Hoteleinsturz in Deutschland: "... dann wären wir die Treppe runter und nicht mehr am Leben"

Kröv - Neun Menschen wurden im August 2024 bei dem spektakulären Hoteleinsturz in Kröv (Rheinland-Pfalz) begraben, zwei Menschen starben. Mit einigen der sieben geretteten Personen hat Moderatorin Bärbel Schäfer (62) jetzt in einer TV-Sendung gesprochen.

Im Hotel war in der Nacht zum 7. August 2024 ein komplettes Stockwerk nach unten eingebrochen. Sieben Menschen wurden lebend gerettet, darunter Erika Sorm, die hier gerade das Gebäude verlässt.  © Harald Tittel/dpa

Die damals schwangere Edi Hoefnagel-Visser (24) reist am 6. August 2024 mit ihrem Mann Mark (27) und dem zweijährigen Sohn Jamie nach Kröv (Landkreis Bernkastel-Wittlich) in den Urlaub. Nach einem Tag im Freibad und einem Abendessen geht die junge Familie in ihr Zimmer des Hotels "Reichsschenke".

Kurz nachdem Edi ihrem Partner berichtet, dass sie erneut schwanger ist, klopft es an der Tür. Die Gastgeberin bittet das Trio ohne Angabe von Gründen, das Hotel zu verlassen. Auch Erika Sorm, die mit Hündin Queenie und zwei Freundinnen in das 2000-Einwohner-Städtchen an der Mosel gereist war, wird aus ihrem Zimmer gebeten.

Da die Hotel-Besitzerin keine Panik macht, packt Erika ihre Tasche in Ruhe. "Wenn sie gesagt hätte: 'Sofort raus', wären wir die Treppe runter und nicht mehr am Leben", so die Rentnerin in der SAT.1-Sendung "Notruf Spezial".

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Wenige Sekunden später, kurz nach 22.30 Uhr, sackt eine komplette Etage nach unten. Neun Personen werden unter den Trümmern begraben, können sich nicht selbst befreien. 20 Minuten dauert es, bis der erste Notruf in Trier eingeht.

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Moderatorin Bärbel Schäfer (62, l.) mit der Überlebenden Edi Hoefnagel-Visser (24).  © Joyn
Neben Edi (r.) überlebten auch ihr Mann Mark (27, l.) und der gemeinsame Sohn Jamie.  © Harald Tittel/dpa

Notruf Spezial - Verschüttet in Hotel (SAT.1): "Der erste Eindruck war gar nicht so schlimm"

Erika Sorm überlebte den Einsturz mit Hündin Queenie.  © Harald Tittel/dpa

Als die Verschütteten zu sich kommen und begreifen, welches in Deutschland nicht für möglich gehaltene Unglück gerade passiert ist, geben sich Edi und Erika Kraft. Sie liegen nebeneinander, halten ihre Hände.

Draußen treffen mehr und mehr Einsatzkräfte ein, finden fünf bereits gerettete Personen vor und verschaffen sich einen Überblick. "Der erste Eindruck war gar nicht so schlimm", erinnert sich Einsatzleiter Jörg Teusch, als er um das aus dem 17. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus geht. "Ich hab gar nicht registriert, dass da ein Geschoss komplett eingestürzt ist."

Einfach das Dach anheben und die Menschen befreien geht nicht. Zu groß ist die Gefahr, dass das Gebäude, das auch seitlich weggesackt ist, weiter einstürzen und die in Hohlräumen liegenden Personen töten könnte.

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Zehn qualvolle Stunden soll es dauern, bis die Verschütteten gerettet werden können. Für den Hotelbetreiber und einen Gast kommt jedoch leider jede Hilfe zu spät. Dass sie die einzigen beiden Verstorbenen sind, grenzt aber an ein Wunder.

Jörg Teusch war Einsatzleiter.  © Harald Tittel/dpa

Das "NOTRUF Spezial" zum Hoteleinsturz in Kröv mit Aussagen von Zeitzeugen und realistisch nachgestellten Szenen gibt es auf Abruf bei Joyn.

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