BW-Wahl bleibt spannend: Wahllokale im Südwesten sind geöffnet

Stuttgart - Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag zeichnet sich ein enges Rennen zwischen CDU und Grünen ab. Die AfD kann derweil auf starke Zugewinne hoffen.

Wer gewinnt die Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag?
Wer gewinnt die Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag?

Umfragen sahen zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schwarz und Grün. In der letzten Umfrage des ZDF-"Politbarometers" lagen beide mit 28 Prozent gleichauf.

Zuvor hatten die Grünen den Abstand auf die lange deutlich führende CDU stark verkürzt. Derzeit wird Baden-Württemberg von einer grün-schwarzen Koalition regiert.

Die Wahl findet zum ersten Mal mit einem neuen Wahlrecht statt.

CDU-Spitzenkandidat Hagel gerät bei Schulbesuch mit Lehrerin aneinander
Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 CDU-Spitzenkandidat Hagel gerät bei Schulbesuch mit Lehrerin aneinander

Alle Informationen rund um die Landtagswahl in Baden-Württemberg findet Ihr hier im TAG24-Liveticker.

8. März, 8.40 Uhr: Wahllokale im Südwesten sind geöffnet

In Baden-Württemberg haben die Wahllokale für die Landtagswahl geöffnet.

Seit 8 Uhr können die Menschen im Südwesten ihre Stimmen abgeben. Wahlberechtigt sind nach Schätzungen des Statistischen Landesamts rund 7,7 Millionen Menschen. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet.

Die Wahl entscheidet über die Zusammensetzung des neuen Landtags und damit auch indirekt darüber, wer Nachfolger von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (77, Grüne) wird, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Chancen auf seine Nachfolge haben CDU-Landeschef Manuel Hagel (37) und Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir (60).

Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg dürfen am Sonntag ihre Stimme abgeben.
Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg dürfen am Sonntag ihre Stimme abgeben.  © Helena Dolderer/dpa

7. März, 18.42 Uhr: Dr. Hans-Ulrich Rülke hinterfragt Zusammenarbeit von CDU und Grünen

Kurz vor der Wahl wird der Ton rauer.

Die Wortwahl und das Säbelrasseln kritisiert Dr. Hans-Ulrich Rülke (64), der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion. "Die Feindseligkeit, mit denen die bisherigen Regierungsparteien Grüne und CDU in den letzten Metern des Wahlkampfes aufeinander losgehen, ist mehr als schlechter Stil und fehlende Fairness. Sie zeigt, was Baden-Württemberg bevorstehen wird, wenn diese beiden Parteien wieder zu einem Zwangsbündnis verpflichtet sind".

Der 64-Jährige zweifelt er an, dass eine Koalition aus Grünen und CDU eine für Baden-Württemberg erfolgversprechende Konstellation wäre.

Dr. Hans-Ulrich Rülke (64) glaubt nicht, dass eine Koalition von Grünen und CDU gewinnbringend sei.
Dr. Hans-Ulrich Rülke (64) glaubt nicht, dass eine Koalition von Grünen und CDU gewinnbringend sei.  © Uli Deck/dpa

7. März, 14.21 Uhr: Politologe sieht deutlichen Vorteil für Cem Özdemir

Der Politologe Joachim Behnke sieht in der unterschiedlichen Wahrnehmung der Spitzenkandidaten einen Hauptgrund für das Zulegen der Grünen in Umfragen kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg.

"Özdemir ist der ideale Kandidat der Grünen, weil er wie Kretschmann ist. Er kann wirklich als der legitime Erbe von Kretschmann auftreten, was für Wähler wichtig ist, die keine typischen Grünen-Wähler sind", sagte der Politikwissenschaftler an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen in einem Interview der "Schwäbischen Zeitung".

Politologe: Özdemir hat Amtsinhaberbonus geerbt

Überraschend sei, wie stark Özdemir den Amtsinhaberbonus von Ministerpräsident Winfried Kretschmann geerbt habe. Die CDU hingegen habe vor allem auf das Thema Wirtschaft gesetzt. "Sie hat es aber nicht geschafft, Manuel Hagel als Person stärker zu vermarkten. Er ist zu blass geblieben. Wir wissen, dass ein Großteil der Bevölkerung ihn gar nicht kennt", stellte Behnke fest und betonte zugleich, dass die Ausgangsposition des CDU-Fraktionsvorsitzenden schwierig gewesen sei: "Insofern glaube ich, haben sie schon das Wesentliche rausgeholt."

Manuel Hagel (37, CDU) oder Cem Özdemir (60, Grüne): Wer wir Ministerpräsident von Baden-Württemberg?
Manuel Hagel (37, CDU) oder Cem Özdemir (60, Grüne): Wer wir Ministerpräsident von Baden-Württemberg?  © Marijan Murat/dpa

6. März, 22.42 Uhr: Kretschmann sieht bei der CDU keine neuen Ideen

Aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (77, Grüne) zeigt CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) im Wahlkampf keine neuen Ideen für Baden-Württemberg.

Er lese in Interviews von Hagel immer lange Listen mit den Themen KI, Mobilität, Photonik, Robotik oder Verteidigung. "Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei", sagte Kretschmann beim Wahlkampfabschluss der baden-württembergischen Grünen in Ulm.

Daneben wolle Hagel einen Sicherheitsrat oder einen Sachverständigenrat für Wirtschaft einrichten. Auch das gebe es alles schon, es heiße nur anders, so Kretschmann: "Neu ist da nicht der Inhalt, nur die Überschrift." Dass aus neuen Überschriften großartiges entstehe, sei eher selten.

Die Grünen hätten dagegen mit Cem Özdemir den passenden Kandidaten für seine Nachfolge im Ministerpräsidentenamt, sagte Kretschmann. "Wir Grüne haben jemand, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt."

Winfried Kretschmann (77, Grüne) findet, dass die Politik von CDU-Kandidat Manuel Hagel keine neuen Impulse beinhalten würde.
Winfried Kretschmann (77, Grüne) findet, dass die Politik von CDU-Kandidat Manuel Hagel keine neuen Impulse beinhalten würde.  © Bernd Weißbrod/dpa

6. März, 21.31 Uhr: Friedrich Merz schwört auf Wahl-Endspurt in Baden-Württemberg ein

CDU-Bundeschef und Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat den Wahlkämpfern seiner Partei in Baden-Württemberg Mut zugesprochen auf den letzten Metern des Wahlkampfs.

Die Landtagswahl am Sonntag werde knapp, sagte Merz beim Wahlkampfabschluss der Südwest-CDU in Ravensburg.

"Die wird knapper als wir gedacht haben". Der ein oder andere möge darüber nachdenken, gelb zu wählen oder gar dunkelblau, sagte er ins Publikum. Aber: "Wer jetzt blau wählt oder gelb wählt, könnte am nächsten Montag grün aufwachen."

Derzeit liegen Grüne und CDU in Baden-Württemberg in Umfragen etwa gleichauf und werden wohl auch wieder miteinander koalieren müssen. Ein anderes Bündnis scheint rechnerisch derzeit nicht möglich - das heißt, dass die Wahl vor allem darüber entscheiden dürfte, ob Grüne oder CDU den nächsten Ministerpräsidenten stellen.

Friedrich Merz (70) trat am Freitag in Ravensburg auf.
Friedrich Merz (70) trat am Freitag in Ravensburg auf.  © Felix Kästle/dpa

6. März, 19.11 Uhr: Noch Fragen zur Landtagswahl? Podcast klärt auf

Die Landeszentrale für politische Bildung klärt auf. Rund um die Landtagswahlen im Ländle informiert ein Podcast mit dem Titel "Politisch bildet". Darin werden unter anderem die Wahl ab 16 oder die Sicherheit einer Briefwahl beleuchtet.

6. März, 14.46 Uhr: Grünen-Landechefin spricht von "Fake News"

Grünen-Landeschefin Lena Schwelling weist die Kritik der CDU zurück. "Will die CDU jetzt ernsthaft skandalisieren, dass die Grüne Jugend dazu aufruft, Cem Özdemir zu wählen und nicht den Gegenkandidaten?".

Zugleich wirft sie der CDU vor, Falschnachrichten zu verbreiten. Die Junge Union verbreite in einem Mobilisierungsaufruf, die Grünen wären für Massenentlassungen verantwortlich. Zudem verbreite Agrarminister Peter Hauk (CDU) "offen Fake News". "Das ist mittlerweile bizarr", so Schwelling.

Die Co-Landeschefin der Grünen bezieht sich damit auf ein Video, das Hauk auf Instagram geteilt hatte. Darin sagt der Agrarminister wörtlich: "Die Grünen sind für ein Verbot von Privatautos." Belege für die Behauptung nennt Hauk nicht. Im Wahlprogramm der Grünen ist davon keine Rede.

6. März, 12.41 Uhr: Manuel Hagel laut Grüner Jugend nicht bereit als Ministerpräsident

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die CDU die Grünen heftig für deren Wahlkampfführung kritisiert. "Die Grünen haben ihren moralischen Kompass verloren", sagte der Generalsekretär der Landes-CDU, Tobias Vogt (40).

"Wer sein eigenes Parteilogo und seine Inhalte verstecken muss, dem bleibt am Ende offenbar nur noch der Griff in die Schmutzkiste."

Konkret stört sich die CDU an einem Aufruf der Grünen Jugend auf Bundesebene. Auf einer Kampagnenseite ruft die Jugendorganisation der Grünen dazu auf, im Wahlkampfendspurt Verwandte und Bekannte anzurufen. "Manuel Hagel ist nicht bereit als Ministerpräsident!", heißt es in dem Aufruf über den CDU-Spitzenkandidaten. Eine Pressesprecherin der Grünen Jugend bestätigte, dass der Aufruf von der Jugendorganisation stamme.

Die Grünen hätten ihren moralischen Kompass verloren, kritisiert der Generalsekretär der Landes-CDU, Tobias Vogt (40).
Die Grünen hätten ihren moralischen Kompass verloren, kritisiert der Generalsekretär der Landes-CDU, Tobias Vogt (40).  © Bernd Weißbrod/dpa

6. März, 12.25 Uhr: CDU-Spitzenkandidat Hagel gerät bei Schulbesuch mit Lehrerin aneinander

Der CDU-Spitzenkandidat gerät bei einem Schulbesuch vor laufenden Kameras mit einer Lehrerin aneinander und fährt ihr über den Mund - der Clip wird im Netz tausendfach geteilt.

"Ich bin ja jetzt auch kein Roboter, sondern ein Mensch mit ganz normalen Gefühlen", erklärte der CDU-Frontmann im Nachgang dem Nachrichtensender Welt. Manchmal sage man "im Eifer des Gefechts" etwas, wo man hinterher denke, "das hätte man auch freundlicher sagen können".

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6. März, 9.27 Uhr: Hagel kritisiert Ölkonzerne für hohe Spritpreise

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) unterstützt ein Vorgehen gegen die stark gestiegenen Spritpreise.

Dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Prüfung durch das Bundeskartellamt angekündigt hatte, sei goldrichtig, sagte Hagel im ZDF-Morgenmagazin.

"Es darf nicht sein, dass sich jetzt Multikonzerne, dass sich die Ölkonzerne jetzt mit diesem Leid, mit diesem Elend die Taschen voll machen zulasten der Baden-Württemberger."

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) will gegen Ölkonzerne vorgehen.
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) will gegen Ölkonzerne vorgehen.  © DPA / Uwe Aspach

6. März, 8.26 Uhr: Auch für die Souveränität weg von Öl und Gas

Die Energiewende weg von Öl und Gas ist für Cem Özdemir (60) auch eine Frage von Unabhängigkeit und Sicherheit. "Wo kommen denn die fossilen Energieträger her?", fragte der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im ZDF-Morgenmagazin.

"Es sind fast alles autoritäre Gesellschaften." Özdemir ergänzte: "Das Geld deutscher Steuerzahler fließt in den Nahen Osten und kommt zurück beispielsweise in Form auch von Islamismus."

Özdemir warf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, ein Problem mit erneuerbaren Energien zu haben. "Das Thema Wärmepumpe ist jetzt ihr großes Problem." Eine Abhängigkeit von fossilen Energien hat aus Sicht des Grünen-Politikers große Nachteile: "Es wird teurer, es ist schlecht fürs Klima, es ist aber auch schlecht für die Souveränität des Landes."

Titelfoto: Bildmontage: Helena Dolderer/dpa, Marijan Murat/dpa

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