt es in der aktuellen Folge der MDR-Sendung "Kripo Live". Als sie das Werk nach Feierabend verlassen hatte, soll sie mit ihrem Fahrrad nach Hause gefahren sein.
Der Weg dorthin beträgt laut den Ermittlern nur zehn Minuten. Dies könnten die letzten ihres Lebens gewesen sein, vermuten sie.
Fest steht bisher, dass ein unbekannter Mann in ihrem Haus war und sie getötet haben muss.
"Der Tatort wurde kriminaltechnisch untersucht. Es wurden diverse Spuren und Beweismittel sichergestellt. Unter anderem wurde eine männliche DNA-Spur gesichert, bei der es sich laut den Ermittlern um die Spur des Täters handelt", sagte Polizeisprecherin Juliane Jokmin.
Polizei hat konkrete Fragen an mögliche Zeugen
Es gebe Hinweise, dass die Frau noch am 8. Juni 2024 gelebt haben muss, heißt es weiter. Als sie jedoch einen Tag später nicht zu ihrer Schicht erschien, habe sich ihr Arbeitgeber um die sonst zuverlässige Frau Sorgen gemacht.
Weil sie auch telefonisch nicht erreichbar war, schickte er kurzerhand Arbeitskollegen zu ihr nach Hause. Dort angekommen hatten sie Marlis S. leblos in ihrer Wohnung entdeckt und die Polizei verständigt.
Der jetzt angelaufene Massen-Gentest soll weitere Erkenntnisse und Fortschritte in den Ermittlungen bringen. Bis zu 1800 Männer, die zur Tatzeit zwischen 17 und 75 Jahre alt waren, wurden eingeladen, eine Speichelprobe abzugeben.
Unabhängig davon werden weiterhin Zeugen gesucht. Die Polizei fragt: "Wer hat Marlis S. einen Tag vor ihrem Tod noch am 8. Juni 2024 gesehen? Wer weiß, was sie an diesem Tag gemacht hat?"
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Stendal unter Tel. 03931/682370 entgegen. Den TV-Beitrag zum Mordfall gibt es auch in der ARD-Mediathek zum Nachsehen.