Zeitenwende war gestern: Pistorius kündigt "Epochenbruch" bei Caren Miosga an
Berlin - "Wie kann sich Europa behaupten?", fragte Caren Miosga (56) am Sonntagabend ihre Gäste. Boris Pistorius (65) prahlte dabei mit den Qualitäten der Bundeswehr.
Zweieinhalb Jahre benötigte die Bundeswehr, um das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro auszugeben. Wofür das Geld im Detail verwendet wurde, ist allerdings sehr intransparent.
Der Bundesverteidigungsminister zeigte sich bei "Caren Miosga" jedoch äußerst zuversichtlich über die Qualität der Truppe.
"Wir können mit U-Booten operieren", schwärmte Pistorius, "und wir können zur Luft mit Eurofightern patrouillieren." Jetzt, da Donald Trump (79) wohl doch nicht mehr Grönland einnehmen wolle, könne man gleichzeitig Stärke demonstrieren und die USA beschwichtigen.
"Wir können Seefernaufklärung mit unserem P-8 Poseidon betreiben", sagte Pistorius und bezog sich auf das von Boeing gefertigte U-Boot-Jagdflugzeug. "Damit haben wir Fähigkeiten, die nicht alle haben."
Dass man Trump nach den Ereignissen der vergangenen Wochen nicht unbedingt vertrauen könne, unterstrich der SPD-Minister ebenfalls. "Wir können uns auf nichts mehr so verlassen, wie wir es in den letzten 70 Jahren konnten. Das ist ein Epochenbruch."
Deutschland frühestens 2029 kriegstüchtig
Die Ausführungen von Trump, verbündete Nationen hätten die USA in Afghanistan im Stich gelassen, nannte Pistorius "unanständig und respektlos". Er werde seinen US-amerikanischen Kollegen Pete Hegseth (45) beim nächsten Aufeinandertreffen darauf ansprechen.
Bezogen auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der kürzlich Europas mangelnde Verteidigungsfähigkeit kritisiert hatte, meinte der Verteidigungsminister widersprüchlich, dass Deutschland zwar im Ernstfall reagieren könne, man aber erst frühestens 2029 kriegstüchtig sei.
Titelfoto: NDR/Thomas Ernst
