Toni Kroos eine Woche vor DFB-Comeback: "Ich mach's nicht!"

Leipzig - In zwei Wochen startet die Heim-EM mit Deutschlands Match gegen Schottland. Auf dem Rasen wird dann aller Voraussicht nach auch wieder Toni Kroos (34) stehen, der sich zum Karriereende für ein DFB-Comeback entschied - das er allerdings kurz vorher fast wieder abgesagt hätte.

Felix Kroos (33, Foto) erzählte im MDR-Riverboat unter anderem vom letzten Spiel seines Bruders Toni (34) im Santiago Bernabéu.
Felix Kroos (33, Foto) erzählte im MDR-Riverboat unter anderem vom letzten Spiel seines Bruders Toni (34) im Santiago Bernabéu.  © IMAGO / STAR-MEDIA

Am 22. Februar hatte Kroos verkündet, kurz vor der Europameisterschaft im eigenen Land ins DFB-Team zurückzukehren. Die Entscheidung dazu sei ein "Auf und Ab" gewesen, sagte Bruder Felix Kroos (33) jetzt im MDR-Riverboat.

"Eine Woche vorher hat er gesagt, er macht's nicht. Um mir zwei Tage vorher zu sagen: 'Ich hab Julian angerufen, ich mach's.'"

Vor anderthalb Wochen folgte zudem die Verkündung seines Karriereendes. Sein letztes Ligaspiel mit Real Madrid, für das er zehn Jahre spielte und dort zur Ikone wurde, bestritt er vergangenen Samstag gegen Betis Sevilla.

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"Wenn dich bei Real Madrid, beim größten Verein der Welt, 80.000 feiern und auch noch eine Stunde nach dem Spiel im Stadion sind, um dich zu feiern, ist das schwer in Worte zu fassen", sagt Felix über den unvergesslichen Abend, an dem er ebenfalls im Santiago Bernabéu war.

Felix Kroos: "Wenn du die Kinder weinen siehst, kannst du auch nicht mehr"

Toni Kroos (34, r.) beim DFB-Test gegen die Niederlande im März.
Toni Kroos (34, r.) beim DFB-Test gegen die Niederlande im März.  © Christian Charisius/dpa

Der Anpfiff war dummerweise erst um 21 Uhr. "Das war ein bisschen bitter mit der Ansetzung. Ich hab zwar auch zwei kleine Kinder, aber die mussten mit. Meine Tochter ist auf meinem Arm eingeschlafen, meine Frau hatte den Kleinen in der Trage, der hat auch gepennt", so der 33-Jährige, der 2021 mit Union Berlin in die Bundesliga aufgestiegen war.

Nach dem Schlusspfiff brachen bei Tonis Nachwuchs alle Dämme, beide weinten nach dem letzten Spiel ihres Papas in Madrid. Bruder Felix: "Das ist das Fiese mit den Kindern: Wenn du die weinen siehst, kannst du auch nicht mehr, dann ist es vorbei."

Man habe "viele Erwartungen an so 'nen Abend, dann wird man aber oft enttäuscht. Aber die Erwartungen wurden sogar noch übertroffen, weil das sehr würdigend, wertschätzend war", sagt Felix, der in die Karriereende-Pläne seines größeren Bruders natürlich schon vor der öffentlichen Bekanntgabe involviert war.

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"Die Folge, die wir für unseren Podcast aufgenommen haben, war schon 'ne Woche alt. Wir mussten aber warten, bis wir aufs Knöpfchen drücken können."

Felix Kroos im Riverboat über Toni Kroos' letztes Real-Heimspiel: "Die Erwartungen wurden übertroffen"

Talkten am Freitag im Riverboat: die Moderatoren Kim Fisher (55) und Matze Knop (49).
Talkten am Freitag im Riverboat: die Moderatoren Kim Fisher (55) und Matze Knop (49).  © MDR/Stephan Flad
Aber warum erfolgten die Nachrichten über den Podcast der Geschwister? "Das Medium ist ein sehr sicherer Ort für Sportler. Du kannst ausführlich deine Entscheidung erklären und den Leuten das Gefühl geben, nah dran zu sein. Das wertschätzen sie, weil sie mitgenommen werden."

Am Samstag (21 Uhr/ZDF & DAZN) wird Toni Kroos sein abschließendes Real-Match bestreiten - im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund im Londoner Wembley-Stadion.

Es folgen DFB-Tests gegen die Ukraine (3. Juni, ohne Kroos) und Griechenland (7. Juni) sowie im besten Fall sieben Spiele bei der Heim-EM (14. Juni bis 14. Juli).

Die ganze "Riverboat"-Folge gibt's in der Mediathek.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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