"Mülltonne auf den Kopp bekommen": Kultkneipen-Türsteher stirbt am Arbeitsplatz
Hamburg - Mit einer Metall-Mülltonne wird Lars eine große Kopfwunde zugefügt. Schnell scheint es dem Hamburger Türsteher wieder besser zu gehen. Doch elf Tage nach der Attacke bricht er zusammen und stirbt - während der Arbeit, in seinem "Wohnzimmer".
Jahrelang war der 48-Jährige Stammkunde im "Elbschlosskeller" auf dem Hamburger Berg. Einige Monate arbeitete der bullige und imposante Mann anschließend als Türsteher.
In der Nacht zum 4. Februar 2025 dann die schreckliche Tat: Lars schmeißt Gäste aus der Kneipe, dreht sich um und bekommt einen Metall-Mülleimer über den Schädel gezogen.
"Ich saß im Büro zwei Straßen weiter und hab in der Mitarbeitergruppe gesehen, dass Lars ins Krankenhaus musste, hat eine Mülltonne auf den Kopp bekommen und es wurde auch ein Foto mit dickem Blutfleck auf dem Boden gepostet", erinnert sich Betreiber Daniel Schmidt (41) in der RTLZWEI-Doku "Reeperbahn privat".
Als Daniel in das Lokal kommt, ist der 1,90 Meter große und 150 Kilogramm schwere Lars schon wieder anwesend, sitzt mit großem Pflaster auf dem Kopf auf einem Stuhl, ist lustig drauf. "Dann sagte er, dass er doch noch mal ins Krankenhaus muss, weil sich herausgestellt hat, dass er Hirnblutungen hat."
Reeperbahn privat (RTLZWEI): Sechs Sanitäter um Türsteher Lars haben "alles gegeben"
Nach rund einer Woche intensivmedizinischer Betreuung kehrt Lars auf eigenen Wunsch an seinen Arbeitsplatz zurück. Sein Chef ist überrascht, will sich Gedanken machen, ob und wie er ihn einplanen kann.
"Dann hat mich ein Taschendieb angerufen, dass Lars umgekippt ist", so Daniel, der 2023 an "Kampf der Realitystars" teilnahm. Er sei zum Lokal gesprintet und die Treppen runter. "Dieser Riesenmensch lag zwischen dem Barhocker und dem Pfeiler, sechs Sanitäter um ihn herum, die haben alles gegeben."
Lars habe zuvor neben Barkeeper Kevin am Tresen gestanden, sei dann "auf einmal wie ein Baum" umgefallen. "Er guckte mich noch an, kriegte Schnappatmung, dann kein Puls, keine Atmung." Lars stirbt - elf Tage nach der Attacke.
An seinem 49. Geburtstag, den der Türsteher nicht mehr erleben durfte, findet eine Trauerfeier statt. Sein Foto und seine beiden Arbeitshandschuhe wachen fortan über dem Eingang. Denn der Elbschlosskeller war die Familie des gebürtigen Kölners.
Reeperbahn privat (RTLZWEI): Mülltonnen-Attacke hat "keine todesursächliche Bedeutung"
Ein Jahr liegt der Fall nun schon zurück. Auf TAG24-Anfrage teilt die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg mit, dass "der vorangegangenen Körperverletzung keine todesursächliche Bedeutung" zukomme. "Aktuell wird noch auf das endgültige neuropathologische Gutachten gewartet."
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Titelfoto: Bildmontage: Jonas Walzberg/dpa ; Screenshot/Instagram/danielkellerkind ; RTLZWEI

