Mitteldeutsche Brauereien vor dem Aus: Sorgt die WM für den erhofften Bier-Boom?

Leipzig - Das Magazin MDR-Umschau berichtete am Dienstagabend (2. Juni), dass sich eine Vielzahl mitteldeutscher Brauereien in einer wirtschaftlichen Schieflage befinden. Die Fußball-Weltmeisterschaft soll für einen Aufschwung sorgen.

Das Magazin MDR-Umschau berichtete über die finanzielle Schieflage mitteldeutscher Brauereien.  © © MDR/Axel Berger

"Ich kenne die Branche jetzt seit über 30 Jahren, und ich weiß, wie viele von uns gegangen sind, und ich wünsche jedem Glück, dass er das überlebt", schilderte Jürgen Kachold, Präsident des Vereins Private Brauereien Mitteldeutschland e. V., gegenüber dem MDR.

Seit geraumer Zeit sieht die Zukunft mitteldeutscher Traditionsbrauereien nicht gerade rosig aus. Gründe gebe es dafür viele: "Seit dem Ausbruch des Ukrainekrieges haben sich nahezu alle Beschaffungsgüter [...] massiv verteuert, die uns ein Stück weit auch die Luft nehmen, und das dauert bis heute an", erklärte Jörg Dierig, Gesellschafter der Mauritius Brauerei GmbH in Zwickau.

Ergänzt würden die zusätzlichen Kosten durch untragbare Verkaufspreise, die die Discounter mit Rabattaktionen und wöchentlichen Angeboten aufrufen, sowie durch einen Wandel der Trinkgewohnheiten. So wachse laut Umschau vor allem die Nachfrage an Mixgetränken.

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Die am 11. Juni startende WM soll jetzt dazu beitragen, dass auch wieder mehr klassisches Bier verkauft wird.

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Auch die Zwickauer Brauerei Mauritius hofft auf einen Verkaufsboom während der WM.  © Bodo Schackow/dpa

"Wir haben auch genügend Bier abgefüllt. Also die WM kann kommen, und es würde uns guttun", freute sich auch Dierig auf den Anpfiff in einer Woche.

Bis zum Ende der Weltmeisterschaft könnte fast einen Monat lang extra viel Bier verkauft werden. Laut der Umschau könnte das für den Umsatz sorgen, den die Brauereien so dringend benötigen.

Aus diesem Grund läuft auch die Mauritius-Brauerei trotz der Insolvenz auf Hochtouren. "Wir gehen jetzt in die Hauptsaison und erfahrungsgemäß zwischen Juni und September ist der Bierabsatz generell höher und deshalb müssen wir darauf vorbereitet sein", so der Gesellschafter.

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"Die WM ist ein Faktor, aber generell ist für die Getränkehersteller dieser Monatsblock der alles Entscheidende für das laufende Jahr."

Einen Monat lang Bier-Boom reiche allein einfach nicht aus. Es brauche zusätzliche Lösungsansätze. Während sich Mauritius den Ausweg in regionalen, traditionellen und bodenständigen Biermarken erhofft, gehen Brauereien wie Greizer einen ganz anderen Weg.

Wandel in der Traditionsbrauerei: Neuerungen bringen Aufschwung

Mit neuen Biersorten wie dem Odin Honigbier versucht die Greizer Vereinsbrauerei, aktuellen Trends gerecht zu werden.  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Die mehr als 150 Jahre alte Vereinsbrauerei im thüringischen Greiz stand bereits Anfang 2023 vor dem Aus, bevor der Erfurter André Panse den 16-köpfigen Betrieb übernahm.

Als Solarunternehmer brachte er frischen Wind in die eingestaubte Anlage. Mit dem Ziel, Kosten zu senken und die Brauerei wieder wettbewerbsfähig zu machen, steckte er allein im ersten Jahr drei Millionen Euro in einen neuen Dampfkessel, eine neue Kühlung und natürlich auch in eine Solaranlage.

"Beim Strom haben wir den Preis halbiert. Das heißt, wir haben 50 Prozent eingespart, und wir wollen natürlich noch viel mehr machen", verkündete er den Erfolg.

Auch auf den Getränketrend des Mixgetränks hat Greizer eine Antwort parat: das Honigbier Odin. Zusätzlich feile man im Labor aktuell an einer Kirschvariante.

"Wir sind schon über der schwarzen Null, natürlich auch durch neue Produkte, wie unser Odin Honigbier, das einen durchschlagenden Erfolg mittlerweile fast schon bundesweit hat, wo wir auch schon ins Ausland exportieren", freute sich Panse.

Wie es für die Brauereien in Zukunft weitergeht, liegt letzten Endes in den Händen der Käufer. Die komplette Folge MDR-Umschau zur Rettung der Brauereien sowie weiteren Themen seht Ihr in der ARD-Mediathek.

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