Linken-Chef über Anschlag auf Stromnetz in Berlin: "Geht überhaupt nicht"

Berlin – Nach dem mutmaßlich linksextremen Anschlag auf das Berliner Stromnetz hat sich Linken-Chef Jan van Aken (64) deutlich von der Tat distanziert.

Jan van Aken (64), Co-Vorsitzender der Partei "Die Linke", hält nichts von der linksextremen Attacke auf die Stromversorgung der Hauptstadt.
Jan van Aken (64), Co-Vorsitzender der Partei "Die Linke", hält nichts von der linksextremen Attacke auf die Stromversorgung der Hauptstadt.  © Kay Nietfeld/dpa

"Das ist eine Aktion, das geht überhaupt nicht", sagte der Politiker im Gespräch mit "ntv". Van Aken betonte, dass die Attacke Menschenleben gefährde.

Seine Partei habe "klipp und klar" gesagt, dass die Tat nicht akzeptabel sei, erklärte der Parteivorsitzende und wies die Kritik zurück, dass sich Die Linke bislang nur zurückhaltend geäußert habe.

Gleichzeitig nahm van Aken den Staat in die Pflicht: Die Reaktion auf den Stromausfall habe seiner Ansicht nach zu lange gedauert. Zudem sei der Katastrophenschutz in Deutschland zusammengespart worden: "Das ist ein Fehler gewesen und das rächt sich jetzt."

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Der Anschlag, zu dem sich die "Vulkangruppe" bekannt hat, hat weiter schwerwiegende Folgen für den Berliner Südwesten. In den Bezirken Steglitz-Zehlendorf, Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde sitzen Tausende Menschen seit Tagen im Kalten – ohne Heizung, Licht und warmes Essen.

Am Sonntag bestätigte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (63, SPD), dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt. Das bei den Behörden eingegangene Bekennerschreiben wurde als authentisch eingestuft.

Seit Sonntag sind Zehntausende Menschen im Berliner Südwesten ohne Strom.
Seit Sonntag sind Zehntausende Menschen im Berliner Südwesten ohne Strom.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Stromausfall im Berliner Südwesten: Mehrere Schulen und Kitas geschlossen

Im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf wurde eine Notunterkunft eingerichtet.
Im Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf wurde eine Notunterkunft eingerichtet.  © Carsten Koall/dpa

Mehrere Schulen und Kitas bleiben geschlossen, während Eltern auf Notbetreuung angewiesen sind.

Der Berliner Senat hat eine sogenannte "Großschadenslage" ausgerufen, Feuerwehr, Rettungskräfte und die Bundeswehr unterstützen vor Ort.

Inzwischen konnten rund 14.000 Haushalte und 500 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden. Doch viele Berliner müssen weiter bei Schnee und eisigen Temperaturen ausharren.

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Laut Netzbetreiber Stromnetz Berlin sind die Schäden nach dem Brandanschlag auf ein Umspannwerk erheblich – erst am Donnerstagnachmittag sollen voraussichtlich wieder alle Haushalte versorgt sein.

Titelfoto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

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